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14. Mai 2026

“Diese Aufgabe erfüllt mich mit Stolz“

Alexander Graf neuer Leiter des Caritas-Förderzentrums St. Lukas 
 

„Es berührt mich immer wieder, welche Potenziale Menschen entfalten können, wenn wir sie nicht auf ihre Einschränkungen reduzieren, sondern ihre Stärken sehen und fördern.“  Mit diesen Worten beschreibt Alexander Graf seine Motivation, Nachfolger von Sabine Henke-John als Leiter des Caritas-Förderzentrums St. Lukas zu werden. „Es erfüllt mich mit Stolz, Teil dieses Teams zu sein, das gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden Hoffnung, Perspektiven und Lebensqualität entwickelt.“
 

Das Caritas-Förderzentrums St. Lukas ist eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die mit 48 Mitarbeitenden insgesamt rund 100 Kundinnen und Kunden unterstützt. 
 

Graf wurde von Beginn an freundlich aufgenommen und blickt gespannt sowie zuversichtlich auf seine neuen Aufgaben. Am 16. März trat er seine Position an und absolvierte in den folgenden fast zwei Monaten eine intensive Einarbeitung mit seiner Vorgängerin Sabine Henke-John.
 

Graf begann seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Ergotherapeuten und absolvierte anschließend ein berufsbegleitendes Bachlorstudium für Medizinalfachberufe. Nach Stationen als Ergotherapeut im klinischen und Rehabilitationsbereich mit Dozententätigkeit an den Prof. König- und Leiser-Schulen wechselte er 2016 ins Caritas-Förderzentrum Vinzenz von Paul in Pirmasens, ebenfalls eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. „Anfangs sah ich mich gar nicht in der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen“, erinnert er sich. „Doch schnell hat mich die Arbeit motiviert. Ich konnte gemeinsam mit unseren Kunden Lebensperspektiven entwickeln. Menschen nach einer schwierigen Episode einer Psychose zu begleiten, wieder Hoffnung und Mut zu fassen und den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden – das empfinde ich als sehr sinnstiftend“, erzählt Graf. 
 

Gleichzeitig wünscht Graf sich für die Zukunft der Eingliederungshilfe weiterhin Verlässlichkeit und die Orientierung an den Bedarfen der Betroffenen. Angesichts der Tatsache, dass jeder im Laufe seines Lebens von psychischen Erkrankungen betroffen sein könnte, setzt er sich für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Inklusion ein. „Da ist noch Luft nach oben. Normalität im Umgang mit Menschen, die Unterstützung brauchen, entsteht nur durch Begegnung. Es gibt Konzepte zur Annäherung von Betroffenen und ihrem Umfeld – aber als Gesellschaft müssen wir mehr entwickeln als Inklusionscafés.“ Trotz aller Herausforderungen erkennt er aber auch den Fortschritt der letzten 20 Jahre seit der Psychiatriereform an.
 

Für seine erste Zeit als Einrichtungsleiter setzt Graf auf Kontinuität. „Das Förderzentrum ist solide aufgestellt, mit den vier Säulen stationäres Wohnen, Tagesstruktur, Assistenzleistungen und Forensik. Wir sind gut ausgelastet und haben mehr Interessenten, als wir aufnehmen können.“ In der Anfangsphase wolle er vor allem zuhören, verstehen und ankommen. „Vinzenz von Paul bietet kein stationäres Wohnen an, deshalb muss ich mich hier noch intensiver in die Finanzierung einarbeiten. Aber ich bin zuversichtlich, unterstützt von einem engagierten Team.“ Besonders beeindruckt sei er von der fachlichen Kompetenz und der Motivation der Mitarbeitenden.
 

Graf ist sich bewusst, dass er in große Fußstapfen tritt. „St. Lukas hatte in 36 Jahren nur zwei Einrichtungsleitungen, was für Stabilität und Zuverlässigkeit sorgte – auch für unsere Kooperationspartner. Diese Stabilität möchte ich fortführen. Ich bin gekommen, um zu bleiben – und hoffe, das klingt nicht wie eine Drohung“, scherzt er.
 

Eine große Herausforderung sieht er in der Gebäudesituation: „Das Haus ist 36 Jahre alt und benötigt dringend eine umfassende Renovierung. Zwar wurden regelmäßig Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, doch die Gebäudestruktur entspricht nicht mehr dem Zeitgeist unserer Arbeit. Langfristig könnte das ein Wettbewerbsnachteil sein. Hier braucht es enge Abstimmung und gute Absprachen mit der Zentrale.“
 

In seiner knappen Freizeit spielt Graf Schlagzeug und Gitarre. „Bis vor Kurzem war ich noch in einer Band aktiv, doch dafür fehlt mir inzwischen die Zeit. Diese verbringe ich am liebsten mit meiner Frau, unserer sechsjährigen Tochter, Haus, Garten und Hund. Außerdem zeichne ich gerne – mit Bleistift oder Zeichenkohle und koche leidenschaftlich. Das ist für mich eine perfekte Möglichkeit, zu entspannen.“
 

Text: Melanie Müller von Klingspor
Foto: Agentur view