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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

Caritas eröffnet Kinderschutzdienst in Speyer

Der Caritasverband macht in Speyer ein neues Angebot für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung betroffen sind. Der neue Kinderschutzdienst der Caritas leistet professionelle Hilfe, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen.

„Gewalt gegen Kinder hat viele Gesichter“, erklärt Werner Euchner, der Leiter des neuen Kinderschutzdienstes. „Die Formen reichen von körperlicher und seelischer Gewalt bis hin zu sexuellem Missbrauch.“ Im Kinderschutzdienst arbeiten Jeannette Kriegel und Margrit Sattel, zwei erfahrene Beraterinnen. Die Gespräche, die sie mit betroffenen Kindern und Jugendlichen führen, sind vertraulich. Die Beraterinnen hören zunächst einmal zu. „Die Gefühle und Gedanken der Kinder und Jugendlichen sind uns wichtig.“ Dann wird gemeinsam überlegt, wie das Kind oder der Jugendliche aus den Schwierigkeiten herauskommt.

Kinder und Jugendliche, die mit dem Caritas-Kinderschutzdienst Kontakt aufnehmen wollen, können dort anrufen oder eine E-Mail schreiben. Der Anrufbeantworter des Caritas-Kinderschutzdienstes wird unter der Woche mehrmals am Tag abgehört. Jeannette Kriegel und Margrit Sattel machen mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen ein Treffen aus. Das findet entweder in den Räumen des Caritas-Kinderschutzdienstes oder an einem anderen Ort statt. „Wir richten uns nach den Wünschen der Kinder“, erklären sie.

Auch Eltern betroffener Kinder können sich an den Kinderschutzdienst wenden. „Wir arbeiten fast in allen Fällen mit den Eltern zusammen“, erklärt Werner Euchner. „Die Kinder brauchen ihre Eltern, gerade in dieser belastenden Situation.“ Ein Ziel des Kinderschutzdienstes sei, die Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungsverantwortung zu unterstützen.

Der Caritas-Kinderschutzdienst versteht sich auch als Ansprechpartner für Lehrer, Erzieher und Fachkräfte in der Jugendhilfe. „Wer Auffälligkeiten feststellt und sich Klarheit darüber verschaffen will, ob sie als Hinweis auf einen Missbrauch oder eine Misshandlung zu deuten sind, ist bei uns an der richtigen Adresse“, erklärt Werner Euchner. Darüber hinaus bieten die Mitarbeiterinnen an, im Schulunterricht über die Themen Missbrauch und Gewalt an Kindern zu informieren. „Wir wollen diese Themen aus der Tabuzone herausholen. Nur wenn man die Gefahren realistisch einschätzen kann, findet man Wege, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen.“

Der Caritas-Kinderschutzdienst in Speyer ist eine Außenstelle des Caritas-Kinderschutzdienstes in Germersheim. Er hat seine Arbeit im November aufgenommen. Das neue Hilfeangebot wurde als Projekt gestartet. „Wir haben die Genehmigung des Landes zunächst für ein Jahr“, erklärt Werner Euchner.

Barbara Aßmann, Leiterin der Sparte Erzieherische Hilfen und Suchtkrankenhilfe beim Caritasverband, würdigt das Engagement der Stadt Speyer und des Landes Rheinland-Pfalz bei der Schaffung eines Kinderschutzdienstes in Speyer. „Hier wurde frühzeitig die Bedeutung eines qualifizierten Beratungsangebots erkannt, lange bevor tragische Fälle wie der Tod des zweijährigen Kevins in Bremen für Schlagzeilen gesorgt haben.“ Die Stadt Speyer und das Land Rheinland-Pfalz tragen die Personalkosten des Kinderschutzdienstes, für die übrigen Kosten kommt der Caritasverband auf.

Kontakt

Caritas-Kinderschutzdienst, Ludwigstraße 43, Speyer,
Telefon 06232 / 100144,
E-Mail: kinderschutzdienst.speyer@caritas-speyer.de .

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