Caritasverband für die Diözese Speyer
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Caritas-Förderzentrum St. Christophorus informiert über Hilfen für wohnungslose Menschen in der Sommerhitze
Von den einen wird der Sommer sehnsüchtig erwartet, andere fürchten ihn. Denn läuft er zu Hochtouren auf, setzt er alten und kranken Menschen schwer zu. Noch gefährlicher ist große Hitze für Wohnungslose. Darauf machte das Caritas Förderzentrum St. Christophorus Kaiserslautern am Donnerstag, 11. Juni, anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags mit der Aktion „Unsichtbar in der Hitze – Menschlichkeit spendet Schatten“ aufmerksam. Mit dem Ziel, Bürger und Bürgerinnen für das Thema zu sensibilisieren.
„Dass wohnungslose Personen im Winter unter der Kälte leiden, ist den meisten bewusst. Aber dass Hitze ein ebenso großes Risiko birgt und ebenfalls lebensbedrohlich sein kann, ist längst nicht so populär“, sagt die Sozialpädagogin Carolin Koppenhöfer, Mitarbeiterin des Caritas-Förderzentrums St. Christophorus, einer Hilfeeinrichtung für wohnungslose Menschen. Zusammen mit einem Kollegenteam nutzte sie den Nachmittag, Interessierte über das Thema zu aufzuklären, Fragen zu beantworten und Tipps zu geben, wie jeder Einzelne helfen kann. Zusätzlich gaben Infoblätter auf einer Stellwand Auskunft über die wichtigsten Punkte.
„Wer auf der Straße lebt, ist der Hitze im Sommer schutzlos ausgeliefert. Ohne Zugang zu ausreichend Wasser, Schatten oder kühlen Räumen steigt das Risiko von Dehydration, Hitzeschlag, Sonnenbrand und Herz- und Kreislaufproblemen. Chronische Erkrankungen können sich verschlimmern, Wunden nicht richtig heilen“, gibt ihre Kollegin Sabrina Weinland zu bedenken. Sie ist Leiterin der Gesundheitssorge in St. Christophorus und weiß um die vielschichtigen Probleme. „Viele unserer Kunden haben psychische Probleme, die sich unter den Auswirkungen von Hitze oft verstärken. Wer dann womöglich noch unter Alkohol steht, erkennt nicht die Grenzen des Körpers. Das kann böse ausgehen.“ Dazu komme, dass wohnungslose Menschen meist nicht über Kleidung verfügen, die der Jahreszeit angepasst ist. Mit der Folge, dass sich unter zu dicken Stoffen die Hitze staut und den Körper zusätzlich aufheizt.
„In Kaiserslautern sind wir zwar recht gut aufgestellt mit Hilfsangeboten. Über die Stadt sind Trinkbrunnen verteilt. Bei uns in St. Christophorus und in der Glockestubb können die Menschen duschen und ihre Wäsche waschen. Die Parks und die Waldgebiete um Kaiserslautern bieten Schatten. Aber viele kennen diese Möglichkeiten nicht und sehen sich der Hitze ausgeliefert“, sagt Carolin Koppenhöfer.
Deshalb sei es wichtig, den Blick für die Situation Wohnungsloser zu schärfen und nicht achtlos an ihnen vorbei zu gehen. „Man sollte sich nicht scheuen, Betroffene anzusprechen und zu fragen, ob sie etwas brauchen. Das kann eine Flasche Wasser sein, etwas Obst oder ein Sonnenschutzmittel.“ Auch eine Kopfbedeckung, leichte Kleidung zum Wechseln oder ein ausgedienter Regenschirm, der Schatten spendet, seien willkommen. „Das kann auch alles bei uns im Caritas-Förderzentrum abgegeben werden, wir leiten es dann weiter“, bietet Sabrina Weinland an.
„Und wenn man sieht, dass es jemandem nicht gut geht, sollte man fragen, ob man helfen kann und im Notfall den Rettungsdienst rufen.“ Denn Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft können im Zweifelsfall Leben retten.
Text: Friederike Jung
Fotos: Joachim Baadte