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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Ein Zimmer – aber nur auf der Straße!

Aktion Zimmer auf der Straße„Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ – das demonstrierten Vertreter der Stadt und des Kreises Homburg sowie des Caritas-Zentrums Saarpfalz auf dem Christian-Weber-Platz in Homburg – links der Leiter des Caritas-Zentrums Saarpfalz, Andreas Heinz, Bildmitte: Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind.Dieter Schmitt / Caritasverband für die Diözese Speyer

Rund um den runden Wohnzimmertisch sitzen in geselliger Runde Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und der Leiter des Caritas-Zentrums Saarpfalz, Andreas Heinz. Nicht etwa - wie anzunehmen und sonst üblich - im Rathaus oder im Büro der Caritas-Saarpfalz in der Homburger Schanzstraße. Nein, sie haben sich mitten auf dem bekannten Christian-Weber-Platz zusammengesetzt. Man kann gut beobachten, wie viele zwei Mal hingucken müssen. Kaum zu glauben, was die Fußgänger und Radfahrer in der Homburger Innenstadt da zu sehen bekamen.

Das aufgebaute Wohnzimmer mit Schrank, Sesseln, Sofa und einem Fernseher steht symbolisch für ein Zuhause, für Heimat, für Wärme und Kontakt. "Wir wollen öffentlich und darauf aufmerksam machen, wie vielen Menschen das - auch in Homburg - nicht haben", sagt Caritas-Chef Andreas Heinz. "Wir bieten als einzige Einrichtung im Saarpfalz-Kreis den Betroffenen eine Postadresse. Dadurch sind sie wieder krankenversichert und erreichbar, also minimal abgesichert. Allein in Homburg leisten wir das für 49 Wohnungslose. Erschreckend ist, dass immer mehr junge Menschen betroffen sind. 33 von ihnen sind jünger als 35 Jahre. Ebenso alarmierend ist die Tatsache, dass von den 49 dem Jobcenter nur 28 Personen bekannt sind."

Bündnis gegen Wohnungslosigkeit notwendig

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind ist dem Caritas-Zentrum, wie er auf dem Christian-Weber-Platz erklärt, sehr dankbar für diese Arbeit - und sichert der Einrichtung als kurzfristige Unterstützung eine vierstellige Summe für die Weiterführung der Postadressen zu. Den eigentlichen Antrag auf 10.000 Euro Zuschuss kann er aus Haushaltsgründen nicht bewilligen, will allerdings den vollen Unterstützungsbetrag für den Etat 2020 vormerken. Außerdem kündigt er an, dass in Kürze Wohnungslose in Unterkünfte einziehen können, die eigentlich für Flüchtlinge gedacht waren und jetzt nicht mehr benötigt werden.

Caritas-Einrichtungsleiter Andreas Heinz schlägt in der Runde ein weitergehendes Bündnis gegen Wohnungslosigkeit vor. Dass nur ein Teil der Betroffenen beim Jobcenter bekannt sei, zeige, dass man noch enger zusammenarbeiten müsse. Oberbürgermeister Schneidewind begrüßt die Idee: "Das ist ein richtiger Ansatz, alle Akteure sollten sich noch besser abstimmen, damit niemand mehr durchs Raster fällt." Wie genau das Bündnis aussehen soll, blieb zunächst offen. Beide Seiten wollen sich darüber zeitnah austauschen.

INFO
Die Aktion in Homburg ist Teil der Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes. Unter dem Motto "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" weist die Caritas auf die Schwierigkeiten hin, die durch den Mangel an bezahlbarem Wohnraum entstehen.

Weitere Infos: https://www.zuhause-fuer-jeden.de

Die aktuelle Caritas-Studie "Menschenrecht auf Wohnen" zeigt, wie knapper Wohnraum und steigende Mieten tief in das Leben der Menschen eingreifen. Um bezahlbares Wohnen sicherzustellen, sollte die Politik Maßnahmen zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus ergreifen: Dies fordern 84 Prozent der Befragten. Infos zur Studie: https://www.zuhause-fuer-jeden.de/caritas_studie_wohnen/

Text und Bild: Dieter Schmitt für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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