Caritasverband für die Diözese Speyer
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Der Caritasverband für die Diözese Speyer zeichnet die Initiative Männerkochen der Freunde und Förderer Haus St. Martin Ludwigshafen mit dem Nardini-Preis 2026 aus.
Vier bis fünf Bewohner, ein Hobbykoch und einmal im Monat ein gemeinsames Essen: Seit mehr als zehn Jahren bringt Peter Wilke im Caritas-Förderzentrum St. Martin in Ludwigshafen Männer zum gemeinsamen Kochen zusammen. Dabei entstehen nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Gespräche und Vertrauen. Für dieses langjährige ehrenamtliche Engagement zeichnet der Caritasverband für die Diözese Speyer das Männerkochen mit dem Nardini-Preis 2026 aus.
Hinter der Initiative steht der Förderkreis „Freunde und Förderer Haus St. Martin Ludwigshafen e. V.“, der sich seit rund 20 Jahren für wohnungslose Menschen engagiert. Unter dem Vorsitz von Rainer Fabian unterstützt der Verein die Wohnungslosenhilfe und setzt sich dafür ein, die Öffentlichkeit für die Lebenssituation der Bewohner zu sensibilisieren. Neben weiteren Projekten und Aktivitäten gehört auch das Männerkochen zu diesem Engagement. Verantwortlich für die Durchführung ist der zweite Vorsitzende Peter Wilke, der die monatlichen Treffen organisiert. Die Teilnehmerzahl ist durch die Größe der Küche auf vier bis fünf Bewohner begrenzt. Einige der Männer sind bereits seit vielen Jahren regelmäßig dabei.
Auf dem Speiseplan stehen unkomplizierte Gerichte, die die Bewohner auch selbst nachkochen können. Während der Zubereitung gibt Peter Wilke praktische Tipps und erklärt beispielsweise, wann, wie und wo sich die benötigten Zutaten am günstigsten einkaufen lassen. Anschließend wird gemeinsam gegessen und überlegt, was beim nächsten Treffen auf den Tisch kommen soll.
Auch außerhalb der monatlichen Kochabende engagiert sich das Männerkochen für die Bewohner. Beim jährlichen Sommerfest des Fördervereins wird für die Gäste und Bewohner der Einrichtung gegrillt. Ein besonderes gemeinsames Erlebnis gab es auch abseits der Küche: Der leidenschaftliche Hobbyangler Wilke nahm einmal Bewohner mit zum Angeln. Den dabei gefangenen Hecht bereiteten sie anschließend gemeinsam zu und aßen ihn zusammen.
Dass aus dem regelmäßigen Miteinander mehr entstanden ist als die gemeinsame Zubereitung von Mahlzeiten, zeigt sich nach Angaben des Fördervereins besonders im persönlichen Umgang. Durch die Gespräche beim Kochen und Essen sind sich Peter Wilke und die Bewohner über die Jahre nähergekommen und haben Vertrauensverhältnisse aufgebaut. Auch die anfängliche Kontaktscheu gegenüber den Mitgliedern des Fördervereins ist bei vielen Bewohnern geringer geworden.
Das Männerkochen zeigt damit beispielhaft, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann, wenn Menschen bereit sind, auf andere zuzugehen und sich ihnen ohne Vorbehalte zuzuwenden. Gerade Menschen, die solche Offenheit und Zuwendung im Alltag nur selten erfahren, können dadurch Gemeinschaft und Vertrauen erleben. Mit dem Nardini-Preis 2026 würdigt der Caritasverband für die Diözese Speyer eine Initiative, die diese Haltung seit mehr als zehn Jahren mit Leben füllt und damit besondere Begegnungen zwischen Menschen ermöglicht.
Informationen zum Nardini-Preis
Der Caritasverband für die Diözese Speyer hat 2010 den Nardini-Preis zum ersten Mal vergeben. Der Preis würdigt das Engagement ehrenamtlich tätiger Gruppen, die in ihrer Pfarrgemeinde oder in Zusammenarbeit mit kirchlich-caritativen Einrichtungen neue Wege gehen, um Menschen in Not zu helfen. „Das Lebenswerk und Glaubenszeugnis des Seligen Paul Josef Nardini sind auch für Christen von heute Vorbild und Ansporn“, erklärt die Caritasdirektorin Barbara Aßmann. Ehrenamtlich tätige Gruppen sollen ermutigt werden, sich in der Caritasarbeit der Diözese Speyer zu engagieren, und dafür neue Impulse erhalten. Die Verleihung erfolgt beim jährlich stattfindenden Caritas-Tag der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Fest der Heiligen Elisabeth. Vorgeschlagen werden können ehrenamtlich tätige Gruppen. Der Preisträger wird immer zum 22. Oktober verkündet, dem Tag der Seligsprechung von Paul Josef Nardini.
Die Jury
Der Preisträger wird von einer Jury ausgewählt. Diese besteht aus Sr. Ramona Thönnes (Oberin der Mallersdorfer Schwestern im Nardinihaus Pirmasens), Barbara Aßmann (Caritasdirektorin für die Diözese Speyer, DiCV), Steffi Piening (Chefredakteurin des Magazins „der pilger“), Melanie Müller von Klingspor (Pressesprecherin des DiCV Speyer), Christine Stolle (Mitglied im Vorstand des Caritas Forum-Ehrenamt) und Stefanie Horn-Wolniewicz (Referentin für Gemeindecaritas und Engagementförderung im DiCV Speyer).
Text und Fotos: Pressestelle Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.