URL: www.caritas-speyer.de/pressemitteilungen/gemeinsam-einen-platz-fuer-wuensche-geschaffen/1302153/
Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Gemeinsam einen Platz für Wünsche geschaffen

Außenansicht Förderzentrum mit Projektmitgliedern im KreiselDer Sandstein mit Platz für die kleinen Wunschsteine wurde im Kreisel des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus einbetoniert. Der mit Sitzmöglichkeiten und viel Grün ausgestattete Kreisel wird regelmäßig als Treffpunkt für die Bewohner und Mitarbeiter des Zentrums genutzt.Yvonne Greiner/Caritasverband für die Diözese Speyer

Den Beginn der inklusiven Kunstwoche des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus mit dem Motto "Was ich mir wünsche" machte am Samstag, 15. September, die Aktion "Wunschstein". Die Veranstaltung fand bei herrlich-sonnigem Wetter direkt am Kreisel vor der Schule des Zentrums in Landau-Queichheim statt. Gleich zu Beginn um 10 Uhr fanden sich die ersten Interessierten für die Aktion ein.

Es gab zwei Möglichkeiten kreativ und handwerklich tätig zu werden. Zum einen wurde auf dem Kreisel ein etwa ein Meter hoher, roter Sandstein einbetoniert, der unter Anleitung des Steinmetzes Armin von Bibus mit Hammer und Meißel bearbeitet werden konnte. Eine zweite Möglichkeit war das Bemalen von weißen Steinen mit Acrylfarben und das Verzieren mit kleinen Sternen, Herzen, Schmetterlingen oder Glitter. Die Steine konnten entweder kreativ bunt oder einfarbig bemalt werden, oder es konnten konkrete Wünsche auf die Steine geschrieben werden.

Über den Vormittag und Nachmittag des Tages herrschte ein stetiges Kommen und Gehen von Besuchern und Interessierten. Viele Bewohner des Caritas-Förderzentrums wurden mit ihren Rollstühlen gebracht oder kamen von sich aus und verfolgten die Arbeiten an den Steinen oder beteiligten sich selbst. Viele Kinder, die regelmäßig über den Familien Entlastenden Dienst des Caritas-Zentrums betreut werden, waren mit ihren Geschwistern oder Angehörigen dort. Auch einige Mitarbeiter des Zentrums kamen mit ihren Familien und beteiligten sich an der Aktion.

Bildhauer neben Stein mit zwei JugendlichenDer Bildhauer Armin Bibus unterstützte die Gäste bei der Aktion „Wunschstein“ bei der Arbeit mit Hammer und Meißel. Der 14-jährige Robin beschäftigte sich drei Stunden lang mit dem roten Sandstein. Yvonne Greiner/Caritasverband für die Diözese Speyer

Armin von Bibus, der als künstlerischer Restaurator in der Region tätig ist und regelmäßig Steinbildhauerkurse in der Kaiserbacher Mühle in Klingenmünster gibt, leitete alle Bildhauer-Anfänger mit viel Engagement und Geduld an. Während mehrerer Stunden hämmerten und meißelten immer mindestens zwei bis drei Kinder, Jugendliche und Erwachsene an dem Stein. Besonders engagiert bei der Steinmetzarbeit war der in Queichheim wohnende 14-jährige Robin. Gleich zu Beginn des Tages nahm er unter Anleitung des Bildhauers Hammer und Meißel in die Hand und arbeitete sich mit der Zeit immer geschickter durch den Stein. Die Werkzeuge legte er erst drei Stunden später aus der Hand, als ihn sein Vater mit seinen Geschwistern für einen Termin abholen musste. 

Türkisfarbener Stein mit der Aufschrift "Glück", aufgeklebten Sternchen und Regenbogen„Glück“ hat sich ein Besucher der Kunstaktion gewünscht. Yvonne Greiner/Caritasverband für die Diözese Speyer

Auch Thomas Jakob, der in der Außenstelle des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus in Herxheim wohnt, half kräftig mit, die vorgesehenen Kuhlen in den Sandstein zu meißeln. Diese Kuhlen waren dafür vorgesehen, dass die bemalten oder mit einem Wunsch beschrifteten Steine hineingelegt werden können. Wer keinen Stein bemalt hatte, konnte auch einfach seine Hand an den Sandstein legen und sich so etwas wünschen. Die kleinen Rituale können auch nach diesem Tag beibehalten werden, denn der Sandstein wird den Kreisel in Zukunft dauerhaft schmücken. Der mit Sitzmöglichkeiten und viel Grün ausgestattete Kreisel wird regelmäßig als Treffpunkt für die Bewohner und Mitarbeiter des Zentrums genutzt, die nun dort einen Ort haben, an dem ihre Wünsche einen konkreten Platz haben.

Die Gäste wurden während der ganzen Veranstaltung von Mitarbeitern des Caritas-Förderzentrums betreut. Unterstützt wurden sie an diesem Tag von der 19-jährigen Alina Grimm, die sich am Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar beteiligte, der unter dem Motto stand "Wir schaffen was". Die Aktion im Caritas-Förderzentrum in Queichheim, bei der behinderte und nicht-behinderte Menschen etwas gemeinsam machen, hat sie sich gezielt ausgesucht. Erst im Juni diesen Jahres war Alina Grimm von einem Freiwilligen Sozialen Jahr aus Costa Rica zurückgekehrt. Sie half dort bei einer Grundschule in einem kleineren Ort nahe der Hauptstadt San José mit. Sie erläuterte, dass das Besondere an dieser Schule war, dass dort sowohl Schulklassen mit nicht-behinderten Kindern als auch Schulklassen mit behinderten Kindern unterrichtet wurden. Die pädagogischen Konzepte konnten dadurch an die jeweiligen Bedürfnisse der Klassen angepasst werden. Die nicht-behinderten und behinderten Schülerinnen und Schüler hatten in den Pausen und bei anderen Gelegenheiten regelmäßig Kontakt miteinander, dadurch war ihnen der Umgang miteinander vertraut. Ein Konzept, das sich Alina Grimm auch für deutsche Schulen wünschen würde.

Claudia Cuntz, die in der Leitung des Ambulanten Dienstes des Förderzentrums tätig ist, erklärte zu den Aktionen im Zuge der inklusiven Woche: "Behinderte Menschen sind oft eher unter sich. Wir wollen mit diesen Aktionen Begegnung von behinderten und nicht-behinderten Menschen schaffen, damit der Umgang miteinander selbstverständlicher und vertrauter wird." Ein Ziel, das bei dieser ersten Aktion erreicht worden ist.

Text und Fotos: Yvonne Greiner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

Copyright: © caritas  2018