Caritasverband für die Diözese Speyer
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Zentrale des Diözesan-Caritasverbandes: Einigung mit Mitarbeitendenvertretung auf Sozialplan
Speyer. Der Caritasverband für die Diözese Speyer hat gemeinsam mit der Mitarbeitendenvertretung (MAV) einen Sozialplan für die Zentrale in Speyer vereinbart. Hintergrund ist die wirtschaftliche Sanierung des Verbandes, die auch eine Anpassung der Verwaltungsstrukturen erforderlich macht. Letztendlich von Kündigung betroffen werden 14 Mitarbeitende sein.
Ein Sonderdarlehen des Bistums Speyer in Höhe von insgesamt elf Millionen Euro hat dazu beigetragen, die Handlungsfähigkeit des Verbandes zu sichern. „Mit der finanziellen Unterstützung ist zugleich die Verpflichtung verbunden, unsere Einrichtungen wie auch die Verwaltungsstrukturen wirtschaftlich tragfähig aufzustellen“, erläutert die Diözesan-Caritasdirektorin und Vorstandsvorsitzende Barbara Aßmann.
„Grundlage für die Neuausrichtung war eine umfassende Tätigkeitsstrukturanalyse, die der Vorstand gemeinsam mit der Unternehmensberatung TMC Turnaround Management Consult durchgeführt hat“, ergänzt der Diözesan-Caritasdirektor Holger Maar. „Dabei dokumentierten alle Mitarbeitenden der Zentrale detailliert ihre Aufgabenbereiche sowie den jeweiligen zeitlichen Aufwand für einzelne Tätigkeiten.“ Auf dieser Basis habe man Prozesse und Arbeitsabläufe analysiert, verschlankt und den künftig notwendigen Personalbedarf fachlich ermittelt.
„Die Analyse hat gezeigt, dass die bisherige personelle Ausstattung der Zentrale dauerhaft nicht mehr finanzierbar ist. Die Zahl der Stellen wird deshalb von bisher 215 auf künftig 153 reduziert“, erklärt Aßmann. „Dies entspricht einer Verringerung des Beschäftigungsumfangs um 45,3 Vollzeitäquivalente.“
Den daraus resultierenden reduzierten Personalbedarf habe der Vorstand in intensiven Gesprächen mit der MAV beraten und erläutert. „Die MAV war im Rahmen ihrer Beteiligungsrechte eng in den Prozess eingebunden und brachte ihre Perspektiven aktiv ein“, berichtet Aßmann. Gemeinsam habe sich der Vorstand mit MAV auf die notwendige Personalreduktion sowie auf die Ausgestaltung eines Sozialplans geeinigt.
Durch natürliche Fluktuation und individuelle Lösungen bereits 48 Stellen eingespart
„Die Gespräche mit der Mitarbeitendenvertretung waren konstruktiv und von großer Wertschätzung geprägt. In unseren gemeinsamen Sitzungen haben wir intensiv um tragfähige Lösungen gerungen und dabei stets die Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeitenden im Blick behalten“, sagt Aßmann. Ein zentrales Anliegen der Verhandlungen sei es gewesen, soziale Härten möglichst zu vermeiden.
Aßmann erläutert: „Bereits seit rund eineinhalb Jahren haben wir die natürliche Fluktuation genutzt, um den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten. Freiwerdende Stellen aufgrund von Renteneintritten, Eigenkündigungen oder auslaufenden befristeten Beschäftigungsverhältnissen haben wir nicht nachbesetzt.“ Auch Altersteilzeitregelungen und Elternzeiten wirken sich auf die Reduzierung des Personalbestandes aus.
„Dadurch konnte die Zahl der tatsächlich abzubauenden Stellen deutlich verringert werden. Von den ursprünglich 62 zu reduzierenden Stellen verbleiben aktuell noch 14 Stellen, für die betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden müssen“, erklärt Maar. Mit allen betroffenen Mitarbeitenden führe der Vorstand persönliche Gespräche. „Unser Ziel ist es, individuelle Perspektiven zu entwickeln und Unterstützung beim beruflichen Neustart anzubieten.“ Wo immer möglich, werden alternative Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Caritasverbandes angeboten.
Verband unterstützt bei Bedarf auf der Suche nach neuen Arbeitgebern
Darüber hinaus stehe der Vorstand mit kirchlichen Rechtsträgern in Verbindung, die offene Stellen zu besetzen haben. Der Verband unterstütze die betroffenen Mitarbeitenden aktiv bei der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven. „Zusätzlich wurden bereits andere Arbeitgeber kontaktiert und um die Mitteilung offener Stellen gebeten“, sagt Aßmann. „Die betroffenen Mitarbeitenden haben engagierte und wertvolle Arbeit geleistet. Deshalb war es uns wichtig, gemeinsam mit der MAV alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Betroffenen Perspektiven zu eröffnen“, betont sie.
Die vielfältigen Angebote des Caritasverbandes sind davon unberührt. Die Einrichtungen und Dienste in den Bereichen Altenhilfe, Eingliederungshilfe, Wohnungslosenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie die Caritas-Zentren setzen ihre Arbeit weiterhin zuverlässig und in gewohnt hoher Qualität fort.
Text: Melanie Müller von Klingspor, Pressesprecherin