Diözesan-Caritasverband Speyer, 19.11.2017

"Ehrenamtliche Mitarbeiter sind an vielen Stellen für uns unbezahlbar"

Verleihung der goldenen Ehrennadel der Caritas an zwei langjährige ehrenamtliche Mitarbeiter

„Ehrenamtliche Mitarbeiter sind so vielen Stellen für uns unbezahlbar“, betonte Caritasdirektor Vinzenz du Bellier beim Caritas-Tag am 18. November in der Kaiserslauterer Fruchthalle. Dafür gebühre ihnen ein herzlicher Dank: „Ohne Sie wären wir deutlich ärmer dran“, sagte er in seiner Rede an die Ehrenamtlichen im Saal gerichtet. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter zeichnete der Caritasdirektor an dem Tag mit der goldenen Ehrennadel für ihr langjähriges und herausragendes Engagement aus.


Erhielten die goldene Ehrennadel Gerard Denu (zweiter von links) und Gisela Weiler von Caritasdirektor Vinzenz du Bellier (links). Leiter Hans-Joachim Schulz (rechts) vom Caritas-Zentrum Kaiserslautern kennt das langjährige Engagement der beiden Geehrten.

Die Musik ist ihre Inspiration: „Damit macht Gisela Weiler vielen Menschen ein Freude“, stellte der Caritasdirektor die Kaiserslauterin vor. Gisela Weiler kam zunächst gemeinsam mit ihrem Mann 2001 zum Singkreis im Mehrgenerationenhaus in Kaiserslautern. Sie spielte Akkordeon und wurde zur wichtigsten und treuesten instrumentalen Unterstützung der Gruppe, sagte du Bellier und erklärt: Im Singkreis treffen sich ältere Menschen regelmäßig zum Singen und üben je nach Jahreszeit und Anlässen Volkslieder ein. Mit ihrem Repertoire gehen sie auf Tournee durch verschiedene Altenheime und singen dort für und mit den Bewohnern.  Vor vier Jahren gründete Gisela Weiler im Caritas-Altenzentrum St. Hedwig den Hedwigschor, mit dem sie zweimal im Monat musiziert. Dabei ist es nicht geblieben: Inzwischen begleitet die 75-Jährige auch im Alex-Müller-Heim den Chor der Bewohnerinnen und Bewohner.

Der Caritasdirektor ließ auch nicht unerwähnt, dass Gisela Weller in dieser Zeit zwei Todesfälle verkraften musste. Während ihrer Zeit im Caritas-Singkreis starb ihr Mann und kurz darauf einer ihrer beiden Söhne. Die Musik hat ihr Kraft gegeben: Mit einem neuen Akkordeon spielte sie weiter für die Senioren. „Frau Weiler kann für viele Menschen Vorbild sein. Sie bringt große Freude zu den Menschen, besonders zu den Heimbewohnern“, sagte Vinzenz du Bellier.

Ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel wurde Gerard Denu ausgezeichnet. Der Kaiserslauterer war während seiner Berufstätigkeit von 1965 bis 2003, als er in den Ruhestand ging, stellvertretender Leiter der Volkshochschule Kaiserslautern. „Er hat sich in vielen Bereichen, bei Verbänden und Institutionen verdient gemacht, er hat vieles initiiert, sich engagiert und organisiert“, hob der Caritasdirektor hervor und nannte als Beispiele Kolping, die Jugendarbeit beim 1. FCK, Essen auf Rädern, die deutsch-französische Städtepartnerschaft und den deutsch-französischen Jugendaustausch. 

Grund für die Ehrung durch den Caritasverband Speyer ist Gerard Denus Engagement bei der „Initiative für faire Gaspreise“. Der Kaiserslauterer hatte 2006 diese Initiative gegründet. Denus  Forderungen an die Energiewerke waren  Transparent, Bürgernähe, soziale Verantwortung und Verbraucherfreundlichkeit. Die Initiative setzte sich dafür ein, dass die Gestaltung der Preise und Tarife sowie auch der Rechnung verständlich und nachvollziehbar sind – und dies kam insbesondere den sozial schwachen Bürgern zugute. „Die Initiative bewege in ihrer Hochzeit bis zu 3.500 Bürger“, beschrieb Vinzenz du Bellier die hohe Resonanz in der Bevölkerung.

Die Initiative musste allerdings auch Widerstände überwinden. Es galt, Überzeugungsarbeit auf Seiten der Unternehmer, bei den Medien und in der Politik – bei Sozialpolitikern, bei Oberbürgermeister bis hin zum Wirtschaftsstaatssekretär 2007 – zu leisten. Doch die Bemühungen zahlte sich aus: Letztendlich gab es Preissenkungen und faire, übersichtliche Gas- und Stromtarife, berichtete der Caritasdirektor von den Erfolgen der Initiative.

Dies bedeutete spürbare, finanzielle Entlastungen für die Bürger sowie auch für das Sozialamt und das Job-Center, die die Heizkosten für die Hilfeempfänger  zu tragen hatten. Letztendlich kam die Entlastung vor allem finanziell schwachen Kunden zugute. „Federführender und hartnäckiger Kämpfer war dabei Gerard Denu“, hob der Caritasdirektor die Leistung des Kaiserslauterer hervor.

Doch das Erreichte war für Gerard Denu nicht genug: „Seine Gedanken und sein Einsatz blieben bei denen, für die die Energiekosten trotz allem eine schwere Last blieben und die von Energiesperren bedroht oder letztendlich sogar betroffen waren, vor allem Familien mit Kindern und ältere Menschen.  Gerard Denu setzte sich zusammen mit dem Verein Alt-arm-allein und dem Caritas-Zentrum Kaiserslautern setzte sich für diese Menschen ein.

So hält er mittlerweile seit rund zehn Jahren regelmäßig, alle 14 Tage, im Caritas-Zentrum Kaiserslautern eine Sprechstunde bei den Sozialen Beratungsstellen.  Gerard Denu bespricht mit den Ratsuchenden ihr ‚Energie-Problem‘: „Er vermittelt bei den Energiewerken, erreicht Stundungen oder Ratenzahlungen, verweist ans Job-Center oder ans Sozialamt, gibt Energiespartipps, überprüft Rechnungen, begutachtet den Stromverbrauch, versucht Sperren zu verhindern und Schulden abzubauen und vermittelt an verschiedene Nothilfe-Fonds“, beschrieb Vinzenz du Bellier das Engagement von Gerard Denu.

Die Sprechstunde werde sehr gut angenommen: „Sein Rat wird gesucht und viele Hilfesuchende sind dankbar für seine Hilfe und Unterstützung, die letztendlich zu einer warmen Stube, zu Warmwasser und zur gesicherten Stromversorgung führten“, sagte der Caritasdirektor zum Verdienst des 79-Jährigen.

Beiden Ehrenamtlichen dankte Vinzenz du Bellier für ihr großes Engagement und zeichnete sie mit der goldenen Ehrennadel der Caritas aus. Zudem gab es noch Blumen und für beide jeweils ein Geschenk: Gisela Weiler erhielt einen dekorativen Notenschlüssel und Gerard Denu ein Energiemessgerät.