URL: www.caritas-speyer.de/aktuelles/presse/ehrung-fuer-zwei-besonders-engagierte-menschen-a04b87ea-7c4d-4149-8295-f56a92035148
Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Ehrung für zwei besonders engagierte Menschen

Caritasdirektor Vinzenz du Bellier (Mitte) verlieh Ruth Quell und Eugen Kocher das goldene Ehrenzeichen der Caritas. Caritasdirektor Vinzenz du Bellier (Mitte) verlieh Ruth Quell und Eugen Kocher das goldene Ehrenzeichen der Caritas. Marion Linzmeier-Mehn / Caritasverband Speyer

"Jeder, der heute hier ist, ist durch sein Engagement ein Engel für Menschen, die Unterstützung brauchen. Also sind hier im Saal 550 Engel", sagte der Caritasdirektor Vinzenz du Bellier bei der Begrüßung der Gäste zum Caritas-Tag der Ehrenamtlichen in der Diözese Speyer am Samstag im Saalbau in Neustadt. Zwei besonders engagierten Menschen verlieh er stellvertretend für alle die goldene Ehrennadel der Caritas: Ruth Quell und Eugen Kocher nahmen die Ehrung entgegen.

"Ehrenamtliche sind für uns als Caritas und für unsere Gesellschaft unbezahlbar. Ohne ihren Einsatz wäre unser Gesellschaft ärmer, das Klima kälter." Du Bellier bat Ruth Quell aus Lachen-Speyerdorf auf die Bühne. Die 83-Jährige kam durch eine Zeltlager-Fahrt ihrer Kinder in den sechziger Jahren in Kontakt mit der Pfadfinderbewegung und ist damals als Unterstützung mit in die Ferienfreizeit gefahren. "So fand sie zu ihrem ersten Ehrenamt", erzählte du Bellier. "In den achtziger Jahren hat sie dann den Caritaskreis in Lachen-Speyerdorf mitgegründet und ist dort bis heute aktiv." Der Kreis trifft sich einmal im Monat und koordiniert den ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder. Diese gestalten Seniorennachmittage, besuchen Kranke in der Pfarrgemeinde, gratulieren zum Geburtstag und kochen gemeinsam das Essen zum Fastensonntag.

"Ruth Quell war lange Jahre Mitglied im Pfarrgemeinderat, eine Weile auch als Vorsitzende, hat 1978 den Katholischen Deutschen Frauenbund in Lachen-Speyerdorf gegründet und ist bis heute dessen Vorsitzende", listete du Bellier weitere Aktivitäten auf. "Darüber hinaus hat Ruth Quell über mehrere Jahre im Sommer, wenn die Köchinnen Urlaub hatten, für die 20 bis 25 Gäste des Lichtblicks das Mittagessen gekocht." Der Lichtblick ist eine Tagesbegegnungsstätte des Caritas-Zentrums in Neustadt, wo wohnungslose Menschen ein warmes Mittagessen bekommen und sich treffen können.

"Ab den siebziger Jahren hat sie dann in der Pfarrgemeinde als Katechetin mehrere Firm- und Kommuniongruppen geleitet und war seit Anfang der neunziger Jahre noch zusätzlich als Kommunionhelferin und Lektorin in den Gottesdiensten tätig", berichtete der Caritasdirektor. "Allerdings kam zu dem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement auch noch eine hauptamtliche Tätigkeit dazu, denn nach fünf Jahren Arbeit als ehrenamtliche Pfarrsekretärin folgten noch zwei Jahre im Angestelltenverhältnis."

Auch ihr Mann sei in der Gemeinde aktiv, so du Bellier. Das Ehepaar sei die Anlaufstelle für alle Anliegen der Gemeindemitglieder. "Zu guter Letzt kommt noch dazu, dass beide sehr musikalisch sind, Musik lieben und mit zwei weiteren Musikern die "Klingenden Kurpfälzer" gegründet haben, wo Ruth Quell Akkordeon spielt. Die kleine Gruppe gestaltet die Seniorennachmittage und Adventsgottesdienste der Gemeinde mit."

Im Grunde habe sich die Geehrte fast ihr ganzes Leben lang in ihrer Pfarrgemeinde eingebracht und mit ihrem Engagement ein lebendiges Miteinander unterstützt und gestaltet. "Der Caritasverband dankt ihnen für ihr Engelsein", so Vinzenz du Bellier.

Eugen Kocher hat sich in das Gemeindeleben seiner Pfarrei ebenfalls seit vielen Jahren in vielfältiger Weise eingebracht. Du Bellier zählte auf: Herr Kocher hat sich nach seiner Berufstätigkeit als Herrenschneider und Handelsvertreter engagiert als Kommunionhelfer und Krankenkommunionhelfer, im Krankenhausbesuchsdienst, im Vorsitz des Elisabethenvereins, als Pfarrbriefausträger und Kassierer, im Vorstand des Pfadfinderheims in Edenkoben, im Verein der Freunde und Förderer der Pfadfindet Speyer und nicht zuletzt als Hospizbegleiter." Hospizbegleiter sind Ehrenamtliche, die nach einer Qualifizierung Menschen auf ihrem Sterbeweg begleiten. "Sie haben seit 1995 zuerst in Rülzheim und ab 2001 dann in Neustadt Strebende begleitet und tun das bis heute", so du Bellier. "Das ist ein ganz besonderes Ehrenamt, das einem sehr nahe rückt."

Der 79-jähirge Eugen Kocher hat auch noch ein Hobby, das er in sein Ehrenamt einbringt: Er ist Malkurs-Leiter an der Volkshochschule Edenkoben und gestaltet als Maler so genannte "Seelenbretter". Das sind bemalte Holzteile, die mit Motiven und Zitaten über das Leben und Sterben gestaltet sind. Zwei von ihm gestaltete Werke stehen vor dem Eingang des Hospizes in Neustadt, drei weitere hatte er in den Saalbau mitgebracht und dort ausgestellt.

"Ein weiteres Hobby vom ihm ist das Sammeln von Kreuzen", berichtete du Bellier. "Wird irgendwo ein Haushalt aufgelöst, dann holt er die Kreuze ab, um ihnen in einem würdigen Raum einen Platz zu geben. Allerdings sind es mittlerweile so viele, dass er einen neuen Raum dafür sucht."

So viel Engagement sei manchmal zu Lasten der Familie gegangen. "Er selbst hat gesagt, die Zeit, die er für seinen Sohn nicht hatte, verbringt er jetzt mit seinem Enkel, denn die Familie wohnt nahe beieinander." Seine Frau habe ihm immer den Rücken freigehalten. Sie selbst sei ebenfalls bei der kfd, den Katholischen Frauen Deutschlands aktiv, wo er dann unterstütze, wenn es Plakate oder Fahnen zu gestalten gibt.

Der Bezug zur Caritas sei bei Kocher schon als Kind entstanden: "Er stammt aus eine kinderreichen Familie, die aus der Ukraine vertrieben wurde. Als Kind durfte er zweimal mit der Caritas in eine Kindererholung fahren. Heute bringt er sich für die Caritas als Hospizhelfer ein", beschrieb du Bellier einen Kreis, der sich so geschlossen hat. Kocher selbst sagte: "Solange ich noch kann und ich Menschen in Sterbensangst beistehen kann, so lange werde ich mich weiter einbringen."

Text und Foto: Melanie Müller von Klingspor und Marion Linzmeier-Mehn

Copyright: © caritas  2018