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Stand: 17.09.2018

Pressemitteilung

Wertvolle Erfahrungen und Einblicke gesammelt

Leisten zurzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Caritas ab: (von links) Lina Jung und Ariane Nezamolislami.Leisten zurzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Caritas ab: (von links) Lina Jung und Ariane Nezamolislami.Friederike Jung / Caritasverband Speyer

Das Caritas-Zentrum und das Mehrgenerationenhaus in Kaiserslautern suchen derzeit Freiwillige, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten möchten. Wie der Dienst aussieht und was er persönlich bringt, berichten zwei junge Frauen, die zurzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in den beiden Einrichtungen absolvieren.

Sich für das Allgemeinwohl engagieren, dabei in neue Bereiche schnuppern und interessante Erfahrungen sammeln. Das ermöglicht der Bundesfreiwilligendienst (BFD) Menschen jeden Alters. Zwei junge Frauen haben das Angebot beim Caritas-Zentrum in Kaiserslautern genutzt - als Chance, ihrem Berufswunsch auf die Spur zu kommen. Da sich ihr Dienst dem Ende zuneigt, werden derzeit sowohl im Caritas-Zentrum als auch im  Mehrgenerationenhaus wieder Freiwillige gesucht, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten möchten.

Morgens um acht Uhr tritt Lina Jung ihren Dienst beim Caritas-Zentrum in der Engelsgasse an. "Aber das ist das einzige, was immer gleich bleibt, ansonsten ist jeder Tag anders", sagt die 20-Jährige. "Ich bin nämlich nicht nur in einer Abteilung eingesetzt, sondern lerne die verschiedenen Bereiche und Angebote kennen." Mal unterstützt sie Klienten in der Migrations-Beratung bei der Erstellung von Bewerbungen,  mal begleitet sie zu Ämtern oder bei der Wohnungssuche. Sie erledigt  Büroarbeiten, hilft bei der Organisation von Veranstaltungen.

Seit Januar ist die junge Frau auch in der Kinderbetreuung eingesetzt, während die Mütter der Kleinen am Deutschkurs teilnehmen. "Ich hätte nicht gedacht, dass meine Aufgaben so vielfältig und abwechslungsreich sind. Deshalb bin ich froh, hier sein zu können. Denn nach dem Abitur war ich etwas planlos, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Ich hatte mich dann für Innenarchitektur an der Hochschule beworben, aber den Eignungstest nicht bestanden. Daraufhin habe ich beschlossen, mich erst einmal zu orientieren und dabei etwas Sinnvolles zu tun. Auf jeden Fall sollte es mit Menschen zu tun haben, das war mir wichtig", erklärt  Lina Jung ihren Entschluss, den Bundesfreiwilligendienst zu leisten. "Die Entscheidung war goldrichtig. Ich habe intensive Einblicke in den Bereich der sozialen Arbeit gewonnen und weiß nun, dass ich das auch studieren möchte."

Im Unterschied zu anderen Freiwilligendiensten gibt es beim BFD keine Altersobergrenze. Er steht auch älteren Menschen offen. "Junge Leute nutzen ihn oft, um nach der Schule praktische Erfahrungen zu sammeln oder ihren Berufswunsch zu überprüfen. Indem sie einen geregelten Arbeitstag haben, in ein Team eingebunden sind und bestimmte Aufgaben bekommen, werden sie zu Verantwortlichkeit erzogen", sagt Michael Rinder von der Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritas-Zentrums.  Dass die Freiwilligen dabei mit sozialen Hintergründen vertraut werden, sei für viele eine neue Erfahrung.

"Gerade das hat dazu beigetragen, dass ich mich in meiner Persönlichkeit ein gutes Stück weiterentwickelt habe und die Menschen jetzt besser verstehe", meint Ariane Nezamolislami. Sie ist "Bufdi" im Mehrgenerationenhaus Kaiserslautern, das dem Caritas-Zentrum angehört. "Nachdem ich die Fachhochschulreife hatte und sehr am sozialen Bereich interessiert bin, habe ich über freiwillige Arbeit nachgedacht. Von meiner Mutter erfuhr ich, dass im Mehrgenerationenhaus eine BFD-Stelle frei ist und habe mich beworben. Zum Glück mit Erfolg."

So groß die Palette der Angebote dort ist, so breit ist auch das Aufgabengebiet der 22-Jährigen gefächert. Es reicht von der Seniorenbetreuung über Verwaltungsarbeiten bis hin zur Gestaltung von Projekten. "Dabei habe ich erkannt, was man leisten kann, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt. Ich habe ganz neue Fähigkeiten an mir entdeckt,  aber auch ein Gefühl dafür bekommen, wo meine Grenzen sind." Dass sie  mit Menschen jeden Alters,  unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen  zu tun habe,  erweitere den Horizont. "Die zwölf Monate sind ein durchgehender Lernprozess."

Am 31. März geht er zu Ende. Dann beginnt ein neuer Abschnitt. Wie er aussehen soll, weiß Ariane Nezamolislami jetzt genau. "Ich möchte Psychologie studieren. Um dafür etwas Geld auf die Seite zu legen, werde ich erst mal jobben, mich aber nebenher ehrenamtlich engagieren."

Beide Frauen nehmen aus ihrer BFD-Zeit wertvolle Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse mit. "Man kommt mit den  unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, erfährt von ihren Schicksalen und Problemen. Ich betrachte jetzt vieles mit anderen Augen und bin dankbar für das, was ich habe", sagt Lina Jung.  "Und ich würde mir wünschen, später im Beruf so herzlich aufgenommen zu werden wie hier im Caritas-Zentrum. Man ist Teil eines Teams und kann alles ansprechen, auch wenn mal ein Problem hat", ist sie sich mit ihrer Mitstreiterin Ariane Nezamolislami einig.

Interessierte sind im Caritas-Zentrum und im Mehrgenerationenhaus willkommen, beide suchen derzeit wieder Freiwillige: "Wir freuen uns immer über Anfragen. Denn die Freiwilligen sind eine Bereicherung. Sie unterstützen uns und können selbst mit einem beruflichen Gebiet vertraut werden", so Michael Rinder. "In der Regel läuft der BFD über zwölf Monate, kann aber auf sechs verkürzt oder auf achtzehn Monate verlängert werden."

Kontakt
Interessenten können sich beim Caritas-Zentrum in Kaiserslautern, Engelsgasse 1, Tel. 0631-36120-222 melden.

Text und Foto: Friederike Jung für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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