Caritasverband für die Diözese Speyer
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Beschäftigte und Kundinnen und Kunden des Caritas-Förderzentrum St. Johannes & St. Michael nahmen am 27. Januar 2026 an der öffentlichen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus im Gemeindesaal der Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz teil. Der vollbesetzte Saal bot einen würdigen Rahmen für eine tief berührende und eindrucksvolle Veranstaltung.
Gestaltet wurde die Gedenkfeier von Schülerinnen und Schülern der Edith-Stein-Realschule, des Edith-Stein-Gymnasiums, des Gymnasiums am Kaiserdom, des Hans-Purrmann-Gymnasiums sowie des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums. Die Geschäftsführerin der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Marina Nikiforova, begrüßte die Anwesenden mit bewegten Worten und dankte allen Mitwirkenden für ihr respektvolles und engagiertes Mitwirken.
Im Mittelpunkt der rund 90-minütigen Veranstaltung standen einfühlsame Erinnerungen an die Kindheiten von Alfons und Waltraud Reinhardt, Alfred Wödl, Hans Müncheberg sowie Margot und Ralph Bendheim, die von Schülerinnen und Schülern mit großer Sensibilität vorgetragen wurden. Die musikalische Gestaltung durch Schülerinnen und Schüler des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums unter der Leitung von Anja Bosl (Klavier) und Diana Ridder (Violoncello) verlieh dem Gedenken eine besondere Tiefe und Eindringlichkeit.
In ihrer Ansprache betonte Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler die Bedeutung von Demokratie, Haltung und Verantwortung. Sie rief dazu auf, Intoleranz entschieden entgegenzutreten, Wahrheit zu verteidigen und Menschlichkeit zu leben: „Es gibt kein christliches, muslimisches oder jüdisches Blut – es gibt nur menschliches Blut.“
Ein bewegender Moment entstand, als Schülerinnen die ersten vier Artikel des Grundgesetzes vortrugen und ein Schüler zwischen den Artikeln das Vermächtnis der im Mai 2025 verstorbenen Margot Friedländer mit den Worten „Seid Menschen! Respektiert Menschen!“ bekräftigte.
Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Artikel 2: Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.
Artikel 3: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Artikel 4: Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit der Religions-ausübung sind unverletzlich.
Den Abschluss bildete ein stilles Ritual, bei dem Kerzen für die unzähligen Opfer des Nationalsozialismus entzündet wurden.
Die Gedenkfeier endete in einer tiefen, nachdenklichen Stille. Viele Teilnehmende blieben im Anschluss noch im Austausch und Gespräch zusammen – getragen von dem gemeinsamen Versprechen, Erinnerung wachzuhalten und Demokratie aktiv zu verteidigen.