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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

Kunst mitten im Grünen

Bilder von Bernhardt Junker sind farbig und ausdrucksstark.

Das Förderzentrum beziehungsweise dessen Klienten beteiligen sich selbst - vor allem mit Konzerten -  an der Veranstaltungsreihe im Hack-Garten. Diesmal bildete Kunst den Anlass für die Einladung. Zu der Veranstaltung hatte sich eine kleine Schar von interessierten Zuhörern im eingefunden. Sie fanden Platz im Pavillon, der bei Veranstaltungen auch als Bühne diente und mit Bücherregal, Tisch und Sitzbank so gemütlich wie ein Wohnzimmer - mitten im Grünen - eingerichtet ist.

Bernhardt Junker und Ulrich im Hack-GartenDas Werk des Künstlers Bernhardt Junker (rechts) wird Ulrich Thul, ebenfalls Künstler im Atelierhaus im Ehemaligen Umspannwerk, im Hack-Garten vorgestellt. Caritasverband Speyer

Bernhardt Junker, der regelmäßig das Atelier Max in St. Johannes besucht, wurde zunächst von Ulrich Thul, Leiter der Tagesstätte des Förderzentrums, vorgestellt. Thul, selbst Künstler und im Atelierhaus im Ehemaligen Umspannhaus aktiv, ist auch Wegbegleiter von Bernhardt Junker und konnte so seinen Lebensweg einfühlsam nachzeichnen. Dabei verwendete er eigene Aussagen von Bernhardt Junker, der sich zunächst zurückhielt, aber dann im Lauf der Veranstaltung hier und da auch selbst das Wort ergriff: "Mit elf Jahren fing ich an zu malen, um die Spannung abzubauen. Eines Abends hörte ich einen Krimi im Radio", erzählte der in Friedrichshafen am Bodensee geborene Junker. Bereits in der Schule wurde eine seiner Arbeiten mit einem Preis ausgezeichnet. Eine erste Ausstellung fand  noch in seiner Heimat statt.

Gleichzeitig entdeckte er seine Begeisterung für die Musik. Heute spielt er in der Band "Blues Yellows", die aus Mitarbeitern und Klienten des Förderzentrums besteht. Nach seinem Umzug in die Pfalz um 1980 herum widmete er sich neben seiner Arbeit als Schreiner  der Malerei.

Holzskulpturen von Bernhardt Junker

Auf erste Ausstellungen in der Kneipe "Klimperkiste" in der Heinigstraße folgten immer wieder Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen, darunter im Kunstverein in Mayen 2010, im Kunsthaus Oggersheim 2011, bei der europäischen Rechtsakademie 2013 und weitere sowie. Aktuell nimmt er an der Ausstellung "Gewächse der Seele" im Hack-Museum teil. Eines seiner Bilder hängt sogar in der Staatskanzlei in Mainz: "Im Konferenzzimmer", wie Bernhardt Junker stolz berichtet.

Als Beispiele der künstlerischen Entwicklung stellte Junker zunächst seine Zeichnungen und Tusche-Arbeiten vor, die bereits seine charakteristischen Elemente zeigen: "Die Bilder sind bewusst gestaltet und gleichzeitig aber auch von Zufälligkeiten geprägt", beschrieb Ulrich Thul den Stil von Bernhardt Junker als "Spiel von Formen und Farben".

In späteren Jahren malte der Künstler farbige und ausdrucksstarke Bilder, in denen einfühlsam sein Seelenleben einfließt: "Liebe, Ohnmacht, Narben und Verwundungen, Heilung, Verarbeitung von schlechten Erfahrungen und Ehrgeiz", schildert  Ulrich Thul, was den 66-Jährigen beim Malen bewegt.

Er malt vor allem abstrakt, mit konkreten Elementen - ein "stimmiges Ganzes" sei der Eindruck, den Betrachter der Bilder haben - so auch die Besucher, die Bernhardt Junker Lob und Komplimente für seine Kunst aussprechen. Ulrich Thul ist ebenfalls überzeugt: "Es lohnt sich, sich mit den Bildern zu beschäftigen" - eine Meinung, die die Besucher gerne mit ihm teilen -  ebenso Theresia Kiefer, Kuratorin vom benachbarten Hack-Museum, die das Werkstattgespräch besuchte.

Auch den Besucher gefiel das facettenreiche Schaffen, das auch beeindruckende Skulpturen beinhaltet. Unter den Interessierten waren auch Gärtner, die im Hack-Garten aktiv sind wie Gabriele Vetter. Die Ludwigshafenerin betätigt sich schon seit mehreren Jahren im Hack-Garten. Sie und ihre Mitstreiter freuen sich, dass die Klienten des Caritas-Förderzentrums St. Johannes und St. Michael nach dem Umzug von Friesenheim zurück in ihr neuerrichtetes Domizil in der Kaiser-Wilhelm-Straße  - und damit auch im Hack-Garten - sind.

Text und Bilder: Caritasverband für die Diözese Speyer

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