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Stand: 30.07.2019

Pressemitteilung

Zeitreise durch 25 Jahre Heilig Geist

Ansprache Caritasvorsitzender Karl-Ludwig Hundemer bei der JubiläumsfeierDer Caritasvorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer betonte in seiner Rede sowie in der Andacht, dass das Jubiläum ein Anlass ist, um Dank zu sagen. Caritasverband für die Diözese Speyer

Mitten in der Stadt, mitten in der  Pfarrei - das Caritas-Altenzentrum Heilig Geist in Frankenthal  ist für die Bewohner ein Zuhause, in dem sie in der Gemeinschaft leben. Vor 25 Jahren bezog die Einrichtung ihr neues Haus in der Rheinstraße 43 - ein Grund, am Freitag, 30. August, das Jubiläum gebührend mit Bewohnern, Ehemaligen und Gästen sowie Kooperationspartnern und Trägervertretern in der Caféteria von Heilig Geist zu feiern. Pianistin Ria Pelikan begleitet die Feier mit stimmungsvoller Musik.  

Die Entscheidung für alte Menschen, in eine stationäre Einrichtung zu gehen, falle heute immer schwerer und werde immer weiter hinausgezögert, leitete der Caritasvorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer seine Ansprache ein. Doch für die Bewohner im Altenzentrum bedeutet es, in der Gemeinschaft zu leben: "Hier wird das alte Leben lebenswert  - hier dürfen alte Menschen aufblühen. Das Leben wird gemeinsam gestaltet. Alt und Jung kommen zusammen mitten in der Stadt."

Das Jubiläum sei ein Anlass, Dank zu sagen, betonte Hundemer. Der Dank gelte den alten Menschen, die sich darauf einlassen sowie den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass es ein erfülltes Leben gibt und Menschen in Heilig Geist Heimat und Geborgenheit gefunden haben. Dank und Fürbitten standen auch im Mittelpunkt der Andacht, die der Domkapitular gemeinsam mit den Besuchern feierte.

Auf eine Zeitreise durch zweieinhalb Jahrzehnte nahm Leiter Florian Kutschke-Käß die Zuhörer in seiner anschaulichen und unterhaltsamen Rede mit. Er erinnerte zunächst daran, dass es ein Caritas-Altenheim in Frankenthal bereits seit 1960 gibt. Für den damaligen Standort in der Carl-Theodor-Straße 8 wurde schon zu Beginn der 1980er Jahre unter Leitung von Thomas Kranz Alternativen gesucht und erst Anfang der 1990er Jahre gefunden. Dank eines Zufalls wurde bekannt, dass das in der Rheinstraße ansässige Baugeschäft Riel und Sohn aufgegeben wurde: "So konnte dieser wunderbare Platz in Zentrumsnähe die Heimat für das Caritas-Altenzentrum Heilig Geist werden."

Mitarbeiter-Collagen zum 25-jährigen BestehenBunt und vielfältig: Was sie mit dem Caritas-Altenzentrum Heilig Geist verbindet, haben Mitarbeiter in einer Collage gestaltet.Caritasverband für die Diözese Speyer

Am 12. März 1994 zogen die Bewohner mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes, Mitarbeitern, Angehörigen und vielen mehr - gleich einer Karawane durch Frankenthal ins neue Haus, beschrieb Kutschke-Käß die generalstabsmäßig geplante Aktion seinerzeit. Sie bezogen einen modernen Neubau mit überwiegend großzügigen Einzelzimmern mit eigenem Bad - "ganz anders als viele Heime in dieser Zeit mit vorherrschendem Krankenhauscharakter."  Mit diesem Haus nahm der Caritasverband den neuen Zeitgeist in der Altenpflege auf.

Die feierliche Einweihung durch den damaligen Caritasdirektor Alfons Henrich und Bischof Anton Schlembach fand am 23. September 1994 statt. In diesem Jahr wurde zudem auch das zehnjährige Bestehen des  ehrenamtlichen Besuchskreises gefeiert. "Somit ist das ehrenamtliche Engagement seit 35 Jahren in sich wandelnder Form ein bedeutender Teil in Heilig Geist", sprach der Leiter den Mitwirkenden ein "großes Dankeschön" aus.

Auch zahlreiche Vereine, Chöre, Schulen, Kindertagesstätten kommen ins Heilig Geist, ein offenes Haus und Begegnungsstätte für Jung und Alt, wie Kutschke-Käß hervorhob.  Veränderungen gab es auch auf politischer Ebene:  1995 wurde die Pflegeversicherung als eigenständige Sozialversicherung eingeführt. Neben positiven Entwicklungen hätten jedoch auch Novellen des Gesetzes Veränderungen mit sich gebracht und auch politische Aktionen aller Pflegeanbieter in Frankenthal ausgelöst: So sei ihm beispielsweise die Aktion "Pflege am Boden" 2014 in Erinnerung geblieben.

Weitere Stationen waren 2001 - unter Leitung des damaligen Leiters Manfred Lelle -die Bildung der Abteilung Sozialer Dienst unter Leitung von Sigrun Sauter. "Ein wesentlicher Paradigmenwechsel" nannte Kutschke-Käß diesen Schritt in seiner Rede. "Denn neben der weiterhin zentralen Aufgabe der Pflege wurde die Betreuung als weitere ‚Säule‘ implementiert." Durch gesetzliche Entwicklungen ist die - jetzt benannte Alltagsbegleitung - im Lauf der vergangenen Jahre auf neun Mitarbeiter erweitert worden.

2008 übernahm Karl Braun die Leitung, da Manfred Lelle aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden war. In diesem Jahr zog auch wieder ein Hausgeistlicher ein. Pfarrer Wendel wie auch seine Vorgänger prägten das Leben in Heilig Geist mit. Wie auch der jetzige Pfarrer Thomas Brenner sind Hausgeistliche "eine wichtige Stütze in der Begleitung für unsere Bewohner sowie gleichzeitig Verbindungsglied zur örtlichen Kirchengemeinde" - wie die Vielzahl an externen Besuchern der Gottesdienste im Haus und die vielen Verknüpfungen im Jahreskreis zeigen. Eine positive Rückmeldung "für das tolle Miteinander sowie die gelebte Ökumene" richtete der Leiter an die protestantische Pfarrei.

Seine Zeitreise ließ Florian Kutschke-Käß, der 2012 die Leitung des Hauses übernahm,  mit einem großen Dank ausklingen - an die Bewohner für das Vertrauen und "dass sie unsere Arbeit beziehungsweise unser Heilig Geist wertschätzen". Ein besonders herzlicher Dank galt den Mitarbeitern und den Ordensschwestern, die tagtäglich im Einsatz sind. "Sie sind es, welche maßgeblich seit 25 Jahren dazu beitragen, das Caritas-Altenzentrum Heilig Geist zu dem zu machen was es ist." Er sei sich sicher, dass die Herausforderungen der nächsten 25 Jahre gemeinsam zu meistern sind, "wenn wir diesen ‚Geist‘ in der Einrichtung beibehalten."

Darbietung der Bewohner bei der JubiläumsfeierMit dem Lied "Wer will fleißige Handwerker sehen" zeigten Bewohner auf humorvolle Art, wie der Neubau des Caritas-Altenzentrums Heilig Geist entstanden ist. Caritasverband für die Diözese Speyer

Auch Bewohner und Mitglieder des Bewohnerbeirats brachten sich mit einer Darbietung in die Jubiläumsfeier ein. Sie sangen gemeinsam mit Mitarbeitern das Lied von den fleißigen Handwerkern, während sie pantomimisch mit Arbeiten zur Erstellung des Gebäudes vor 25 Jahren darstellten und dafür viel Applaus erhielten. Zudem berichteten sie, was das Heilig Geist für sie persönlich bedeutet.

Für das Ehrenamt sprach Ruth Vollmer, die das Amt der Ehrenamtskoordinatorin innehat. Sie gab einen Überblick über die Weiterentwicklung der Ehrenamtsarbeit: "Es hat sich einiges verändert, Altbewährtes und Bestehendes hat sich gefestigt. Ein fester Stamm ‚Altgedienter‘, der sich mit Erfahrung und Beständigkeit, Ruhe und Gelassenheit durch die ehrenamtlichen Reihen zieht, begleitet uns." Insgesamt sind zurzeit 30 Ehrenamtliche aktiv. Auch viele junge Menschen wie Firmlinge, Konfirmanden und Schüler kamen und kommen ins Haus: Sie zeigen während ihrer Tätigkeit, wie Generationen voneinander profitieren und lernen können, wenn sie sich aufeinander einlassen, sagte Ruth Vollmer.

Zum 25-jährigen Bestehen gratulierte Bürgermeister Bernd Knöppel im Namen des Stadtrates und der Stadtverwaltung und wünschte dem Haus alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft. Zudem sprach er dem Altenzentrum und seinem Träger seinen Dank aus für die verlässliche Partnerschaft. Für die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit sprach Pfarrer Stefan Mühl ein Grußwort. Auch er hob die Bedeutung des Caritas-Altenzentrums als "unser Seniorenheim in der Pfarrei " hervor.

Die Jubiläumsfeier klang mit einem gemeinsamen Imbiss und Gelegenheit zum Austausch aus.

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