Caritasverband für die Diözese Speyer
Nikolaus-von-Weis-Straße 6
67346 Speyer
Telefon: 06232 / 209-0
info@caritas-speyer.de

Ein besonders schwieriges Thema stand im Mittelpunkt des Hospizbegleiter-Tags der der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz-Saarpfalz. 160 Hospizbegleiterinnen und -begleiter trafen sich im Heinrich-Pesch-Haus Ludwigshafen, um dazuzulernen und sich auszutauschen.
„Wenn ein Mensch seinen Tod herbeisehnt …“
Wie gehe ich damit um, wenn ein schwerstkranker Mensch seinen Tod herbeisehnt? – Darauf gibt es keine einfachen Antworten, doch Hospizbegleiter werden damit konfrontiert. Der Psychologe Jan Gramm, Mitbegründer des Instituts für Palliativpsychologie, hielt dazu am Vormittag ein Referat. Am Nachmittag gab es die Gelegenheit, das Thema zu vertiefen oder neue Impulse in verschiedenen Workshops zu erfahren.
Dank und Wertschätzung für die Ehrenamtlichen
Caritas-Diözesandirektorin Barbara Aßmann würdigte das besondere Engagement der Hospizbegleiter. Das Angebot des Bistums Speyer zusammen mit der Evangelischen Landeskirche stehe für eine christliche Haltung. „Sie zeigen, dass Ihnen Würde, Mitgefühl und Trost wichtig sind“, sagte sie den Hospizbegleitern. Auch Jesus habe auf dem Berg Gethsemane seine Jünger um Begleitung gebeten. „Wir stehen dafür, dass niemand alleine geht“, sagte Barbara Aßmann. Dafür sei Respekt, Mitgefühl und fachlich kompetente Unterstützung nötig. „Ich danke Ihnen für die menschliche Anteilnahme und Nähe, die sie Sterbenden geben“, sagte sie. Dabei kommen die Ehrenamtlichen auch an eigene Grenzen. Diese zu sehen und zugleich zuverlässig für andere da zu sein, sei eine große Aufgabe. Unterstützung dafür wolle das Angebot des Hospizbegleiter-Tags geben.
Hauptreferent mit Praxisnähe
Die Geschäftsführerin der Ökumenischen Hospizhilfe, Daniela Ball-Schotthöfer, begrüßte die Teilnehmenden, bedankte sich für deren Engagement und stellte den Hauptreferenten Jan Gramm vor. Er ist Diplom-Psychologe, systemisch orientiert und ausgebildet. Er arbeitet selbst als ehrenamtlicher Hospizhelfer und hat sich auf Palliativ-Psychologie spezialisiert. In seinem Referat erläuterte er, dass es verschiedene Motivationen und Ausprägungen von Sterbewünschen gebe. Nicht nur für die Begleiter, auch für die Menschen in Erwartung des Todes sei wichtig, hier behutsam ein Verständnis zu erreichen. Solche Äußerungen sollten nicht zurückgewiesen und die Sterbenden nicht allein gelassen werden. Gramm erläuterte, welche Auslöser es für Sterbewünsche geben kann. Je nachdem gebe es Möglichkeiten, Nähe und Beistand weiterhin zu geben.
Neue Impulse in Workshops
Am Nachmittag bot Gramm einen Workshop zur Vertiefung an. Weitere Workshops befassten sich mit Biografiearbeit (Isabell Funk, Lehrtrainerin für Biografiearbeit), Atmen und Steuern der Befindlichkeit (Angela Ziegler-Schmid, Yogalehrerin), Gesundheitlicher Vorsorgeplanung (Ulrike Heinz-Deutsch, Sozialpädagogin) sowie „Das Zeitliche segnen“ (Marie-Christin Mayer, Referentin Hospiz- und Trauerseelsorge). Den Tag über bot Irene Scheike mit ihrem privat und ehrenamtlich eingerichteten Büchertisch hilfreiche Fachliteratur an.
Eine starke Gemeinschaft seit über 30 Jahren
Die Ökumenische Hospizhilfe wurde 1991 vom Caritasverband Speyer und dem Diakonieverband der Evangelischen Landeskirche gegründet. In der Hospizhilfe sind laut Geschäftsführerin Ball-Schotthöfer derzeit etwa 480 Begleiterinnen und Begleiter nach entsprechender Qualifikation durch die ambulanten Hospizdienste tätig. Der Hospizhelfertag 2025 sei erfreulich gut besucht gewesen.
Text und Fotos: Gereon Hoffmann