Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung

"Es ist normal, verschieden zu sein." Dieser Grundsatz, den der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker einmal formuliert hat, gilt in besonderer Weise für Menschen mit Behinderung. Menschen mit Behinderung können ebenso sinnerfüllt und glücklich leben wie nichtbehinderte Menschen. Aus christlicher Sicht ist jeder Mensch ein Geschöpf und Ebenbild Gottes.

Die Einrichtungen der Behindertenhilfe sehen es als ihre Aufgabe an, Menschen mit Behinderung zu einem möglichst selbständigen Leben zu verhelfen. Mit ihren vielfältigen Angeboten unterstützen sie Menschen mit Behinderung, ihre Eltern und Angehörigen.

Die Einrichtungen und ihre Mitarbeiter setzen sich dafür ein, die Möglichkeiten zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu verbessern und Benachteiligungen abzubauen.
Um dies leisten zu können, stehen vielfältige Hilfen zur Verfügung, deren Angebote von Frühförderung über Förderschulen und verschiedene Wohnformen bis hin zu Werkstätten und begleitenden Hilfen im Arbeitsleben reichen.

Das Leistungsangebot der Hilfseinrichtungen orientiert sich dabei an den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen.
Die Hilfe für Menschen mit Behinderung umfasst verschiedene Förderbereiche, die Sie hier auswählen können.

Themenbereiche

Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen

Die Belastungen von Familien mit einem autistischen Kind sind - wie in verschiedenen Studien nachgewiesen - deutlich höher als von Familien mit Kindern anderer Behinderungsformen. Dies betrifft sowohl den emotionalen, als auch den lebenspraktischen, sozialen Bereich.

Obwohl in den letzten Jahren die professionellen Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Autismus zunahmen, sind die ohnehin belastenden Familien weiterhin gezwungen, sich mit den einzelnen Leistungserbringern selbst auseinanderzusetzen, mit örtlichen Behörden und Kostenträgern zu kommunizieren, Termine zu koordinieren. Es fehlte bislang eine Stelle, die vorhandene Hilfen koordiniert und interinstitutionelle Kooperationen veranlasst.

Das Interdisziplinäre Netzwerk Autismus versteht sich als Kontakt-, Beratungs- und Koordinierungsstelle.  Wir möchten Menschen mit Behinderungen, ihre Eltern, Familien und Bezugspersonen umfassend unterstützen.

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Hilfen im Vorschulalter

Frühförderung steht allen Kindern zur Verfügung, die in der Zeit von der Geburt bis zum Schulalter in ihrer motorischen, sprachlichen, seelischen und geistigen Entwicklung auffällig werden.

Ganz selten steht schon bei der Geburt eines Kindes eine Behinderung fest. Entwicklungsprobleme, die zu einer Behinderung führen können, aber noch keine Behinderung sind können sich jedoch in den ersten Lebensjahren ergeben, Sie können Entwicklungsprobleme ergeben. Für die Eltern ist diese Ungewissheit eine Zeit des Hoffens und des Bangens.

Hier bietet Frühförderung Unterstützung durch Diagnostik, die den Entwicklungsstand des Kindes beschreiben. Nicht immer sind Fördermaßnahmen notwendig. Eine Beratung der Eltern und des Umfeldes kann ausreichend sein, in anderen Fällen wird zu Fördermaßnahmen wie Heilpädagogik, Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie geraten.

Die Frühförderung umfasst die Erstellung einer umfassenden Diagnose, die frühzeitige Behandlung und Förderung des Kindes, die ausführliche Beratung der Familie sowie die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie zum Beispiel Kindergärten, Schulen und Beratungsstellen.

Ziel ist es, eine drohende Behinderung abzuwenden und eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen. Dabei versteht die Frühförderung ihre Hilfsangebote vor allem als "Angebote". Es sind die Eltern, die bestimmen, welche Hilfe zu welchem Zeitpunkt für sie als Hilfe wirksam ist.

Sozialpädiatrische Zentren mit Frühförderung

Die Sozialpädiatrischen Zentren mit Frühförderung in der Diözese Speyer sind ein Angebot für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen.

Frühförderstellen

Die Frühförderstellen der Caritas in der Diözese Speyer sind ein heilpädagogisches Angebot für Kinder, die noch nicht im schulpflichtigen Alter sind. Die Frühförderung findet überwiegend in der Familie statt.

Interdisziplinäres Netzwerk Autismus

Als Anlauf- und Kontaktstelle für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte koordiniert das Interdisziplinäre Netzwerk Autismus Partner und Aktivitäten in der Diözese Speyer und bietet so vielfältige Hilfeformen aus einer Hand an. Das Interdisziplinäre Netzwerk Autismus versteht sich als Kontakt-, Beratungs- und Koordinierungsstelle.

Förderkindergärten und integrative Kindergärten

In Zusammenarbeit mit den Eltern erhalten die Kinder in kleinen Gruppen von sechs bis maximal neun Kindern eine gezielte pädagogische Förderung. Falls erforderlich, bekommen die Kinder eine zusätzliche physiotherapeutische, ergotherapeutische, logopädische oder psychologische Einzelförderung.

Kinder mit einer Beeinträchtigung oder die davon bedroht sind beziehungsweise deren Entwicklung verzögert ist, können unter bestimmten Voraussetzungen mit begleitenden Integrationsmaßnahmen auch den Regelkindergarten des Wohnortes oder des Wohnbezirkes besuchen. Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung ist ein wichtiger Beitrag zur Inklusion.

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Förderschulen

 

Wohnen für Menschen mit Behinderung

Engagierte Caritas-Mitarbeiter begleiten und unterstützen die Bewohner in ihrer selbstbestimmten Lebensgestaltung und Teilhabe an der Gesellschaft.  

Aktivitäten richten sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner, Hilfen werden im individuellen Hilfeplan mit und für jeden Bewohner geplant und anschließend im Alltag umgesetzt. Die Wohneinrichtungen stehen im Austausch mit dem Sozialraum, vor allem mit den Kirchengemeinden.

 

Wohneinrichtungen für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene

Die Wohneinrichtungen bieten den Bewohnern ein Zuhause mit Geborgenheit und Gemeinschaftserfahrung. Hier erhalten sie Zuwendung, Betreuung und Unterstützung je nach ihrem Hilfebedarf. Aktivitäten, Spiele, Freizeitangebote, Feste und Feiern stehen ebenfalls auf dem Programm. Überschaubare Gruppengrößen und feste Teams von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ermöglichen eine familiäre Atmosphäre.

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Ambulant Betreutes Wohnen

Das Ambulant betreute Wohnen ist eine Wohnform mit Unterstützung durch Fachkräfte. Es ist ein Angebot für Menschen mit Beeinträchtigungen, die über ein hohes Maß an Selbstständigkeit und vielseitige lebenspraktische Fähigkeiten verfügen. Sie lernen durch das Betreute Wohnen, mit einem reduzierten Maß an Begleitung ihren Alltag nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Dies ist als Einzel-, Paar- oder Mehrpersonenwohnen möglich. Diese Wohnformen werden als ambulant betreutes Wohnen bezeichnet.

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Wohngemeinschaften und Außenwohngruppen

Das Leben in einer Außenwohngruppe ist eine Hilfe für Menschen mit Behinderung auf dem Weg zu mehr Selbständigkeit. So wird beispielsweise das Einkaufen und das Kochen von Bewohnern und Mitarbeitern gemeinsam erledigt. Durch eine individuelle Begleitung durch Fachkräfte lernen die Bewohnerinnen und Bewohner einer Außenwohngruppe, Verantwortung für ihre Tagesgestaltung zu übernehmen, und erweitern damit ihre soziale Kompetenz.

 

Betreutes Wohnen in Gastfamilien

Bei dieser ambulanten Betreuungsform nehmen Familien oder andere private Hauhalte ein bis maximal zwei Personen mit Behinderung in ihre Wohngemeinschaft auf und stellen ihr ein eigenes Zimmer zur Verfügung.

Das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus bietet das Betreute Wohnen in Gastfamilien als neue Betreuungs- und Wohnform an. Es soll für Menschen mit einer Behinderung, die nicht oder nur teilweise selbstständig leben können, eine Alternative zum Wohnen und Leben in einer stationären Einrichtung bieten.

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Arbeit und Beschäftigung

Tagesförderstätten

Das Angebot der Tagesförderstätte im Bistum Speyer richtet sich an erwachsene Menschen mit schweren Behinderungen. Dazu gehören auch Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Die Besucher der Tagesförderstätten werden in kleinen, überschaubaren Gruppen ganzheitlich begleitet, individuell gefördert und betreut.  Die Angebote der Teilhabe orientieren sich an den individuellen Fähigkeiten und umfassen verschiedene Bereiche. Ergänzt werden die Angebote durch Gesundheits- und Bewegungsförderung sowie der beruflichen Bildung.

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Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Die Werkstätten im Bistum Speyer bieten Menschen mit Behinderung, die vorübergehend oder dauerhaft nicht erwerbsfähig sind, berufliche Perspektiven. Die Angebote reichen von der beruflichen Orientierung und Erprobung über die individuelle Qualifizierung bis zur langfristigen Anwendung der beruflichen Fähigkeiten im Arbeitsbereich. Dabei halten die Caritas-Werkstätten ein breites Spektrum an Berufsfeldern  bereit.

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Integrationsbetriebe

Nur wenige Menschen mit einer Behinderung bekommen auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle. Integrationsbetriebe bilden eine Ausnahme. Sie sind rechtlich und wirtschaftlich unabhängig und beschäftigen Menschen mit und ohne Behinderung. Die Beschäftigten mit Handicap erhalten eine spezielle Förderung und Weiterbildung. Das Ziel ist es, behinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, das heißt ihnen zu ermöglichen, dass sie auch in Unternehmen einen Arbeitsplatz finden. Integrationsbetriebe erhalten, um wirtschaftlich bestehen zu können, von den Integrationsämtern einen finanziellen Ausgleich für jede schwerbehinderte Person, die unter ihrem Dach arbeitet.

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Beratung und Hilfe für Menschen mit Behinderung

Die Beratungs- und Koordinierungsstellen informieren und beraten ältere, kranke und behinderte Menschen und ihre Angehörigen. Betroffene erhalten dort Informationen  über ambulante Hilfen, Tages- und Kurzzeitpflege, stationäre Pflegeeinrichtungen und weitere Hilfeangebote. Dabei werden die Leistungen verschiedener Anbieter vorgestellt.

Die Beratungs- und Koordinierungsstellen erstellen und koordinieren einen Hilfeplan nach den persönlichen Bedürfnissen und erklären die Finanzierungsmöglichkeiten. Dabei arbeiten sie mit anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen wie auch Behörden eng zusammen.

Außerdem sind die Beratungs- und Koordinierungsstellen Ansprechpartner für Informationen und Beschwerden im Zusammenhang mit ambulanten und stationären Pflegeleistungen.

Die Beratungs- und Koordinierungsstellen wurden mit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1996 geschaffen. Ziel der Arbeit dieser Stellen ist es, die verschiedenen vorhandenen Hilfeangebote für ältere Menschen aus einer Hand zu koordinieren und so zu vermitteln, dass sie auf den jeweiligen Bedarf hin ausgerichtet sind.

Familienentlastender Dienst

Auch wer eine Behinderung hat, lebt am liebsten in seiner gewohnten Umgebung. Die Betreuung erfordert von den Angehörigen jedoch einen hohen Einsatz, der häufig bis an die Grenzen der Belastbarkeit führt. Abhilfe schafft der Familienentlastende Dienst. Er richtet sich an Menschen mit Behinderung, die in ihrer Familie leben und von ihren Angehörigen betreut werden. Besonders Menschen, die schwerst mehrfach behindert sind, haben einen hohen Pflegebedarf.

Der Familienentlastende Dienst leistet eine individuelle Einzelbetreuung, die von der Art und Schwere der Behinderung abhängt. Häufig wird Unterstützung angefordert, damit die Eltern eine dringend benötigte Auszeit bekommen, zum Beispiel für einen Krankenhausaufenthalt oder für einen Urlaub, um neue Kraft zu schöpfen. Darüber hinaus initiiert der Familienentlastende Dienst Freizeit- und Bildungsangebote wie zum Beispiel Ausflüge an den Wochenenden und in den Ferien sowie gemeinsame Besuche von Kultur- und Sportveranstaltungen. Gerade für Menschen, die aufgrund einer Behinderung stark eingeschränkt sind, haben Kontakte außerhalb des Elternhauses eine große Bedeutung. Die Hilfe richtet sich auch an Eltern und Geschwister, die sich in Gruppen über ihre Erfahrungen austauschen können.

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Beirat der Angehörigen im Fachverband Caritas Behindertenhilfe Psychiatrie

Der Angehörigenbeirat im Bundesfachverband der Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe  und Psychiatrie (CBP)  ist ein gewähltes Gremium. Er vertritt insbesondere die Interessen von schwerstmehrfach behinderten und psychisch erkrankten Menschen. Dies bezieht sich sowohl auf die Dienste und Einrichtungen wie auf die Vertretung gegenüber der Politik. Der Beirat informiert Angehörige über aktuelle Entwicklungen, die die Menschen mit Behinderung betreffen.

In der Diözese Speyer wird der Beirat unterstützt durch das Fachreferat für Behindertenhilfe und Psychiatrie, beim Caritasverband für die Diözese Speyer. 

Zum cbp

Das persönliche Budget

Dies sind zum Beispiel Unterstützung im Haushalt, bei der Mobilität, der Arbeit oder der Freizeitgestaltung.

Das persönliche Budget ermöglicht Menschen mit Behinderung, selbst darüber zu entscheiden, welche Unterstützung wann und von wem bezogen werden soll. Es besteht somit Wahlfreiheit, welcher sozialer Dienstleister beauftragt wird, ein Angebot über die benötigte Unterstützungsleistung zu erstellen.

Dienste und Einrichtungen des Caritasverbandes sowie auch weiterer Träger in der Diözese Speyer bieten Hilfen im Rahmen des persönlichen Budgets an. Die Einrichtungen beraten auch ihre Kunden bei der Feststellung des Hilfebedarfs und bei der Beantragung des Budgets.

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