Caritasverband für die Diözese Speyer
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Sieben Schüler des Berufsbildungszentrums besuchten sechs Monate lang das Altenzentrum St. Barbara
Am Caritas-Altenzentrum St. Barbara in St. Ingbert endet eine besondere Zusammenarbeit: Über mehr als ein halbes Jahr hinweg haben Schüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) regelmäßig die Einrichtung besucht und sich mit den Bewohnern ausgetauscht. „Miteinander leben, miteinander lernen“ – unter diesem Motto stand die mehrmonatige Zusammenarbeit zwischen dem Caritas-Altenzentrum St. Barbara und dem Berufsbildungszentrum (BBZ) St. Ingbert.
Über ein halbes Jahr lang besuchten sieben Schüler aus der Ausbildungsvorbereitung des BBZ jede Woche das Altenzentrum. Dort verbrachten sie jeweils drei Stunden, kamen mit den Bewohnern ins Gespräch und tauschten sich über ihre unterschiedlichen Lebenswelten aus.
Die Jugendlichen erhielten von den Senioren Lebenserfahrung und persönliche Ratschläge. Umgekehrt bekamen die älteren Menschen Einblicke in den Alltag junger Menschen und erfuhren, wie das Leben von Teenagern heute aussieht. So entstanden Begegnungen, die für beide Seiten bereichernd waren.
Es war das erste Mal, dass das BBZ und das Altenzentrum in einer aktiven Kooperation zusammenarbeiteten. Vonseiten des Altenzentrums könne man sich durchaus vorstellen, das Projekt im kommenden Jahr erneut anzubieten, sagt Evelyne Bahr, Bereichsleiterin des Sozialen Dienstes in St. Barbara.
Für die BBZ-Schüler – Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, die kurz vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen – bot das außerschulische Lernen zugleich die Möglichkeit, verschiedene Berufsfelder im sozialen Bereich kennenzulernen. Auf ihre beruflichen Pläne angesprochen, berichten einige von einem geplanten Freiwilligen Sozialen Jahr, möglicherweise sogar bei der Caritas. Andere möchten zunächst weiter zur Schule gehen, eine Ausbildung beginnen oder zur Bundeswehr wechseln.
Während der Zusammenarbeit standen auch verschiedene praktische Programmpunkte auf dem Plan. So nahmen die Jugendlichen unter anderem am Rehasport teil und erhielten Einblicke darin, wie Bewegung und körperliche Aktivität bei Senioren gefördert werden. Außerdem lernten sie die Wohnbereiche der Bewohner kennen. Auch die in das Caritas-Altenzentrum integrierte Tagespflege wurde besucht. Dort treffen sich ältere Menschen, die noch in ihrem häuslichen Umfeld leben, aber tagsüber Gemeinschaft und Austausch suchen, um Einsamkeit vorzubeugen.
Darüber hinaus organisierten die Jugendlichen einen gemeinsamen Spielevormittag. Dafür wurden eigens Spiele in „Seniorengröße“ angefertigt. Größere Spielfiguren sollten es den Bewohnern erleichtern, diese trotz eingeschränkter Motorik besser greifen und bewegen zu können.
Nach der Abschlussveranstaltung bleibt auf beiden Seiten ein positives Fazit. Sowohl die Bewohner und Mitarbeiter des Altenzentrums als auch die Schüler des Berufsbildungszentrums haben von dem gemeinsamen Projekt profitiert.
Zum Abschluss hatte das Altenzentrum noch eine besondere Überraschung vorbereitet: Kasimir Zamilski lud die Jugendlichen mit der hauseigenen Fahrrad-Rikscha auf eine Rundfahrt durch St. Ingbert ein. Normalerweise steht dieses Angebot ausschließlich den Bewohnern zur Verfügung. Die Fahrten gelten bei ihnen als besonderer Höhepunkt des Tages.
Text und Fotos: Paul H. Kreiner für den Caritasverband für die Diözese Speyer