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Bildungsberaterinnen des Caritas-Zentrums Ludwigshafen sprechen mit Landtagsabgeordnetem Raymond Höptner über drohendes Aus – Ratsuchende berichtet von ihren Erfahrungen – Bundesweite Petition in Berlin übergeben
LUDWIGSHAFEN. Die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H), die zugewanderte Menschen auf ihrem Weg zu einem Studium in Deutschland unterstützt, steht erneut vor dem Aus. Zum Jahresende 2026 soll die Finanzierung des bundesweiten Förderprogramms eingestellt werden. Über die Folgen dieser Entscheidung sprachen Jana Reinhardt-Zech und Alicka Machurich, zugehörig zum Jugendmigrationsdienst (JMD) des Caritas-Zentrums Ludwigshafen, am Montag mit dem Ludwigshafener CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Höptner. Dieser sagte zu, sich für die Fortsetzung des Programms einzusetzen und Kontakt mit relevanten politischen AnsprechpartnerInnen aufzunehmen.
Bei dem Gespräch war auch eine junge Frau dabei, die derzeit über den Garantiefonds Hochschule einen Sprachkurs besucht. Sie berichtete von ihrem bisherigen Bildungsweg, ihren Erfahrungen mit dem Programm und der Unterstützung, die sie durch die Bildungsberatung erhält.
Mehr als eine einmalige Beratung
Denn der Garantiefonds Hochschule bietet weit mehr als Informationen zum Hochschulzugang. Die Bildungsberaterinnen und -berater begleiten die Ratsuchenden über längere Zeit auf ihrem Weg zum Studium. Auch während der Sprachkurse bleiben sie feste AnsprechpartnerInnen.
So begleitet Alicka Machurich Teilnehmende während ihrer Sprachkurse. Einmal wöchentlich haben diese vor Ort Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen. Hinzu kommen regelmäßige Gruppenberatungen zu studienrelevanten Themen. Dabei geht es beispielsweise um die Unterschiede zwischen Hochschule, Universität und dualer Hochschule, um Studienbewerbungen oder die Möglichkeiten der Studienfinanzierung durch BAföG.
„Wir erleben jeden Tag, wie viel Wissen und Potenzial Menschen mitbringen, die nach Deutschland kommen. Oft fehlt ihnen nicht die Qualifikation oder der Wille, sondern das Wissen darüber, wie sie ihren Bildungsweg hier fortsetzen können“, sagt Reinhardt-Zech.
Seit 2009 bietet das Caritas-Zentrum Ludwigshafen die Bildungsberatung GF-H an. Die Beratungsstelle ist insbesondere für die Vorder- und Südpfalz sowie Teile der Kurpfalz, Badens und der Rhein-Neckar-Region zuständig. Bereits 2023 zeigte sich der große Bedarf: Allein im ersten Halbjahr suchten 260 Menschen die Beratungsstelle auf.
Schon mehrfach vor dem Aus
Die Zukunft des Programms war bereits 2023 bedroht. Damals sollte die Bildungsberatung trotz zuvor aufgestockter Fördermittel eingestellt werden. Das Aus konnte verhindert werden. Doch auch in den Folgejahren blieb die Finanzierung unsicher. Nun hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend erneut angekündigt, die Förderung zum Jahresende 2026 zu beenden.
Bundesweit regt sich dagegen Widerstand. Eine Petition zum Erhalt des Garantiefonds Hochschule hat inzwischen mehr als 100.000 UnterstützerInnen gefunden. Am 7. Oktober wurden die Unterschriften in Berlin an Bundestagsabgeordnete übergeben.
Für das Caritas-Zentrum Ludwigshafen geht es um weit mehr als den Erhalt eines Beratungsangebots. Die Bildungsberatung hilft Zugewanderten, ihre bereits erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen für eine akademische Ausbildung in Deutschland zu nutzen. Gerade angesichts des Fachkräftebedarfs sei es wichtig, diese Potenziale zu erschließen.
„Hinter jedem Beratungsfall steht ein Mensch, der seine Zukunft in Deutschland gestalten und mit seinen Fähigkeiten einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten möchte“, betont Reinhardt-Zech.
Das Gespräch mit Raymond Höptner gibt den Mitarbeiterinnen des Caritas-Zentrums Hoffnung, dass sich auch auf politischer Ebene weitere Unterstützung für den Erhalt des Garantiefonds Hochschule findet.
Text und Fotos: Melanie Müller von Klingspor / Caritas-Zentrum Ludwigshafen
Bildtext: Der CDU-Landtagsabgeordnete Raymond Höptner wird sich für den Erhalt des Garantiefonds Hochschule einsetzen.