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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

“Von pragmatischer Robustheit und zäh im Verhandeln“

Mitte August haben sie ihre Arbeit als gleichberechtigte Leiterinnen des Caritas-Zentrums Kaiserslautern aufgenommen. Am 6. September wurden Beate Schmitt und Nadine Ladach im Edith-Stein-Haus nun offiziell in ihr Amt eingeführt. "Mit der weiblichen Doppelspitze haben wir die richtige Wahl getroffen und dabei auch den Wunsch der Mitarbeiterschaft berücksichtigt", sagte Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Vorsitzender des Caritas- Verbandes in der Diözese Speyer.

Er freute sich darüber, zu dem Ereignis zahlreiche Gäste zu begrüßen. Allen voran die drei Dekane der Dekanate Kaiserslautern, Donnersberg und Kusel, für die das Caritas-Zentrum zuständig ist. Aber auch viele Vertreter der Kommunalpolitik, kooperierender Institutionen, der Pfarreien und Kirchen, sowie die Kaiserslauterer Dekanin Dorothee Wüst und ein  Mitglied der Bahaii-Gemeinde waren der Einladung gefolgt. "Das ist ein gutes Zeichen und spricht für die Caritas. Es zeigt, dass Not keine Grenzen kennt, um Menschen zu helfen", betonte der Domkapitular.

"Zwei Frauen, beide teilzeitbeschäftigt, teilen sich die Leitung des Caritas-Zentrums Kaiserslautern. Dies ist eine wohlüberlegte Entscheidung, die wir nicht zum ersten Mal getroffen haben", sagte die Leiterin der Abteilung Soziales des Caritasverbandes, Barbara Assmann, in ihrer Rede. Als Arbeitgeber verfolge der Verband die bewusste Strategie, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und dies auch Personen zu ermöglichen, die Familie und Beruf miteinander vereinbaren wollen. "Unser Ziel ist es, in den jeweiligen Führungsebenen eine Gleichverteilung der Geschlechter herzustellen." Doch damit allein sei es nicht getan. "Wir müssen darauf achten, dass wir auch jüngere Menschen für Leitungsfunktionen nicht nur gewinnen, sondern sie auch qualifizieren. Dies machen wir durch unser Führungskräfte-Entwicklungsprogramm." Dafür habe sich auch Nadine Ladach erfolgreich beworben und noch vor Beginn der Qualifizierung eine Führungsaufgabe in Aussicht gehabt. 

Für ihre neue Leitungsfunktion bringe die 35-Jährige ideale Voraussetzungen mit. Während ihres Studiums der Anglistik, Soziologie und Pädagogik habe sie zahlreiche Erfahrungen im Pfälzischen Verein für Straffälligen-Hilfe und beim Jugendhilfeverbund Antoniusheim in Wiesbaden gesammelt, bei dem sie auch nach Abschluss des Studiums beruflich tätig war. "Auch nach der Geburt ihrer beiden Söhne und während der Elternzeit hat sie immer in Teilzeit gearbeitet, im Bereich der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, in der Beratung zum Asylverfahren und in der individuellen Hilfeplanung." Zuletzt war sie beim Caritas-Zentrum Ludwigshafen beschäftigt, wo sie pionierhaft das Arbeitsfeld Rückkehrberatung aufbaute.

Die Lust auf eine neue Herausforderung hat sie nach Kaiserslautern gebracht, um gemeinsam mit Beate Schmitt das Caritas-Zentrum zu leiten. Diese ist Erziehungswissenschaftlerin, war nach dem Studium beim Sozialdienst katholischer Frauen in Wiesbaden eingestiegen und dort im Bereich Vormundschaften und Pflegschaften und Schwangerenberatung tätig. 1991 hat sie beim damaligen Caritas-Sekretariat Kaiserslautern begonnen. Zuerst in der Schwangerenberatung, dann unterbrochen durch die Geburt ihrer drei Söhne in jeweils neuen Aufgabenbereichen, darunter Migrations- und Integrationsarbeit. 2016 wurde sie Referentin für Gemeindecaritas.

Nun gelte es, viele andere Themen zu gestalten und das Caritas-Zentrum in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, so Barbara Assmann. Sie wünschte dem Leitungsduo ein gutes Durchhaltevermögen, kreative Ideen und viel Freude in der Zusammenarbeit mit den Kollegen und allen kooperierenden Partnern.
"Auch wenn Nadine Ladach und mich altersmäßig etliche Jahren trennen, die Arbeit verbindet uns ebenso wie die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und der Mut zum Risiko", sagte Beate Schmitt (54) und beschrieb humorvoll, was beide neben der beruflichen Qualifikation für die Leitungsposition auszeichnet. "Als Mütter von Söhnen sind wir von pragmatischer Robustheit und zäh im Verhandeln. Wir können Prioritäten setzen und behalten auch bei Katastrophenmeldungen den Überblick."

Vieles werde sich ändern, manches bleibe aber, merkte Nadine Ladach an. "So werden wir weiterhin die Arbeit nach dem Caritas-Motto ‚Not sehen und handeln’ ausrichten." Beide Frauen sind sich darin einig, sich der Menschen anzunehmen, ihnen mit Respekt und Würde und bei aller Professionalität auch mit Wärme und Herzlichkeit zu begegnen. "Wir möchten Benachteiligten eine Stimme geben, auch gegen rechtes Geschrei", betonte Schmitt. "Denn Caritas ist eine Haltung." 

 

Text und Foto: Friederike Jung für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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