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14. September 2026

„Wohnungslosigkeit ist oft verdeckt – vor allem am Anfang“

Caritas-Mitarbeiter informieren am "Tag der wohnungslosen Menschen" über Hilfen und Unterstützungsangebote


Warum verlieren Menschen ihre Wohnung? Welche Hilfen gibt es – und wie können Betroffene wieder Perspektiven entwickeln? Darüber informierten Sebastian Kuhnlein und David Berst von der Ambulanten Wohnungslosenhilfe des Caritas-Zentrums Landau am Samstag, 12. September, auf dem Landauer Wochenmarkt. Anlass war der bundesweite „Tag der wohnungslosen Menschen“ am 11. September.


Das Interesse am Infostand war groß: Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Ursachen von Wohnungslosigkeit und die Hilfsangebote der Caritas zu informieren und mit den beiden Sozialarbeitern ins Gespräch zu kommen.


„Es gibt viele Gründe, die zu Wohnungslosigkeit führen können: Zwangsräumungen, die Entlassung aus Haft oder nach einem längeren Klinikaufenthalt, familiäre Konflikte, Gewalterfahrungen und vieles mehr“, erklärt David Berst. Welche ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten sich dahinter verbergen können, zeigten Kuhnlein und Berst anhand anonymisierter Beispiele auf Stellwänden.


Viele wohnungslose Menschen seien zudem mehrfach belastet. „Psychische Erkrankungen sind verbreitet, ebenso Suchterkrankungen, Überschuldung oder Arbeitsunfähigkeit. Häufig kommen mehrere Probleme zusammen und verstärken sich gegenseitig“, berichtet Sozialarbeiter Sebastian Kuhnlein.


Die Ambulante Wohnungslosenhilfe der Caritas arbeitet eng mit der Stadt Landau zusammen. Diese stellt Notunterkünfte zur Verfügung, während die drei Mitarbeitenden der Wohnungslosenhilfe die Betroffenen unter anderem bei der Suche nach neuem Wohnraum unterstützen, bei Anträgen helfen und Kontakte zu weiteren Hilfen herstellen – etwa zu Krankenkassen, Schuldnerberatung oder medizinischen Angeboten.


Für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen gibt es zudem Unterstützung durch den ambulanten Dienst des Pfalzklinikums. „Eine Psychiaterin und eine Fachkrankenschwester besuchen die Notunterkünfte regelmäßig, ergänzt Kuhnlein. Die Wohnungslosenhilfe stellt bei Bedarf den Kontakt her.


Doch Wohnungslosigkeit ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. „Es gibt Menschen, die keine eigene Wohnung mehr haben, zunächst aber noch bei Freunden oder Bekannten unterkommen“, erklärt Berst. Gerade zu Beginn bleibe Wohnungslosigkeit deshalb oft verdeckt.


Wie viele Menschen in Landau tatsächlich betroffen sind, lasse sich nur schwer beziffern. Menschen, die dauerhaft auf der Straße leben, seien häufig schwer zu erreichen. Negative Erfahrungen, Unsicherheit und Angst erschwerten den Zugang zu Hilfen. „Wir müssen langsam Vertrauen aufbauen“, sagt Kuhnlein.


Auch dann komme es vor, dass Menschen eine Unterbringung in einer Notunterkunft ablehnen. Wenn dies im öffentlichen Raum auffällt, stoße das mitunter auf Unverständnis. „Solange keine akute Fremd- oder Selbstgefährdung besteht, können Menschen nicht gegen ihren Willen untergebracht werden“, erklärt Kuhnlein.


Um Wohnungslosigkeit möglichst früh zu verhindern und Menschen wieder ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, bietet das Caritas-Zentrum Landau weitere Hilfen an. Dazu gehört die Fachberatungsstelle zur Wohnraumsicherung für Menschen, die vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind. Das Projekt „Housing First“ vermittelt Menschen eigenen Wohnraum und unterstützt sie dabei, von einem sicheren Zuhause aus neue Perspektiven zu entwickeln.


Das Caritas-Zentrum Landau und die Stadt Landau sind weiterhin auf der Suche nach geeignetem Wohnraum. Denn der Bedarf bleibt hoch.


Wer die Arbeit der Caritas unterstützen möchte oder Wohnraum anbieten kann:

 

Caritas Zentrum Landau
Königstraße 39-41
76829 Landau
Telefon 06341/9355-0 (Zentrale)

caritas-zentrum.landau@caritas-speyer.de
 

www.caritas-zentrum-landau.de
 

Online Beratung: www.beratung-caritas.de
 

Text und Fotos: Gereon Hoffmann für den Caritasverband für die Diözese Speyer

Bildtext: Die Caritas Mitarbeiter der Ambulanten Wohnungslosenhilfe von rechts: Sebastian Kuhnlein, David Berst, Caritas-Landau-Leiterin Nina Weschler und ein interessierter Passant.