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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

Hilfe und Unterstützung sind willkommen

Stephan Abel leistet seinen Bundesfreiwilligendienst im Caritas-Zentrum NeustadtStephan Abel ist bei seinem Bundesfreiwilligendienst im Caritas-Zentrum in vielen Bereichen tätig, unter anderem auch am PCYvette Wagner / Caritasverband Speyer

Für Stephan Abel ist der Bundesfreiwilligendienst die Möglichkeit, sich sinnvoll zu engagieren.  Er hatte sich zunächst für ein Jahr verpflichtet, dann aber auf anderthalb Jahre aufgestockt. Aber diese Höchstdauer des Bundesfreiwilligendienstes reicht dem 55-Jährigen nicht. Er möchte auch nach dieser Zeit für das Caritas-Zentrum Neustadt als Freiwilliger arbeiten.

Viele junge Menschen nutzen den Bundesfreiwilligendienst, um nach der Schule Erfahrungen zu sammeln, in die Berufswelt hinein zu schnuppern oder Zeit bis zur Ausbildung zu überbrücken. Auf den 55-jährigen Stephan Abel trifft das nicht zu. Für ihn gehört soziales Engagement selbstverständlich zu seinem Leben. Es ist für ihn - wie er selbst sagt - ein "Grundsatz". Abel bringt sich bereits ehrenamtlich in zwei Vereinen ein, arbeitet als Bademeister. Schon immer habe er Menschen Hilfestellungen gegeben, sagt er. 

Auch die letzten zweieinhalb Jahre seiner Berufstätigkeit waren von sozialer Arbeit geprägt: Sein Unternehmen lieh ihn an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus; sein Einsatzort war die Heidelberger Erstaufnahmeeinrichtung. Er nahm zum Beispiel Asylanträge auf oder kümmerte sich um den Informationsfluss. "Dort habe ich sehr viel Respekt erfahren von Flüchtlingen und vom Personal", sagt Abel begeistert.

Gerne hätte er dort weitergemacht, was aber aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht möglich war. Da traf es sich gut, dass sein Arbeitgeber ein Vorruhestandsprogramm anbot, das an eine besondere Auflage geknüpft war: Wer es in Anspruch nahm, sollte sich mindestens ein Jahr lang sozial engagieren. "Das fand ich gut", meint Stephan
Abel. Für ihn auch passend, dass der Bundesfreiwilligendienst allen offen steht - eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.

Abel bewarb sich bei verschiedenen Stellen, unter anderen beim Caritas-Zentrum in Neustadt. Hier war seine Hilfe sehr willkommen. Seit November 2018 "unterstütze ich hier alles, was geht", sagt er. Er ist der Mann für alles, langweilig wird ihm nicht: Abel übernimmt Hausmeistertätigkeiten, Kopierarbeiten und Botengänge. Er arbeitet der Verwaltung zu, renovierte Räume und half einer Kollegin beim Umzug. In der Außenstelle Bad Dürkheim hat er eine kleine Küche eingebaut. Am Empfang ist er Ansprechpartner und nimmt Telefonate entgegen. Zu Stephan Abels Arbeit gehört nicht zuletzt, sich Zeit zu nehmen und Klienten zuzuhören. Gegenseitiger Respekt ist dem 55-Jährigen besonders wichtig. "Ich behandele andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte."

Stephan Abel bringt eine Menge Wissen und Lebenserfahrung in seine freiwillige Tätigkeit ein. Gleichzeitig lernt er aber noch viel hinzu, denn zum Bundesfreiwilligendienst gehören auch Seminare. Themen waren bisher unter anderem politische Bildung oder Stressbewältigung. Die Freiwilligen unternahmen außerdem Exkursionen zum ZDF  oder setzten sich in Rollstühle und bewegten sich so durch Mannheim, um sich in die Lage von Menschen mit Behinderung hineinzuversetzen. Abel schätzt die Seminartage sehr, da er Zeit mit Gleichgesinnten verbring en kann - zu denen zahlreiche Zugewanderte zählen. So erhält er zudem Einblicke in andere Kulturen. Für ihn geben die Seminare neue Perspektiven, sie öffnen die Augen.

"Der Bundesfreiwilligendienst prägt die Menschen", meint er. Für ihre freiwillige Tätigkeit würden die Teilnehmer  Wertschätzung und Respekt erfahren. "Das ist ein sehr hohes Gut", betont Stephan Abel. Er schätzt die Arbeit mit Menschen und die Chance, trotz Ruhestand die Verbindung zum Arbeitsleben halten zu können. Deshalb hat er seinen Dienst sogar um ein halbes Jahr verlängert.

Aber etwas stört ihn am Bundesfreiwilligendienst sehr: "Ich muss fünf Jahre warten, bevor ich wieder einen Bundesfreiwilligendienst beginnen darf. Das finde ich absolut ungerecht." Er könne und wolle helfen, er nehme niemandem einen Job weg, erklärt er. "Aber mir und anderen wird es verwehrt." Fest steht: Stephan Abel möchte gerne weiter für das Caritas-Zentrum Neustadt tätig sein, hat bei Leiter Johannes Keuck schon angefragt. Jetzt gilt es, eine Lösung zu finden. 

Bundesfreiwilligendienst mit dem Caritasverband  für die Diözese Speyer e.V.

Freiwilligendienste sollen eine Zeit der Orientierung sein.  Sie geben die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, soziale Berufsfelder kennen zu lernen und vor allem Gutes zu tun. Der Kontakt zu hilfsbedürftigen Menschen und die Anerkennung und der Dank, den man für seine Hilfe erhält, sind unbezahlbare Erfahrungen im Freiwilligendienst.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist eine gesetzlich geregelte Form sozialen Engagements.  Im Gegensatz zum freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) ist der BFD altersoffen. Ansonsten gibt es für die Freiwilligen keine Unterschiede zwischen den beiden Diensten.

Der Caritasverband für die Diözese Speyer e.V. betreut im Jahr ca. 80 Freiwillige im BFD in verschiedenen Einrichtungen im Bistum Speyer.

Eckdaten zum BFD mit dem Caritasverband Speyer:

  • Einrichtungen: Krankenhäuser, Altenheime, integrative Kitas, Werkstätten, Wohnheime und Förderzentren für beeinträchtigte Menschen, Wohnungslosenhilfe, Beratungszentren und vieles mehr
  • Einsatzbereiche: unter anderem Pflege, Betreuung, Verwaltung, Haustechnik, Fahrdienste, gärtnerische Tätigkeiten.
  • Taschengeld in Höhe von 500 Euro (in Vollzeit)
  • Dienstzeit 6 bis 18 Monaten, Voll- oder Teilzeit
  • Beginn jederzeit möglich
  • Sozialversicherung (Renten-/Unfall-/Pflege-/Krankenversicherung)
  • Begleitende Bildungsseminare
  • ab 15 Jahren bis ins Rentenalter

Nähere Informationen sind auf der Internetseite des Caritasverbands zu finden:

https://www.caritas-speyer.de/jobs-und-bildung/freiwilligendienste/bfd

Kontaktdaten

@: bfd@caritas-speyer.de

Tel.: 06232 / 209 -240/-167/-151/-168/-204.

Text und Bild. Yvette Wagner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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