Caritasverband für die Diözese Speyer
Nikolaus-von-Weis-Straße 6
67346 Speyer
Telefon: 06232 / 209-0
info@caritas-speyer.de

Migrationsarbeit der Caritas in der Südwestpfalz leistet seit zehn Jahren Hilfe beim Ankommen
Als Rahim Sarchashmayee aus Afghanistan nach Deutschland kam, stand er vor einem Neuanfang. Neue Sprache, neue Regeln, neue Perspektiven. Unterstützung fand er im Caritas-Zentrum Pirmasens. Heute sitzt der 44-Jährige selbst auf der anderen Seite des Schreibtisches und hat die Beratung zu seinem Beruf gemacht. Er begleitet Menschen mit Migrationshintergrund, vermittelt und hilft dabei, Wege zu finden, die er selbst einmal gegangen ist.
Diese Erfolgsgeschichte erzählt Björn Heinrich, Leiter des Caritas-Zentrums Pirmasens. „Die Geschichte unseres Kollegen zeigt, was gelingen kann, wenn Sozialarbeit mehr tut, als nur akute Probleme zu lösen. Wenn sie Potenziale erkennt, Menschen stärkt und Perspektiven schafft.“ Dafür stehe der Fachbereich Migration und Integration des Caritas-Zentrums für Pirmasens, Zweibrücken und den Landkreis Südwestpfalz.
Der Fachbereich unterstütze Menschen mit Migrationsgeschichte bei ihrer beruflichen, sprachlichen und gesellschaftlichen Integration. Um das zu ermöglichen, brauche es mehr, als nur ein Beratungsgespräch. Ziel sei es, Menschen längerfristig dabei zu begleiten, selbstverantwortlich ihre Zukunft zu gestalten und so echte Teilhabe zu ermöglichen.
„Was unsere Arbeit besonders macht, ist die Nähe zu den Menschen“, sagt der Leiter des Caritas-Zentrums, Björn Heinrich. „Während viele Angebote auf die größeren Städte konzentriert sind, bringen wir unsere Unterstützung auch dorthin, wo sie sonst kaum erreichbar wäre.“ Mit der mobilen Migrationsberatung in Waldfischbach-Burgalben und Dahn schließe die Caritas Versorgungslücken im ländlichen Raum und erreiche Menschen direkt vor Ort.
„Erfolgreiche Integrationsarbeit entsteht nicht nur im Beratungszimmer. Wir verbinden Kommunen, Behörden, Schulen, Ehrenamtliche und weitere Fachstellen miteinander“, erklärt Heinrich. „Im Netzwerk Migration & Integration sitzen die Akteure der Region regelmäßig an einem Tisch. Wir moderieren den Austausch. Durch dieses funktionierende Netzwerk können Ratsuchende zielgerichtet weitervermittelt werden.“
Diese enge Zusammenarbeit zahle sich aus. „Wir tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen und eröffnen neue Chancen – für Zugewanderte ebenso wie für die Region selbst“, so Heinrich. Er sagt, auch wer bereits viele Jahre hier lebe, finde Unterstützung bei Fragen zu Bildung, Beruf, Sprache oder gesellschaftlicher Teilhabe. „Wir verstehen Integration als langfristigen Prozess, der Zeit, Vertrauen und verlässliche Partner braucht.“
Heinrich definiert das Ziel so: „Jahrelange stabile Integration durch wirksame Sozialarbeit – dieser Anspruch prägt unsere Arbeit im Migrationsfachdienst seit zehn Jahren.“ Die Herausforderungen seien dabei nicht kleiner geworden. Fehlender Wohnraum, Fachkräftemangel und die Folgen internationaler Krisen beschäftigten die Beratung täglich. Umso wichtiger seien Angebote, die Orientierung geben, Netzwerke schaffen und Menschen befähigen, ihre Fähigkeiten einzubringen.
„Die Geschichte von Rahim Sarchashmayee ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Aus einem Ratsuchenden wurde ein Kollege. Aus einer Chance wurde eine Perspektive“, freut sich Heinrich. „Er hat seinen Platz in der Gesellschaft gefunden und gestaltet sie aktiv mit.“
Text: Ronja Zwick für den Caritasverband für die Diözese Speyer
Fotos: Björn Heinrich