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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

Bischof Wiesemann besucht an Weihnachten St. Christophorus

Bischof Wiesemann spricht zu den Bewohnern"Gott kommt zu den Menschen", lautet Bischof Wiesemanns Botschaft für die Bewohner von St. Christophorus. Andrea Daum / Caritasverband für die Diözese Speyer

Weihnachtsstimmung in St. Christophorus in Kaiserslautern. Stille Nacht erklingt. Das weltweit bekannteste Weihnachtslied, das im Ursprung ein Hirtenlied ist. Die Geschichte der Hirten, die Erinnerung an die Geburt Jesu Christus in Form des Lukas-Evangeliums hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit nach St. Christophorus gebracht. Gemeinsam mit Bewohnern und Mitarbeitern des Caritas-Förderzentrums, das wohnungslosen Menschen in der Stadt und im Landkreis Kaiserslautern Hilfe bietet, feiert er an Heiligabend einen kleinen Gottesdienst. 

"Wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben", sagt Einrichtungsleiter Peter Lehmann. Gefeiert wird unter Corona-Bedingungen. Das bedeutet, dass beim Mitsingen ein bisschen Zurückhaltung angesagt ist, während Isabella Gylla am Klavier und Gregor Gylla an der Gitarre  weihnachtliche Melodien erklingen lassen. Hinter den Masken, die die Gottesdienstteilnehmern an den Tischen tragen, an denen sie Abstand halten, wird leise mitgesungen. Weihnachten ist auch im Förderzentrum, das aktuell rund 80 Menschen aus mehreren Nationen ein Zuhause, ein Dach über dem Kopf bietet, eine besondere Zeit.  

Das Lukas-Evangelium, die Geschichte von Jesu Geburt, habe wohl jeder schon mal gehört, sagt Wiesemann. Im Kindergarten, in der Schule. Es ist die Geschichte von Gott, der zu den Menschen kam. Nicht zu den Königen, nicht zu den Gelehrten, sondern bewusst zu den Hirten. Hirten, das waren in der antiken Gesellschaft  Ausgesetzte, Menschen ohne Rechte, erinnert Wiesemann. 

Es sei bis heute eine wichtige Geschichte. Eine Geschichte von Liebe, eine Geschichte von der Würde des Menschen. "Dafür setzen wir uns ein, setzen Sie sich ein. Hier im Haus", sagt der Bischof. Die Welt sei ungerecht, wenn man nicht mit den Augen Gottes auf sie schaue. Aber jeder könne sich dafür einsetzen, dass die Welt ein besserer Ort werde, ohne Gewalt, ohne Hass. "Wir alle können Botschafter sein, können Friedensstifter sein", betont der Bischof. 

Engel, erzählte er den Menschen im St. Christophorus-Heim, seien ein Licht Gottes. "Da geht uns ein Licht auf, da verstehen wir was, da spüren wir etwas von der Wirklichkeit, dass doch noch etwas mehr in dieser Welt ist", sagt der Bischof. Das wünsche er den Menschen im St-Christophorus-Haus ganz besonders, "dass etwas wie Engel Ihnen in Ihr Herz sprechen kann". Dass etwas in die Herzen komme von dem Frieden, den Weihnachten bedeute. 

"Ich kann mir vorstellen, dass jeder von Ihnen eine eigene Lebensgeschichte mitbringt", sagt der Bischof. Jeder habe Menschen, die einem wichtig waren, denen man begegnen, für die man beten möchte. Zum Abschluss des Gottesdienstes wird gemeinsam gebetet. Damit endet der Besuch des Bischofs im Förderzentrum aber noch nicht. Er nimmt sich  Zeit, um mit den Menschen Gespräche zu führen, hört Geschichten, hört Lebensgeschichten. Lebensgeschichten, die sich viele gar nicht vorstellen können, nicht vorstellen möchten", weiß Peter Lehmann. Der Bischof bekommt einen Einblick in die Arbeit, die 90 Mitarbeiter leisten, die in St. Christophorus mit all seinen Außenstellen arbeiten. Sie kümmern sich im Schnitt um 120 Kunden. Nicht nur an diesem Tag, sondern das ganze Jahr über seien sie für die Menschen da, hebt der Bischof hervor.

Bischof Wiesemann in der KücheBei seinem Besuch in St. Christophorus schaut Bischof Wiesemann auch in der Küche vorbei, wo Mitarbeiterin Anna mit Unterstützung von Bewohnern für die Verpflegung an dem Tag sorgt. Andrea Daum / Caritasverband für die Diözese Speyer

Wie Anna, die an Heiligabend dafür sorgt, dass es nach dem Gottesdienst für jeden ein Mittagessen gibt. Als besondere Zugabe an Weihnachten eine kleine Tüte mit Weihnachtsleckereien. "Da freuen sich viele", weiß sie. Bis 15 Uhr sei sie an Heiligabend im Dienst, erzählt sie. Unterstützt wird sie bei der Essens- und Getränkeausgabe an diesem Tag von Michael und Bernd, zwei Bewohnern. "Die sorgen heute Abend dafür, dass alle etwas zu essen bekommen", erzählt Anna und freut sich über dieses Mitei-nander, das ihr ermöglicht, etwas früher zu ihrer Familie nach Hause zu kommen. 

Bedingt durch Corona, berichtet Einrichtungsleiter Peter Lehmann, habe bei vielen das ständige Unterwegssein müssen, nachgelassen. Es gibt etwas mehr Beständigkeit in der Einrichtung, die sich auf vielfältige Weise um ihre Kunden kümmert. Von der stationären Resozialisierungs- respektive Wiedereingliederungsmaßnahme über die stationäre Eingliederungshilfe bis hin zu Hilfeleistungen ohne eine Aufnahme, das Angebot der Ambulanten Hilfe und das Angebot eines Übernachtungsheims, reicht die Bandbreite der Leistungen, die in Anspruch genommen werden können. Für junge Menschen gibt es eine besondere stationäre Hilfe, die sie beim Aufbau einer persönlichen Lebensperspektive unterstützt.

Und es gibt das Projekt Wilensteiner Hof, das sieben jungen und vier erwachsenen Menschen das Leben in einer kleinen Gemeinschaft ermöglicht. Egon Barth und Joeyline leben auf dem Wilensteiner Hof. Barth schon lange, Joeyline, mit 16 Jahren eine der Jüngsten, noch nicht ganz so lang. "Es ist so schön bei uns, mit den Tieren", sagt Barth. Auch Joeyline fühlt sich wohl auf dem Hof außerhalb der Stadt. Für den Bischofsbesuch sind sie ins St. Christophorus-Haus in der Stadt gekommen. Barth hat sich weihnachtlich eingestimmt, mit roter Nikolausmütze. Vor einem Jahr, erzählt er, habe er die gekauft. "Ich habe noch eine, die blinkt", verrät er lachend. Dass der Bischof an Heiligabend vorbeigeschaut hat, ein offenes Ohr und Herz hatte, freut beide. Es sei wichtig, sagt Joeyline, dass immer jemand da sei, mit dem man reden könne, jemand der zuhöre. So wie ihr und vielen anderen in St. Christophorus, am Wilensteiner Hof. 

Text und Bilder: Andrea Daum für den Caritasverband für die Diözese Speyer



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