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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

“Ich will mich einmischen“

Bruno Kühn hält seine Abschiedsrede. Links neben ihm steht der Caritasvorsitzende, Karl Ludwig Hundemer. Abschiedsfeier: Caritasvorsitzender Karl-Ludwig Hundemer (links) verabschiedet den Leiter des Caritas-Zentrums Landau, Bruno Kühn, in den Ruhestand. Wipress / Caritasverband Speyer

Leitungswechsel beim Caritas-Zentrum Landau: Mit 80 Gästen wurden am 16. August im Pfarrheim St. Albert der bisherige Leiter des Caritas-Zentrums, Bruno Kühn, verabschiedet und die neue Leiterin Elisabeth Traunmüller vorgestellt. 20 Jahre lang hatte Kühn die Leitung inne - mit der 36-jährigen Elisabeth Traunmüller schafft das Zentrum auch einen Generationenwechsel.

Der Vorsitzende des Caritas-Verbandes für die Diözese Speyer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und die Leiterin der Abteilung Soziales, Barbara Aßmann würdigten die Verdienste Kühns, der in den Ruhestand geht. Sie begrüßten die Persönlichkeit und die aus Sicht des Caritas-Verbandes optimalen Kompetenzen Traunmüllers für ihre neue Leitungsaufgabe. Kühn und Traunmüller selbst bekundeten in Rück- beziehungsweise Ausblicken ihre Dankbarkeit für die Unterstützung durch Weggefährten.

Kühn arbeitete 28 Jahre lang für die Caritas - die letzten 20 Jahre als Leiter des Caritas-Zentrums. Anfangs hieß es noch Caritas-Sekretariat Landau. "Bruno Kühn hat die Caritas im wahrsten Sinne des Wortes vom Rand ins Zentrum der Stadt gebracht, und die Caritas-Arbeit in der ganzen Südpfalz bekannt und verlässlich gemacht", attestierte Karl-Ludwig Hundemer dem scheidenden Einrichtungsleiter. 1990 war der Südpfälzer, der heute in Annweiler lebt und sein Studium der Sozialen Arbeit in Mainz absolviert hatte, in die Dienste der Caritas getreten. Zunächst war er Leiter der Aussiedlereinrichtung im Feriendorf "Eichwald" in Gossersweiler-Stein. 1998 hatte Kühn sich um die frei gewordene Stelle des Leiters des Caritas-Sekretariats beworben und war vom damaligen Caritasdirektor Alfons Henrich auch darauf berufen worden. Henrich war nun auch zur Feierstunde zum Abschied Kühns gekommen. Hundemer bestätigte Kühn, dass er mit Leidenschaft und Tatkraft das Caritas-Zentrum und dessen Angebot stetig vorangebracht habe. Als besondere Auszeichnung heftete er Kühn das Flammenkreuz in Gold des Deutschen Caritasverbandes ans Revers: "Ich sage damit von Herzen Danke für Ihr Wirken im Caritas-Verband für die Diözese Speyer, für Ihre Glaubwürdigkeit im Handeln und für Ihren vorbildlichen Einsatz für die Menschen in Not."

Lob äußerte auch Frank Kotterer im Namen der Mitarbeitervertretung. Er charakterisierte den langjährigen Chef als "Pragmatiker des sozialen Handelns", dessen Engagement nach dem Prinzip "Not sehen und handeln" das Caritas-Zentrum nachhaltig geprägt habe. Für die nun anbrechende Lebensphase der "späten Freiheit" - im Sinne des bekannten Gerontologen Leopold Rosenmayr - wünschte er Kühn, dass er gemeinsam mit seiner Ehefrau Walburga das sich jetzt bietende schöpferische Potenzial erfolgreich nutzen können möge: "In der späten Freiheit muss man nichts mehr tun, was sich rentiert, sondern man kann das tun, was sich lohnt". Elisabeth Traunmüller wünschte Kotterer einen erfolgreichen Start und eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit für die Zukunft.

In seiner Abschiedsrede gab Kühn selbst einen Rückblick auf Entwicklungen während seiner Jahre im Dienst der Caritas. Bezugspunkt dabei war die Rolle des Schreibtisches in seinem Arbeitsleben, den er in Anlehnung an eine Textpassage aus Reinhard Meys Lied vom "Bär, der ein Bär bleiben wollte" einführte: Ein Bär, der sich unversehens in einer großen Fabrik wiederfindet, kommt nach mehreren Stationen bei wichtigen Führungskräften hinter wuchtigen Schreibtischen schließlich zum Präsidenten des Unternehmens. "Der war so mächtig, dass er keinen Schreibtisch mehr besaß - und keine Krawatte tragen musste". Auch er, Kühn, habe zum Start als Leiter der Aussiedlereinrichtung keinen Schreibtisch gehabt, allerdings weil aufgrund der rasanten Entwicklungen damals der Raum für sein geplantes Büro anderweitig genutzt werden musste. "Wir blieben in Bewegung, orientierten uns an den zentralen Themen der Zeit, waren offen und ansprechbar für neue, oft drängende Herausforderungen."

Zwei Aspekte seien in seinem beruflichen Handeln immer wichtig gewesen, fügte Kühn an: ehrenamtliches Engagement in die Projekte einzubinden und das Ehrenamt entsprechend zu würdigen und zweitens, "neben aller Betriebsamkeit den Einzelnen nicht zu übersehen oder gar zu vernachlässigen". Und so danke er allen hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Mitstreitern für deren Engagement. Ein herzliches Dankeschön Kühns ging aber auch an seine Ehefrau Walburga, die seine zuweilen auch den privaten Alltag nicht unbelastet lassende Arbeit immer gestützt habe. Diese Unterstützung hatten zuvor auch schon Hundemer und Aßmann ausdrücklich gewürdigt.

Der Caritasvorsitzende Karl-Ludwig Hundemer überreicht Elisabeth Traunmüller Begrüßungsgeschenke.Wird als neue Leiterin begrüßt: Caritasvorsitzender Karl-Ludwig Hundemer überreicht Elisabeth Traunmüller als Nachfolgerin von Bruno Kühn eine Caritastasche. Wipress / Caritasverband Speyer

Barbara Aßmann schilderte den bewegten Lebenslauf der Nachfolgerin Elisabeth Traunmüller. Die gebürtige Österreicherin lebt nach Stationen in vielen Teilen der Welt heute in Landau-Godramstein. Sie hat Religionswissenschaft und Archäologie sowie Management studiert und setzt einen wissenschaftlichen Schwerpunkt bei christlicher Unternehmenskultur. "Wir haben uns für eine Führungskraft mit mehrjähriger Erfahrung in Kommunikations- und Veranstaltungsarbeit entschieden, die viel Freude an Netzwerkarbeit hat. Sie ist eine Frau mit umfassender Erfahrung in Management und Personalführung und einer Begeisterungsfähigkeit, die ansteckt", fasste Aßmann zusammen.

Traunmüller sagte: "Ich freue mich sehr auf die Arbeit im Caritas-Zentrum. Der Wechsel von der Wissenschaft in die soziale Arbeit bedeutet, sich einzumischen." Das täten Menschen wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas jeden Tag. "Auch ich will mich einmischen", so Traunmüller. Denn auch in ihr Leben hätten sich Menschen zum Glück eingemischt. Als sie mit 15 Jahren schwanger war, seien Menschen da gewesen, die ihr weitergeholfen hätten. "Hilfe für Menschen in schwierigen Situationen zu leisten, ist daher ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Das will ich mit den Caritas-Mitarbeitern gemeinsam umsetzen." Ihrem Vorgänger Bruno Kühn zollte sie großen Respekt und dankte ihm, dass er ihr noch eine kurze Zeit zur Seite stehen werde.

Vor den Gästen hält Karl-Ludwig Hundemer eine Rede. In der ersten Reihe links Bruno Kühn, dritte von links Elisabeth Traunmüller.Leitungswechsel im Caritas-Zentrum Landau: Bruno Kühn (links) wurde in den Ruhestand verabschiedet. Ihm folgt Elisabeth Traunmüller (dritte von links) nach. Wipress / Caritasverband Speyer

Der Landrat der Südlichen Weinstraße, Dietmar Seefeldt und der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit Thomas Gebhardt dankten in ihren Grußworten Bruno Kühn für sein persönliches Engagement und seine Aufbauarbeit für die soziale Arbeit an der Südlichen Weinstraße. Seefeldt attestierte ihm: "Sie haben immer Anteil genommen am Schicksal derjenigen, die Hilfe suchten, und waren dabei immer fair und nie verletzend - das zeichnet Sie aus". Landaus katholischer Dekan Axel Brecht hob die Bedeutung der Aufgabe hervor, die Hilfeleister wie die Caritas als "drittes Standbein" der Gesellschaft neben einer sozialen Politik und einer funktionierenden Wirtschaft übernehmen. Wie bei einem Kamerastativ - das er zur Illustration mitgebracht hatte - verleihe das dritte Bein Standfestigkeit und könne den Schwerpunkt justieren.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Barbara Meier am Cello, die Bruno Kühn am Keyboard begleitete.

Text und Foto: Henning Wiechers und Waltraud Itschner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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