Caritasverband für die Diözese Speyer
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18. August 2022

Begegnung, Austausch, Spiele und Beratung  

Caritas-Familienbüro lädt Eltern kleiner Kinder zum Spielen und Erzählen ein 

 

Auf der Wiese hinter dem Ludwigstor geht es lustig zu. Auf Einladung des Familienbüros, das das Caritas-Zentrum Germersheim im „Haus der Familie“ betreibt, machte der Baby-Bewegungsanhänger, ein Angebot der „Frühen Hilfen“ des Jugendamtes, dort am 17. August Station.  Trotz einsetzenden Regens sind über 30 Familien zum Spielen gekommen. 

Elias, mit knapp elf Monaten noch ein bisschen wackelig auf den Beinen, hält einen Rasselball in der Hand und guckt interessiert zu, wie die zweijährige Marli einen Turm aus Schaumstoffwürfeln baut. Sie macht das für ihren sechs Monate alten Bruder Theo, der Türme so gerne umschubst, deswegen muss er auch sehr hoch werden, findet sie. Doch Theo hat ihn noch gar nicht gesehen, denn die vielen Ringe, die er entdeckt hat, sind auch spannend. Ein paar Meter weiter balanciert der zweijährige Nils über eine Stange, bevor er mit dem Bobbycar eine Rampe herunter düst. Ludwig, 13 Monate alt, erkundet derweil einen Tunnel. Zwei Babys werden von ihren Müttern in einer Wanne geschaukelt. Die Kinder haben sichtlich Spaß und auch die Eltern kommen miteinander ins Gespräch.
„Ich kannte das Angebot nicht und dachte, wir probieren es einfach mal aus“, sagt Elias Vater Andreas Hock, der es schön findet, dass etwas für Kinder gemacht wird. Auch Christina Funk, die Mutter von Marli und Theo freut sich über das Spielangebot. „Hier ist eine Menge geboten, auch für die Kleinsten“, stellt sie fest. Es sei so wichtig, einfach mal rauszukommen, nach einer Zeit, in der Kontakte knapp waren. Besonders freut sich Regina Huwe-Wittmann, eine der beiden Caritas-Mitarbeiterinnen im Familienbüro, dass einige somalische Frauen mit ihren Kindern den Weg hierher gefunden haben, denn sie weiß, dass die Familien oft auf engstem Raum wohnen. „Obwohl das Angebot niederschwellig ist, kostet es die Frauen Überwindung, zu etwas hinzugehen, das typisch deutsch ist. Sie trauen sich nicht“, sagt Jessica Ruhe vom Freundeskreis Asyl, die mit ihrem Sohn zum Spielen gekommen ist und die somalischen Frauen mitgebracht hat.
Regina Huwe-Wittmann begrüßt jeden persönlich und ermuntert zufällig vorbei-kommende Menschen mit kleinen Kindern, mitzuspielen. Einige kennt sie schon aus dem Elterncafé, die anderen lädt sie ein, einmal vorbeizukommen, am besten gleich nächste Woche. Jeden Mittwoch von 9.30 bis 11.15 Uhr sind Eltern mit Babys und Kleinkindern ins Haus der Familie eingeladen. „Kein Problem, wenn man es nicht pünktlich schafft oder eher gehen muss, einfach vorbeikommen“, sagt Huwe-Wittmann. „Mir geht es darum, dass Eltern mit ihren Kindern etwas unternehmen.“ Für die Kinder gibt es viel zu spielen und zu entdecken, und auch die Eltern können Kontakte knüpfen. 
Das Elterncafé ist nur eines der Angebote des Familienbüros, in das Eltern mit allen Anliegen kommen können, die sie bewegen. Bei Regina Huwe-Wittmann, Khadija Manoudi und Sabine Müller finden sie immer ein offenes Ohr. Wenn sie direkt helfen können, machen sie das unkompliziert, wenn nicht, wissen sie, wohin sie die Leute schicken können, damit ihnen geholfen wird. „In den Familienbüros geht es um Begegnung, Austausch und Beratung, ergänzt durch spezielle Angebote, so wie heute mit dem Baby-Bewegungsanhänger“, erklärt die Caritas-Mitarbeiterin. 
Im Kreis Germersheim gibt es inzwischen in jeder Verbandsgemeinde und jeder Stadt ein „Haus der Familie“ als Plattform für die unterschiedlichsten Angebote für alle Altersgruppen. Das Haus der Familie wird vom Jugendamt des Kreises Germersheim und der jeweiligen Gemeinde in Kooperation mit einem freien Träger für das Familienbüro betrieben. In Germersheim hat die Caritas diese Trägerschaft übernommen. 
Der Baby-Bewegungsanhänger ist ein Projekt der „Frühen Hilfen“ des Jugendamtes, auf das die Mitarbeitenden der „Frühen Hilfen“ im Kreisjugendamt schon ein bisschen stolz sind. Es ist nämlich in Rheinland-Pfalz das einzige Projekt, das mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“ gefördert wurde. „Spielmobile für Jugendliche gibt es schon lang, wir haben aber nach einer Möglichkeit gesucht, wie Eltern mit Kleinkindern in Bewegung kommen“, erklärt Christoph Buttweiler, Sozial- und Jugenddezernent sowie Erster Kreisbeigeordneter im Kreis Germersheim. Schließlich hätten Pandemiebedingt lange Zeit keine Krabbel- oder Stillgruppen oder andere Treffs stattfinden können. 15.000 Euro Sachkosten haben die „Frühen Hilfen“ für den Anhänger und die rund 100 Spiel- und Spaßelemente für die Kleinsten bekommen, dazu 8000 Euro für Personalkosten. 
Überall wo der Baby-Bewegungsanhänger auf Einladung der Familienbüros Halt macht und die Spielgeräte ausgepackt werden, wird das Angebot gut angenommen. Für die Familienbüros ist das eine gute Gelegenheit, Eltern kennenzulernen und anzusprechen.


Nächste Station des Baby-Bewegungsanhängers ist am 24. August von 10 bis 12 Uhr der Spielplatz am Bürgerpark in Wörth, wohin das Familienbüro Wörth und die Caritas einladen. Auf Einladung des Familienbüros Germersheim kommt der Baby-Bewegungsanhänger am 7. September von 15 bis 17 Uhr nach Sondernheim an den Spielplatz am Baggersee und am 21. September von 15 bis 17 Uhr an den Spielplatz am Rheinvorland in Germersheim.

 

Kontakt zum Familienbüro/Elterncafé Germersheim:
An Fronte Diez 1 (Arrestgebäude),Germersheim,
Telefon 07274-9491151,
Mobil: 0162-2010383 oder 0173-5731148,
familienbuero-germersheim@caritas-speyer.de

 

Text und Fotos: Dr. Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer