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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Gemeinsam Kunst gestalten und Inklusion erleben

Inklusive Kunstwoche Finissage 3a"Machen Sie weiter so:" Landaus Kulturdezernent Maximilian Ingenthron hob den inklusiven Ansatz und die vielfältigen Werke hervor, die in der Kunstwoche entstanden.Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

45 Projekte, 700 Teilnehmer, jede Menge Bilder, Skulpturen, Collagen, Musik und vieles andere: Den Abschluss seiner ersten Inklusiven Kunstwoche hat das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus am Freitag im Alten Kaufhaus in Landau gefeiert. Bei der Finissage am Freitag, 21. September, hatte die interessierte Öffentlichkeit Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

Eine Woche lang, vom 15. bis 21. September, bot das Förderzentrum an seinen Standorten in Landau und in der Südpfalz viele Angebote speziell für Bewohner und Schüler des Förderzentrums, aber auch Mitmachaktionen für alle, die Lust hatten, kreativ zu sein.

Nur, weil Menschen eine Behinderung haben, heißt das nicht, dass sie keine Talente besitzen. Die Kunstwoche sollte ihnen die Chance geben, diese Talente auszuleben und zu entfalten. Das betonte Thomas Moser, Gesamtleiter des Caritas-Förderzentrums, in seiner Ansprache. Dass nicht behinderte und Menschen mit Handicap gemeinsam Kunst erschufen, "war ein weiterer Motivationsfaktor", so Moser. Ausdrücklich wies er auf das Motto der Kunstwoche hin: "Was ich mir wünsche." "Es war uns wichtig, dass Menschen mit Behinderung nach ihren Wünschen gefragt werden, denn es ist nicht selbstverständlich, dass sie gefragt werden." Er bedauerte, dass das Alte Kaufhaus nicht genügend Platz bot, um alle Kunstwerke zu zeigen. So konnte nur ein kleiner Bruchteil präsentiert werden.

Zwei von unzähligen Werken bestehend aus Actionpainting und einer Stoffcollage.Zwei von unzähligen Werken bestehend aus Actionpainting und einer Stoffcollage.Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

Moser lobte die entstandene Kunst und Landaus Kulturdezernent Maximilian Ingenthron stimmte zu. Er sei "tief beeindruckt" über das Gesamtkunstwerk, das aus vielen Bausteinen zusammengesetzt wurde, sagte Ingenthron: "Sie haben gezeigt, was in Ihnen steckt." Er freute sich auch über den inklusiven Ansatz, dass das Caritas-Förderzentrum mit vielen Menschen in und um Landau ins Gespräch gekommen ist. "Gehen Sie diesen Weg weiter", rief er den Teilnehmern zu. "Ihr seid tolle Vorbilder."

Während der Kunstwoche schufen Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam Werke, unter anderem mit Künstlern, Schülern der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rülzheim, der Universität Landau, dem Sonderpädagogischen Lehrgang des Caritasverbandes oder mit Passanten in der Landauer Innenstadt. Die Teilnehmer haben sich auf viele verschiedene Weise künstlerisch ausgedrückt - nicht nur durch Bilder und Skulpturen, sondern auch durch Siebdrucke, Collagen oder Graffiti. Sie haben Steine bearbeitet und Sitzplätze gestaltet, einen Wunschbaum mit Schmetterlingen gefertigt und eine Treppe auf der Alla-hopp-Anlage in Rülzheim verschönert. Förderschüler aus Herxheim haben unter Anleitung ein Treibholzschiff gebaut.

Förderschüler aus Herxheim haben ein Treibholzschiff gebaut, ihre Wünsche auf Stoff geschrieben und am Segel befestigt. Diese Schiffchen standen stellvertretend für das große Werk.Förderschüler aus Herxheim haben ein Treibholzschiff gebaut, ihre Wünsche auf Stoff geschrieben und am Segel befestigt. Diese Schiffchen standen stellvertretend für das große Werk. Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

Ihre Wünsche haben sie auf Stoff geschrieben und ans Segel befestigt. In einer spontanen entstand aus Euro-Paletten ein Thron, der leuchtend rot angemalt wurde und am Freitag Passanten vor dem Alten Kaufhaus zum Sitzen einlud. Aktion Alexander Hahn stellte alle 45 Projekte der Kunstwoche kurz vor. Er ist Organisator der Kunstwoche und leitet am Caritas-Förderzentrum das Projekt Leben in Landau inklusiv ("LiLi"), bei dem Ehrenamtliche Zeit mit Menschen mit Handicap verbringen. Die Kunstwoche fand mit Unterstützung von "LiLi" statt.

Alle Bereiche des Caritas-Förderzentrums vom integrativen Kindergarten über Tagesförderstätte, Wohnheime und Wohngruppen, Ambulantes Betreutes Wohnen bis hin zu den Förderschulen beteiligten sich an der Kunstwoche. Allein in der Förderschule in Landau-Queichheim fanden 19 Projekte statt. Die Mädchen und Jungen lernten verschiedene Maltechniken kennen, schufen Kunst aus Naturmaterialien und Lego, gestalteten Schmuck, spielten Schattentheater und tanzten Hip-Hop und mit Rollstühlen, schöpften Papier, formten Ton und fertigen Schmuckstücke. In einem Workshop entstand mit Hilfe von Rapper Graf Fidi aus Berlin ein Rap-Song.

Steinarbeiten und im Hintergrund ein Lebensbaum mit Schmetterlingen, die Wünsche übermitteln. Steinarbeiten und im Hintergrund ein Lebensbaum mit Schmetterlingen, die Wünsche übermitteln. Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

Die Schüler hatten dem Musiker Begriffe über ihre Schule genannt, der daraus Reime textete. Bei der Abschlussveranstaltung rappte Graf Fidi mit den Workshop-Teilnehmern den neuen Schul-Song "Wie die anderen" mit dem Refrain "Es ist normal, verschieden zu sein". Die Gruppe erntete nicht nur tosenden Applaus, sondern musste als Zugabe das Lied noch einmal rappen.

 

 

 

Willi Wohnheim heißt diese Figur – eine Collage, die aus Teilen von zwölf verschiedenen Menschen Willi Wohnheim heißt diese Figur – eine Collage, die aus Teilen von zwölf verschiedenen Menschen zusammengesetzt ist. Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

Die Ausstellung im und am Alten Rathaus war bis Freitagnachmittag geöffnet. Bis zum 29. September zeigt das Haus des Sehens ins Landau eine Ausstellung mit dem Titel "Wunschgedanken". Zu sehen sind 16 großformatige Schwarz-Weiß-Fotos von Fotograf Jacksenn. Er hat Bewohner des Caritas-Förderzentrums nach ihren Wünschen gefragt und sie porträtiert.

Text und Fotos: Yvette Wagner für den Caritasverband Speyer

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