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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

„Hilfe für Menschen in Not war und ist ein Wesenszug von Kirche“

Auftakt zum JubiläumFreuen sich aufs Jubiläum: die Beraterinnen des Zentrums (von links) Yvonne Neufeld, Pia Giammeluca, Beate Czodrowski, Monika Oberfrank, Stefanie Gutting und Katrin Allig.Brigitte Deiters / Caritasverband Speyer

1919: Vier katholische Pfarrer sahen in der Nachkriegszeit die große Not der Menschen. Sie waren sich einig: Da müssen wir helfen, und wir müssen unsere Hilfe strukturiert anbieten. Der Stadtcaritasverband Ludwigshafen wurde gegründet.

100 Jahre später sagt Beate Czodrowski: "Schon damals handelten die Pfarrer nach unserem Slogan: Not sehen und handeln. Wir sehen, dieser Slogan hat nichts an Aktualität eingebüßt."

Beate Czodrowski ist Leiterin des Caritas-Zentrums Ludwigshafen. Mit seinen jetzt 100 Jahren ist das Zentrum sogar noch älter als der Diözesan-Caritasverband, der "erst" 1920 gegründet wurde. Sie ist stolz darauf, dass sich  in den vergangenen 100 Jahren ein professioneller Verband mit einem politischen und karitativen Auftrag entwickelt hat, "und dass wir heute als Marke bekannt und anerkannt sind."

Kriegsheimkehrer und Kriegsgefangene waren es damals, die bei den Pfarrern Hilfe suchten. In vielen Familien war die Not nach dem Krieg groß, viele Menschen an Tuberkulose erkrankt. Und eine wichtige Parallele zu heute sieht Czodrowski: "Damals herrschte eine große Wohnungsnot." Der Caritasverband versuchte die Not zu lindern und organisierte beispielsweise die ersten Landverschickungen für Kinder.

"Jeder Mensch braucht ein Zuhause" lautete die Jahreskampagne von Caritas Deutschland im vergangenen Jahr. Ein Blick in den Jahresbericht des Ludwigshafener Zentrums zeigt, dass Wohnungsnot auch in der Caritas-Beratungsarbeit eine ganz große Rolle spielte. Sie zog sich quer durch alle Beratungsfelder - allen voran in der Allgemeinen Sozialberatung, in der Schwangerschaftsberatung, aber auch beim Fachdienst Migration und Integration.

Ein Großteil der Beratungstätigkeit entfällt auf die Allgemeine Sozialberatung: 629 Menschen suchten hier Hilfe. Wohnungsprobleme standen bei den Problemen an erster Stelle, dicht gefolgt von finanziellen Problemen. "Wenn wir nur Beratung machen würden, könnten wir den Menschen nicht ausreichend helfen und würden schnell an Grenzen stoßen", weiß Czodrowski. "Deshalb waren wir Gründungsmitglied im Aktionsbündnis Wohnen, denn als Verband müssen wir auch versuchen, Einfluss zu nehmen und in Gremien etwas zu bewegen." Die Gründung des Aktionsbündnisses sei daher "ein bewusster Entschluss" gewesen.

"Hilfe für Menschen in Not war und ist ein Wesenszug von Kirche", betont die Zentrumsleiterin. "Vor allem die Arbeit in der Allgemeinen Sozialberatung ist fast ausschließlich aus Kirchensteuermitteln finanziert", fügt sie hinzu.

Was sich in 100 Jahren allerdings geändert hat, ist die Art der Kontaktaufnahme. Während früher die Menschen beim Pfarrer geklingelt haben, können sie heute ihre Termine online ausmachen, sie können sich sogar online beraten lassen oder an Beratungschats teilnehmen. "Wir müssen alle Chancen der Digitalisierung nutzen, sonst sind wir abgehängt, und die Leute suchen sich anderswo Unterstützung", weiß Czodrowski. Und so ist die Jahreskampagne von Caritas in diesem Jahr nicht weniger aktuell als 2018: Sie lautet "Sozial braucht digital."

Das Jubiläum feiert das Caritas-Zentrum mit einem Festakt am Freitag, 20.09.2019. mit geladenen Gästen.

Text und Bilder: Brigitte Deiters für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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