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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

„Caritas ist Dienst am und für den Menschen“

Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, Vorsitzender Theo Wieder vom Caritasrat und Caritasdirektor Karl-Ludwig Hundemer bezogen Stellung zu den Entwicklungen im Caritasverband Speyer. Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, Vorsitzender Theo Wieder vom Caritasrat und Caritasdirektor Karl-Ludwig Hundemer bezogen Stellung zu den Entwicklungen im Caritasverband Speyer. Caritasverband für die Diözese Speyer

Seit nunmehr 100 Jahren ist der Caritasverband in der Diözese Speyer (DiCV) der katholische Spitzenverband im Bistum Speyer, eröffnete Caritasvorsitzender Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer seinen Bericht mit dem Jubiläum. In seinem Zeichen sollten auch die Planungen für das Arbeitsjahr 2019/2020 sehen. Mit nicht weniger als zehn Großveranstaltungen sollten die Bedeutung und das Wirken des Caritasverbandes ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerufen werden. "Doch dann kam Corona und schweren Herzens mussten wir praktische alle bereits aufwendig vorbereiteten Veranstaltungen absagen", berichtete Hundemer. 

Auch wenn Corona eine Herausforderung bedeutete, so stand der Caritasverband auch in dieser Krisenzeit zu seinem Auftrag: "Nicht absagen dagegen wollten und konnten wir die uns aufgetragene Arbeit: die Hilfe, Unterstützung Beratung und Begleitung der Menschen in unterschiedlichen Notlagen." So blieben die Zentrale und alle Einrichtungen des Caritasverbandes immer besetzt. Wo Betreuungsangebote aufgrund staatlicher Verordnung schließen mussten, blieben die Mitarbeiter*innen über Telefon-, Video- und Online-Beratung immer in Kontakt mit ihren Kunden. 

Caritasvorsitzender Hundemer am RednerpultGab einen Überblick über das Arbeitsjahr 2019/2020: der Caritasvorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig HundemerCaritasverband für die Diözese Speyer

Darüber hinaus gab der Caritasvorsitzende weitere Einblicke in die Arbeit des Verbandes während des zweiten Halbjahrs 2019 und des ersten Halbjahrs 2020. Ausführlich beschrieben wird die geleistete Arbeit im Jahresbericht, der an die Besucher der Vertreterversammlung verteilt wurde. Für die breite Öffentlichkeit wird er in Kürze als Download auf der Internetseite des Verbandes zur Verfügung stehen. In seinem Bericht wies  der Caritasvorsitzende die Vision des Verbandes für die kommenden Jahre hin, die auch als Signet für das Jubiläumsjahr gestaltet wurde: "Menschen helfen - Gesellschaft gestalten. Caritas: sozial - verlässlich - innovativ". Unter diesem Leitmotiv stellte Hundemer einige exemplarische Schwerpunkte aus dem zurückliegenden Arbeitsjahr vor. 

So konnte noch kurz vor dem Corona-Lockdown die Fachtagung "Gesellschaftlicher Zusammenhalt" mit 120 Fachleuten der Caritasverbände Rheinland-Pfalz und im Saarland in Speyer stattfinden. Wie wichtig es für die Kirche und ihre Caritas ist, präsent und nahe bei den Menschen zu sein und zu bleiben sowie hier für den gesellschaftlichen Zusammenhalt soziale und kommunikative Netzwerke zu knüpfen, verdeutlichte bei der Tagung Professor Berthold Vogel vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut Göttingen. 

Mit einigen Beispielen verdeutlichte Caritasvorsitzender Hundemer  die sozialraumorientierte Netzwerkarbeit des Verbandes. So entstand in Kaiserslautern ausgehend von der Migrationsarbeit seit 2015 das Sozialraumprojekt "Fischerrück", das vom Caritas-Zentrum Kaiserslautern getragen wird. In Pirmasens gewann der DiCV die öffentliche Ausschreibung für das Quartiersprojekt "Horeb". Menschen in diesem sozialen Brennpunkt werden von Mitarbeiter*innen des Caritas-Zentrums Pirmasens beraten, gefördert und begleitet. 

Gut besucht war die Vertreterversammlung des Caritasverbandes Speyer, die in diesem Jahr coronabedingt in der Stadthalle stattfand. Gut besucht war die Vertreterversammlung des Caritasverbandes Speyer, die in diesem Jahr coronabedingt in der Stadthalle stattfand. Caritasverband für die Diözese Speyer

In Ludwigshafen beteiligt sich der Caritasverband mit dem Caritas-Zentrum sowie dem Caritas-Förderzentrum St. Johannes und St. Michael an der Entwicklung der Heinrich-Pesch-Siedlung, in die die Einrichtungen die soziale Gestaltung in das geplante Quartier einbringen. In gleicher Weise werde auch mit dem Siedlungswerk der Diözese die sozialräumliche Versorgung des neuen Wohnprojekts im Petronia-Steiner-Quartier in Speyer-Süd geplant. 

Im Rahmen seines sozial und sozialpolitischen Auftrags treibt der Caritasverband seit zweieinhalb Jahren das vom Bundesinnenministerium gefördertes Demokratie-Projekt "Zusammenhalt durch Teilhabe - gelebte Demokratie" voran: "Wir haben dabei unsere Mitarbeiter*innen durch zahlreiche Workshops und Impulse sensibilisiert in den Themen wie Haltung zeigen, überzeugend argumentieren oder Fake News und wie man damit umgeht. Seit Januar 2020 wurde das Projekt ausgeweitet, so dass der Verband auch Workshops zur Demokratie und ihren Werten in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen anbieten kann. 

Daneben bestimmten die Abschlüsse der Rahmenverträge zum Bundesteilhabegesetz die Arbeit des Verbandes. Hier mussten coronabedingt Video- und Telefonkonferenzen viele Zusammenkünfte auf Fachebene ersetzen. Doch für komplexe Vertragsverhandlungen mit multifunktionalen Gremien fanden kleine Taskforce-Runden mit Präsens im Sozialministerium statt. 

Was die Corona-Pandemie in diesem Jahr betrifft, ist es der Standhaftigkeit und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter*innen vor Ort und des zentralen Krisenstabs  zu verdanken, dass in den Diensten und Einrichtungen des Caritasverbandes keine schwerwiegenden Erkrankungen ausgebrochen sind, hob der Caritasvorsitzende hervor. In diesem Zusammenhang verwies Hundemer auf den sogenannten Pflegebonus für die Mitarbeitenden in der Altenhilfe und künftig auch in der Krankenpflege. Wer allerdings leider nicht berücksichtig wurde, sind die Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Wohnsitzlosen- und Behindertenhilfe. Trotz mehrerer Interventionen unsererseits ist man nicht bereit, sie entsprechend zu würdigen. Als verlässliche Partner bleiben wir an diesem Thema dran", versprach Hundemer. 

Wie aktuell das Motto "sozial braucht digital" der Caritas-Jahreskampagne 2019 ist, habe sich gerade in der Corona-Krise gezeigt. "Gerade in der Corona-Krise hat sich gezeigt, wie zukunftsträchtig unsere Strategie der Digitalisierung war und wie sehr die Weiterentwicklung dazu unabdingbar ist", betonte Hundemer. So habe sich zum Beispiel die Nutzung der Online-Beratung der Caritas-Zentren stark erhöht. Caritasdirektor Vinzenz du Bellier ging in seinem Bericht auch darauf ein, dass der Caritasverband sich daher in punkto Leitungen besser aufstellen will. In der "Digital Roadmap" hat der Verband die Weiterentwicklung sowie auch die Investitionen konkretisiert. Um Investitionen ging es auch bei der Vorstellung der Bauvorhaben, die im Arbeitsjahr 2019/2020 abgeschlossen werden konnte. Der Caritasdirektor verwies hier auf Neubauten wie das Caritas-Förderzentrum St. Johannes und St. Michael in Ludwigshafen, das Caritas-Förderzentrum Edith Stein in Blieskastel und das Caritas-Altenzentrum St. Nikolaus in Landstuhl. 

Die Corona-Krise habe die Mitarbeiter*innen des Caritasverbandes vor Herausforderungen gestellt, die sie gut gemeistert hätten - im Sinne von "Caritas ist Dienst am und für den Menschen", lobte der Vorsitzende des Caritasrats, Theo Wieder, in seinem Bericht: "Eine Arbeit im Spannungsfeld zwischen persönlicher Sorge um die eigene Gesundheit und dem aufopferungsvollen Dienst für die Menschen wurde Alltag bis heute." 

"Wir dürfen mit Stolz feststellen, dass wir unseren Aufgaben uneingeschränkt gerecht wurden", zieht er eine positive Bilanz. Er dankte allen für ihren täglichen Einsatz und für ihr persönliches Engagement. Auch der Caritasverband selbst stehe vor großen Herausforderungen angesichts der Corona-Krise: "Ein ‚weiter so‘ wird es nicht geben", zeigte sich Wieder überzeugt, "dass nur der Wandel mit notwendigen Reformen in den zentralen Themen die Zukunft unserer Kirche in Deutschland noch sichern kann."  Denn: "Nur was sich wandelt, hat Bestand", appellierte Wieder daran, nicht an Vergangenem festzuhalten: "Das verhindert die Zukunftsfähigkeit." 

Der Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Solidaris, den Dirk Riesenbeck-Müller vorstellte, fiel positiv aus. So wurden dem Vorstand und der Caritas die Entlastung erteilt. 

Der Caritasrat stellte sich den Teilnehmern der Vertreterversammlung zur Wahl. Wiedergewählt wurden Dr. Susanne Ganster (zweite von rechts) und Franz Seckinger (rechts) sowie Ulrike Gentner, die verhindert war. Neu gewählt wurde Walter Becker (links), er folgt auf Raphael Herbig (zweiter von links), der ausscheidet. tDer Caritasrat stellte sich den Teilnehmern der Vertreterversammlung zur Wahl. Wiedergewählt wurden Dr. Susanne Ganster (zweite von rechts) und Franz Seckinger (rechts) sowie Ulrike Gentner, die verhindert war. Neu gewählt wurde Walter Becker (links), er folgt auf Raphael Herbig (zweiter von links), der ausscheidet. Caritasverband für die Diözese Speyer

Bei den anstehenden Neuwahlen, nach dem sich die fünfjährige Amtszeit der Mitglieder des Caritasrats am 31.12.2020 endet, wurden Dr. Susanne Ganster, Ulrike Gentner und Franz Seckinger wiedergewählt. Als neues Mitglied kam Walter Becker dazu. Er folgt auf Raphael Herbig, der nach zehn Jahren Caritasrat und sieben Jahre Aufsichtsrat für die Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH ausschied. Herbig wurde für seine Verdienste mit dem Ehrenzeichen in Gold des Deutschen Caritasverbandes ausgezeichnet. 

Text und Fotos: Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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