Caritasverband für die Diözese Speyer
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11. September 2025

Wenn Tilly kommt, beginnt Alex zu strahlen

Eine Dackeldame im Dienst der Malteser besucht die Bewohner der jungen Pflege St. Anastasia im Caritas-Altenzentrum St. Bonifatius in Limburgerhof


Ehrenamtliche können so viel Gutes tun für pflegebedürftige Menschen. Ein beeindruckendes Beispiel ist der Besuch von Mireille Weber mit ihrer kleinen Hündin Tilly im Neubau des von der Schließung nicht betroffenen Teil des Caritas-Altenzentrums St. Bonifatius in Limburgerhof. Doch es gibt noch viel mehr Möglichkeiten.
 

Tilly wird schon sehnlichst erwartet von den Bewohnern der Jungen Pflege St. Anastasia. Alex strahlt noch ein bisschen mehr als sonst, wenn Tilly ins Zimmer kommt. Die Begrüßung ist herzlich, fast schon gibt es Küsschen. „Anfangs hat Alex sie gar nicht ernst genommen, weil er selbst früher einen großen Hund hatte. Inzwischen sind die beiden ein Herz und eine Seele“, erzählt Stefanie Kreutz, Fachbereichsleitung der Jungen Pflege/Wachkoma St. Anastasia, während Alex Tilly mit Leckerli verwöhnt. Auch wenn es noch so schön ist, irgendwann muss Tilly weiter. Nebenan warten weitere Bewohner. Einer von ihnen habe nicht sprechen können, als er in die Einrichtung kam, heute sagt er: „Hund, Tilly, heute“. Ein kleines Wunder für alle Mitarbeitenden. 
 

Auch wegen solcher Erlebnisse ist Stefanie Kreutz neben ihrem Beruf ehrenamtlich die Vorsitzende des „Fördervereins Junge Pflege/Wachkoma St. Anastasia in Limburgerhof e.V.“ und in dieser Funktion immer auf der Suche nach zusätzlichen Angeboten für die Bewohner. Mit Tieren hat sie in der Pflege schon sehr gute Erfahrungen gemacht, weil sie mit Menschen, die sich mit Worten nicht mehr gut ausdrücken können auf eine ganz eigene Art kommunizieren und weil sie Emotionen wecken. Manchmal geht der Förderverein auch ungewöhnliche Wege. Im vergangenen Jahr kam ein Lama zu den Bewohnern ins Zimmer. Eine sehr eindrückliche Erfahrung.
 

Nun hat Stefanie Kreutz mit den Maltesern einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Die Organisation bietet Besuchs- und Begleitdienste mit Hund für verschiedene Einrichtungen an. Eines der rund 15 bis 20 Teams sind Mireille Weber und Tilly, die kleine Dackelmischlingshündin. Die beiden haben eine Ausbildung bei den Maltesern durchlaufen. Wenn Mireille Weber das rote Tuch mit dem Malteser-Logo um Tillys Hals legt, weiß die Hündin, dass sie jetzt im Dienst ist und Menschen besucht. Das haben die beiden schon im inzwischen geschlossenen Altbau des Altenzentrums gemacht, nun führen sie die Besuche im 2006 errichteten Neubau, der von der Schließung nicht betroffen ist, fort. Dort leben im 2. Stock in der Jungen Pflege/Wachkoma St. Anastasia 17 junge Menschen, die schwere neurologische Erkrankungen haben oder sich im Zustand des Wachkomas befinden. Im 1. Stock ist eine Wohngruppe für 15 Menschen mit Demenz untergebracht. Im Erdgeschoss besuchen täglich 15 Gäste die Tagespflege. Mireille Weber und Tilly schauen überall mal vorbei. 
 

Mireille Weber macht mit ihren ehrenamtlichen Besuchern den Bewohnern und Tagesgästen des Hauses ein wichtiges Geschenk. „Das Schönste, was ehrenamtliche Helfer unseren Bewohnern schenken können, ist Zeit“, sagt Stefanie Kreutz. Das ganze Team würde sich freuen, wenn weitere Frauen und Männer ein bisschen ihrer Zeit mit den Bewohnern der jungen Pflege verbringen könnten. Wie sie diese Zeit einsetzen möchten, können sie selbst entscheiden. Viele der Bewohner sind noch recht fit, sie würden sich freuen, mal ins Kino, eine Eisdiele oder in ein Restaurant zu gehen. „Einer unserer Bewohner liebt Pizza und Chianti, er würde so gerne mal in eine Pizzeria gehen“, erzählt Stefanie Kreutz. Auch ein Spaziergang steht bei vielen Bewohnern ganz oben auf dem Wunschzettel. Ehrenamtliche Besucher könnten auch mit den Bewohnern spielen oder malen. Die Bewohner, die nicht mehr fit sind oder sich im Zustand des Wachkomas befinden, würden sicher davon profitieren, wenn sich ein Besucher zu ihnen setzt, ihnen etwas erzählt, vorliest oder einfach nur die Hand hält. „Das sind lebendige Menschen, sie möchten nicht übersehen werden. Diese Art der Kommunikation öffnet jedes Mal ein kleines Fenster“, erklärt Kreutz. 
 

Wer sich für die Bewohner ehrenamtlich engagieren möchte, braucht keine Berührungsängste zu haben. „Wir zeigen ihnen alles, was sie wissen müssen und wissen wollen und sind immer ansprechbar“, betont Stefanie Kreutz.


Kontakt: Stefanie Kreutz, Telefon: 06236-4701502, E-Mail: stefanie.kreutz@cbs-speyer.de


Text und Fotos: Dr. Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer 
Bildunterschriften: Alex (grünes T-Shirt) und Mario freuen sich jedes Mal, wenn die Besuchshunde Abwechslung in den Alltag bringen.