Diözesan-Caritasverband Speyer, 19.11.2017

480 Besucher beim Caritas-Tag der Ehrenamtlichen in Kaiserslautern

Der Caritasverband für die Diözese Speyer würdigte das Engagement seiner ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Deutschen Caritasverbandes war nicht nur der Caritas-Tag am 18. November in Kaiserslautern überschrieben. Auch das Handeln der eingeladenen ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Caritas aus der gesamten Diözese Speyer sei gelebte Caritas: „Ihre Hinwendung zum Mitmenschen in Not – nicht mit Worten, sondern mit Taten, lässt erkennen: ‚Zusammen sind wir Heimat‘“, sagte Weihbischof Otto Georgens bei der Eucharistiefeier in der Kirche St. Martin zum Auftakt des Caritas-Tags.  

Der Caritasverband lädt jedes Jahr im November seine ehrenamtlichen Caritas-MitarbeiterInnen zu diesem Tag des Danks für ihr Engagement zu diesem Tag ein. Diesmal war das Caritas-Zentrum Kaiserslautern der Gastgeber.

Wie hilfreich Unterstützung durch Ehrenamtliche sein kann, berichteten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund aus einem Begegnungsprojekt: „Heimat ist dort, wo ich so angenommen werde, wie ich bin“, sagte eine Teilnehmerin. Für ihre beeindruckenden, authentischen Zeugnisse aus ihrem Alltag erhielten die Teilnehmer des Projekts spontanen Applaus der Gottesdienstbesucher.

In seiner Predigt unterstrich Weihbischof Otto Georgens den Wert des „aufopferungsvollen und unverzichtbaren Dienstes am Nächsten, den die vielen Ehren- und Hauptamtlichen der Caritas Tag für Tag leisten“. Denn auch in Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, gebe es Armut. „Nahezu jeder Fünfte in unserem Land ist von Armut beziehungsweise dem Risiko, in Armut zu fallen, betroffen.“

Im Anschluss an die Eucharistiefeier versammelten sich die Gäste in der benachbarten Fruchthalle. Der Caritasvorsitzende Karl-Ludwig Hundemer begrüßte die 480 ehrenamtlichen MitarbeiteInnen aus allen Teilen des Bistums und dankte ihnen für ihr Engagement. Der Leiter des Caritas-Zentrums, Hans-Joachim Schulz, der mit seinem Team die Veranstaltung organisiert hatte, erklärte, dass das Geschenk, das auf jedem Platz lag, an die Kampagne „Keys of hope“ (Schlüssel der Hoffnung) von Caritas International erinnern soll.

Peter Schmidt, der Beigeordnete des Landkreises Kaiserslautern, dankte der Caritas und ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern für die Unterstützung bei der Aufnahme von rund 5000 Geflüchteten: „Sie haben etwas ganz Besonderes geleistet.“ Insbesondere der Beitrag der Ehrenamtlichen dazu, dass die Geflüchteten eine Heimat finden konnten, sei groß: „Ohne Ehrenamtliche hätten wir das nicht so gut geschafft.“

Für ihr besonderes und langjähriges Engagement wurden die beiden Kaiserslauterer ehrenamtlichen Mitarbeiter Gisela Weiler und Gerard Denu mit der goldenen Ehrennadel der Caritas geehrt. Gisela Weiler leitet seit mehreren Jahren den Singkreis im Mehrgenerationenhaus sowie weitere Chöre in Altenheimen. Gerard Denu wurde wegen seines Einsatzes für die „Initiative für faire Gaspreise“ geehrt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Gruppe „Frauen treffen Frauen“ aus Speyer mit dem Nardini-Preis. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wurde zum achten Mal vergeben und würdigt das Engagement ehrenamtlich tätiger Gruppen, die in ihrer Pfarrgemeinde oder in Zusammenarbeit mit kirchlich-caritativen Einrichtungen neue Wege gehen, um Menschen in Not zu helfen. Für die musikalische Umrahmung des Vormittags sorgte Otto Fuchs von der Musikschule Kaiserslautern mit seinen Schülern.

Nach dem Mittagessen waren die Besucher zu verschiedenen Angebote eingeladen. Das Chawwerusch-Theater führte im Edith-Stein-Haus sein Stück „Wer die Wahrheit tut“ auf, das 200 Jahre Geschichte seit der Neugründung des Bistums Speyers Revue passieren lässt. Mit weit über 250 Zuschauern war das Theaterstück bei den Besuchern des Caritas-Tags sehr beliebt. Ebenfalls großen Zuspruch erfuhr die Stadtrundfahrt, die die Ehrenamtlichen auf eine Tour durch die Stadt Kaiserslautern mitnahm. Einem Vortrag von Dieter Zenglein, Heimatpfleger aus Kusel, über das Leben von Wandermusikanten und die Firma Pfaff lauschten einige Zuhörer im Bistumshaus. In der Fruchthalle lud Bruno Kühn zum offenen Singen ein. Ebenfalls am Nachmittag lud der Kaiserslauterer Chor „Forever young“ unter Leitung von Andy Dodt zu einer seiner etwas anderen Singstunde ein.

Zum Nachmittagskaffee kamen die Besucher noch einmal in der Fruchthalle an fein eingedeckten Tischen zusammen und genossen den Ausklang des Tages. Den Schlusspunkt setzte bei Einbruch der Dämmerung am späten Nachmittag die bundesweite Aktion „Eine Million Sterne“ von Caritas International. Bei dieser Aktion wurden hunderte von Kerzen auf dem Unionsplatz an der Kleinen Kirche entzündet. Die Spenden aus der Solidaritätsaktion kommen lokalen Hilfsprojekten sowie einem Schulprojekt von Caritas International im Libanon zugute.

„Der Tag ist sehr gut von den Verantwortlichen gestaltet und zeigt die Wertschätzung für die Menschen, die sich engagieren“, lobte Heinz Seiberlich. Der Ludwigshafener, der seit 20 Jahren ehrenamtlich tätig ist, war zum ersten Mal beim Caritas-Tag dabei und nutzte die Gelegenheit zum Austausch mit Haupt- und Ehrenamtlichen. Ebenfalls zum ersten Mal dabei war Hans-Joachim Grötschel. Die Atmosphäre habe ihm sehr gut gefallen, er nehme vom Caritas-Tag viele Inspirationen mit. Was ihm am Nachmittagsprogramm besonders gefallen hat: „Ich war begeistert vom Chawwerusch-Theater“, berichtete Grötschel. Seine Hochachtung galt vor allem den Helfern, die den Tag ausgerichtet hatten und sehr viel Zeit und Aufwand in die Organisation gesteckt hätten, lobte er. 

Viele unter den Besuchern kommen jedes Jahr, wie auch Elisabeth Jorek. Die Ludwigshafenerin ist seit rund 30 Jahren ehrenamtlich aktiv und freut sich jedes Jahr beim Caritas-Tag auf das Wiedersehen mit anderen Mitstreitern und auf den  Austausch mit ihnen. „Es ist wohltuend, die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen zu erleben“, sagte Jorek. Und für die Helfer war sie voll des Lobes: „Tolle Organisation, toller Service, alles hat hervorragend geklappt.“