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Stand: 02.04.2019

Pressemitteilung

„Wenn die Auszubildenden nachfragen, dann ist das toll“

Die Praxisanleiterin Regina Beck sitzt mit dem Auszubildenden  Hamlet Harutyunyan zusammen. Regina Beck begleitet Hamlet Harutyunyan während seiner Ausbildung. Brigitte Deiters / DiCV Speyer

"Wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und eine anspruchsvolle Arbeit sucht, dann ist Altenpflege ein toller Beruf. Er ist viel komplexer als Waschen und Essenreichen. Und es macht Spaß, mit alten Menschen zusammen zu sein, von ihrer Lebenserfahrung, ihren Erlebnissen und ihrer Vergangenheit zu erfahren."

Regina Beck ist seit 35 Jahren in der Altenpflege tätig. Sie wirbt für ihren Beruf auch bei jungen Menschen. Denn inzwischen arbeitet sie als Praxisanleiterin im Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege in Ludwigshafen. Über die jungen Menschen, die sie in der Ausbildung begleitet, sagt sie: "Unter den Berufsanfängern sind immer welche, bei denen von Anfang an alles in ihrer sozialen Kompetenz passt. Die meisten Anderen lernen es, auch wenn es manchmal länger dauert."

Früher, sagt sie, wurde mit der Praxisanleitung die Pflegekraft betraut, die es am besten konnte. In der St. Josefspflege ist sie dafür frei gestellt. "Zeit zu haben ist wichtig", betont Beck. Man muss die Auszubildenden sehen, sich auf sie einlassen und einen guten Draht aufbauen." Zudem brauche sie als Praxisanleiterin auch selbst den Willen, sich permanent fortzubilden, die neuesten theoretischen Inhalte, die in der Pflegeschule vermittelt werden, zu kennen und umzusetzen.

Elf Auszubildende gibt es derzeit in dem Caritas-Altenzentrum in Mundenheim - verteilt auf drei Ausbildungsjahre. Nach jedem Unterrichtsblock trifft sich Regina Beck mit den Auszubildenden, spricht mit ihnen die Schulvereinbarungen und die gelernten Inhalte durch und sorgt dafür, dass die Theorie nun in die Praxis umgesetzt wird. "Als Anleiterin habe ich dafür mehr Zeit und Ruhe als eine Pflegekraft auf der Wohngruppe", beschreibt sie den großen Vorteil ihrer Tätigkeit.

In der Regel absolvieren die Auszubildenden vor Vertragsabschluss ein zweiwöchiges Praktikum: "Da merken beide Seiten, ob der Beruf passt, denn die jungen Leute sehen sehr genau, was auf sie zukommt. Und wir können erkennen, ob sie tatsächlich interessiert sind." Denn über die rein schulischen Anforderungen hinaus ist es vor allem die Begeisterung für den Beruf und die sozialen Fähigkeiten, die für Regina Beck ausschlaggebend sind, damit beide Seiten - Einrichtung und Pflegeschüler/in - glücklich sind: "Pflegetechniken, Hygiene, richtige Arbeitsgriffe und solche Dinge kann man lernen", sagt sie. Aber wie man gut mit alten Menschen in Kontakt kommt - körperlich und psychisch - dafür brauche es eine Grundhaltung. Hinzu kommen Umgangsformen und Selbstsicherheit, wie die Anleiterin immer häufiger spürt: "Je jünger die Auszubildenden, desto mehr haben wir da zu tun."

Ihr selbst macht die Arbeit dann am meisten Spaß, wenn die jungen Menschen etwas hinterfragen: "In der Schule bekommen sie Standards vermittelt, und auf den Wohngruppen haben sich auch Dinge eingespielt. Wenn die Auszubildenden deren Sinn erklärt haben möchten oder tiefgründig nachfragen, dann ist das toll", betont sie. "Und die Situationen gibt es immer wieder", freut sie sich.

Text und Foto: Brigitte Deiters für den Caritasverband für die Diözese Spey

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