Caritasverband für die Diözese Speyer
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Ferienfreizeit des Caritas-Zentrums Germersheim voll belegt – Zwei Wochen mit Spiel und Spaß gehen zu Ende
„Spiele im Märchenland“ ist das Motto der Ferienfreizeit des Caritas-Zentrums Germersheim, die am Ortsrand von Leimersheim stattfindet. Viele Kinder machen mehrere Jahre hintereinander mit. Warum das so ist, sagt die neunjährige Emilia: „Man kann hier viele schöne Sachen machen.“ Sie knabbert gerade an ihrem Stockbrot, das sie selbst über der Glut des großen Grills gebacken hat. Es ist früher Abend und 140 Kinder der 14-tägigen Ferienfreizeit haben schon wieder einen Tag mit viel Spiel und Spaß hinter sich.
Jetzt sitzen sie um den Grill und halten ihr Stockbrot über die Glut, andere holen sich ein Würstchen im Brötchen an der Essensausgabe. Alle sind hungrig nach dem Tag. Vorhin waren sie in verschiedenen Gruppen unterwegs und haben mit Zitronen gehandelt – besser gesagt: Zitronen getauscht. Die neun Kindergruppen bekommen im Ferienlager am Ortsrand von den Helfern jeweils eine Zitrone und die Aufgabe, sie gegen etwas anderes einzutauschen. Das tauschen sie dann wieder ein, gegen etwas anderes, bis die vorgegebene Zeit um ist. Wenn alle zurück sind, wird geschaut, wer den besten Tausch gemacht hat. Eine Plüschfigur von Shaun, dem Schaf, kommt gut bei den Kindern an. Das größte Paket ist ein Segelflugmodell mit Funkfernsteuerung, an der Seite klebt noch ein Preisschild – in D-Mark!
Das Motto des diesjährigen Ferienlagers ist „Märchenland“. Entsprechend benennen sich die Gruppen nach Märchenfiguren. Es gibt die Hänsel & Gretel-Gruppe, und natürlich eine Zwergen-Gruppe und mehr. Die organisatorische Leitung hat Michael Manz, der Co-Leiter des Caritas-Zentrums Germersheim, die pädagogische Leitung hat Niklas Hentschel, ebenfalls hauptamtlicher Caritas-Mitarbeiter.
Zum pädagogischen Konzept gehört, dass die Kinder am ersten Tag in Gruppen aufgeteilt werden, deren Mitglieder in etwa gleich alt sind. Die Teilnehmenden der Kinderfreizeit sind sechs bis zwölf Jahre alt. Die Gruppen geben sich ihre Namen - und dann folgt etwas sehr Wichtiges: Sie geben sich ihre eigenen Regeln, wie sie miteinander umgehen wollen. Die schreiben die Betreuer dann auf ein Plakat und alle Kinder unterschreiben. Es sind sehr vernünftige Regeln: „Wir hören zu und lassen uns ausreden“, gehört dazu. „Wir machen keinen Quatsch“ und „Wir sind nett zu einander und helfen uns“. „Es ist uns ein Anliegen, den Kindern klar zu machen, dass solche Regeln wichtig sind“, erklärt Michael Manz. Dass die Kinder sich die Regeln selbst geben und sich zum Einhalten verpflichten, habe sich sehr gut bewährt.
Leonie Lea Fischer ist 17 Jahre alt und hilft als ehrenamtliche Betreuerin zum zweiten Mal mit. Aber als Teilnehmerin am Ferienlager war sie schon als Kind hier dabei. Und sie ist nicht die Einzige: „Von vier anderen Betreuern weiß ich sicher, dass sie auch schon als Kinder mitgemacht haben“, sagt sie. Das Vorbereitungswochenende für die Helfer habe sie trotz ihres zweiten Einsatzes nochmal mitgemacht. Unter den 30 ehrenamtlich Betreuenden sind auch Studierende pädagogischer Berufe und Praktikanten, berichtet Manz.
Heute dauert das Programm länger als sonst, denn heute gehen die Kinder nicht am Abend nach Hause, sondern dürfen hierbleiben und im Schlafsack übernachten. Dafür ist die angrenzende Hugo-Dörrler-Sporthalle geöffnet. „Es ist ideal, dass wir auf diesem Gelände so viele Möglichkeiten haben“, sagt Manz. Der Versammlungsraum und die Essens- und Getränkeausgabe sind in der Kulturkreishalle, der Rasenplatz des Sportvereins kann genutzt werden, ebenso dessen sanitäre Anlagen.
An normalen Tagen werden die Kinder morgens mit drei Bussen abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Aber heute ist ja ein besonderer Tag. Da spielen die Kinder am Abend noch draußen. Die Betreuer haben sich Spiele ausgedacht, die zum Märchenland-Motto passen. So sollen Kinder zum Beispiel die goldene Kugel des Froschkönigs über einen Parcours balancieren. An die Geschichte von Aschenputtels verlorenem Schuh erinnert das Spiel, bei dem zwei Kinder an einem Bein zusammengebunden werden und dann hinkend, wie Aschenputtel ohne Schuh, einen Hindernislauf absolvieren. Kinder, die aber einfach entspannen wollen, können sich in einem Märchenzelt Geschichten vorlesen lassen.
Die Caritas Ferienfreizeit begann 1977 als Ortsranderholung, die heutige Form und den Namen hat die Ferienfreizeit seit 2007. Der Caritasverband für die Diözese Speyer unterstützt das Angebot mit 5000 Euro, weitere Zuschüsse gibt es vom Land und vom Kreis Germersheim. In diesem Jahr hat außerdem der Verein „Glückswerkstatt“ aus Dudenhofen 1500 Euro für die Freizeit gespendet. Zusätzlich gibt es für bedürftige Familien Unterstützung vom Jugendamt des Kreises. Auch gibt es von der Schulsozialarbeit Empfehlungen und Unterstützung für Kinder, denen diese Gelegenheit zum sozialen Lernen weiterhelfen könnte. „Es ist uns als Caritas sehr wichtig, dass niemand ausgegrenzt wird und alle Kinder die Möglichkeit haben, hier mal dabei zu sein“, betont Manz. Inzwischen haben Helfer in der Kulturkreis-Halle die Disko-Anlage aufgebaut und machen Soundcheck. Das wird heute bestimmt ein langer, schöner Abend für die Kinder.
Text und Fotos: Gereon Hoffmann für den Caritasverband für die Diözese Speyer