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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

„Wertschätzung für die, die sonst keiner wahrnimmt“

Pontifikalamt 19. September 2021 in PirmasensZum Gedenken an den 200. Todestag von Paul Josef Nardini wurde das Pontifikalamt am Caritas-Sonntag in Pirmasens gefeiert. Markus Herr / Caritasverband für die Diözese Speyer

Für ihre "Initiative Brotausgabe" hat eine Gruppe ehrenamtlich Engagierter der Pfarrei Maria Schutz aus Kaiserslautern den Nardini-Preis des Caritasverbandes für die Diözese Speyer bekommen. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wurde heute, am bundesweiten Caritas-Sonntag, im Rahmen eines Pontifikalamtes mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Weibischof Otto Georgens, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und Dekan Johannes Pioth in der Kirche St. Pirmin in Pirmasens übergeben.

Das Pontifikalamt in Pirmasens wurde auch stellvertretend für den Corona-bedingt abgesagten Katholikentag gefeiert. Zudem wurde mit der Feier dem 200. Todestag des Seligen Paul Josef Nardini gedacht, der als Pfarrer in Pirmasens versucht hatte, die große Not der Bevölkerung zu lindern. Aufgrund der frühen Industrialisierung verelendete damals in Primasens ein großer Teil der Bürger. Deren Not zu lindern stand im Zentrum des Wirkens des jungen Pfarrers. "Nardini hat damals eine Armut angetroffen, die ihm in der Seele weh tat", erzählte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt. "Er hat für sich erkannt, dass er niemals glücklich werden könnte, wenn es ihm nicht gelänge, diese Not zu lindern." Sein Wirken habe gezeigt, was für die Kirche das Wichtigste sein muss: "Menschenliebe muss das Zentrum unseres Tuns sein. Sich im Herzen mitnehmen lassen. Wer den Menschen nicht im Innersten liebt, kann auch Gott nicht lieben."

Einen Scheck über 1000 Euro, eine Urkunde und Rosen: Die "Initiative Brotausgabe" der Pfarrei Maria Schutz aus Kaiserslautern erhält den Nardini-Preis.Einen Scheck über 1000 Euro, eine Urkunde und Rosen: Die "Initiative Brotausgabe" der Pfarrei Maria Schutz aus Kaiserslautern erhält den Nardini-Preis. Markus Herr / Caritasverband für die Diözese Speyer

Weil die "Initiative Brotausgabe" der Ehrenamtlichen der Pfarrei Maria Schutz genau diesem Verständnis folge, habe die Jury des Nardini-Preises für dieses Engagement votiert, sagte der Caritasvorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer in seiner Laudation.  Not begegne uns heute genau wie damals. "Gerade die vergangenen Wochen haben wie unter einem Brennglas den Fokus auf menschliche Bedrängnis gerichtet", so Hundemer. Er nannte die Flutkatastrophe im Ahrtal, die Belastungen durch die Corona-Pandemie, die Waldbrände in vielen Regionen der Erde, die Situation in Afghanistan und die Not Geflüchteter überall auf der Welt als Beispiele für in Bedrängnis geratene Menschen. "Man fühlt sich ja oft hilflos im Angesicht all dieser Nöte. Aber man kann helfen, am besten dort, wo man selbst lebt, in der eigenen Gemeinde, dem eigenen Dorf oder seiner Heimatstadt." So habe es die Brotkorb-Initiative in Kaiserlautern gemacht.

An allen Werktagen kümmert sich eine Gruppe Ehrenamtlicher darum, täglich Lebensmitteltüten mit belegten Broten und Obst zu packen, um sie an rund 30 Menschen auszugeben. "Am Ende des Monats, wenn das Geld knapp wird, sind es oft mehr als die 30", berichtete der Caritasvorsitzende. "Niemand muss dafür seine Bedürftigkeit nachweisen. Viele, die täglich kommen, wollen anonym bleiben." Was die Helferinnen der Pfarrei Maria Schutz neben der Lebensmittelhilfe geben, sei Zeit für Begegnung. "Es geht dabei um Würde. Die Menschen werden nicht abgespeist, sondern man nimmt sich Zeit für sie. Für ein Gespräch auf einer eigens aufgestellten Bank an der Lebensmittelausgabe", erzählte Hundemer.  "Denn viele derer, die täglich kommen, haben wenige Sozialkontakte und häufig viele Probleme."

Finanziert werde die Brotausgabe durch Spenden und aus Mitteln aus dem Opferstock in der Antoniuskapelle der Kirche Maria Schutz. Damit die Hilfe während des Corona-Lockdowns nicht eingestellt werden musste, habe man sogar Lunchpakete an die Haustür der Bedürftigen geliefert. "Für die Nardini-Preis Jury ist in dieser Initiative alles drin, was unser Preis würdigen möchte: Kirchlich-caritatives Engagement, orientiert an der konkreten Not der Menschen vor Ort und voller Wertschätzung für die, die sonst kaum einer wahrnimmt. Ganz im Sinne von Paul Josef Nardini", erklärte Hundemer.

Der Bischof, Christiane Arendt-Stein, Jury-Mitglied und Referentin für Gemeindecaritas beim Caritasverband Speyer, und Schwester Roswitha Schmid, ebenfalls Jury-Mitglied und Oberin der Mallersdorfer Schwestern im Nardinihaus Pirmasens, überreichten sechs stellvertretend für die ganze Gruppe aus Kaiserslautern angereisten Ehrenamtlichen die Nardini-Urkunde, einen Scheck über 1000 Euro und Rosen.

Text: Caritasverband für die Diözese Speyer / Pressestelle Bistum Speyer/Foto: Klaus Landry

 

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