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05. August 2026

Wenn die Eisenbahn dem Pfarrer den Messwein bringt

Wandereisenbahn zu Gast im Caritas-Altenzentrum St. Barbara - Miniaturlandschaft mit vielen Details
 

Große Augen, staunende Gesichter und viele schöne Erinnerungen – all das brachte der Besuch des Modelleisenbahn-Clubs Ensheim in unsere Einrichtung. Mit einer über 70 Jahre alten, liebevoll gepflegten analogen Wandereisenbahn entführten die Mitglieder des Clubs unsere BewohnerInnen in die faszinierende Welt der Modelleisenbahn. Trotz ihres stolzen Alters funktioniert die Anlage bis heute einwandfrei. Im Maßstab 1:87 wurde eine kleine Welt zum Leben erweckt, die Jung und Alt gleichermaßen begeisterte.
 

Auf den Gleisen herrschte reger Betrieb. Insgesamt sechs verschiedene Züge gingen auf ihre Reise. Den Anfang machte eine amerikanische Diesel-Lokomotive, die einen ganz besonderen und augenzwinkernd präsentierten Fahrgast beförderte: den Präsidenten der USA. Anschließend rollte der Regionalexpress auf seiner Strecke von Saarbrücken über St. Ingbert nach Homburg durch die Miniaturlandschaft.
 

Für Schmunzeln sorgte auch ein Weintransport, der den Messwein für den Pfarrer brachte. Dieser hatte – so erzählten die Mitglieder des Modelleisenbahn-Clubs mit viel Humor – bereits dreimal im Stellwerk angerufen und auf seine Lieferung gewartet. Der Zug drehte mehrere Runden um Kirche und See und versorgte unterwegs sogar den Campingplatz mit Wein.
 

Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt der Dampflok, begleitet von der bekannten Melodie aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, die viele Erinnerungen an die Geschichten aus Lummerland weckte.
 

Doch nicht nur auf den Gleisen gab es viel zu entdecken. Die detailreiche Modell-Landschaft bot zahlreiche kleine Szenen des Alltags. So konnten die Zuschauer einen Feuerwehreinsatz beobachten, miterleben, wie die Polizei am Bahnhof einen Schwarzfahrer stellte, und auch ein Notarzt war im Einsatz. Darüber hinaus gab es viele liebevoll gestaltete Details zu bestaunen: eine Telefonzelle, eine Litfaßsäule, einen Bauernhof, ein nostalgisches Hotel sowie eine Wind- und eine Wassermühle, die sich abwechselnd in Betrieb befanden – ganz wie im echten Leben.
 

Besonders beeindruckend war der Automatikbetrieb auf Gleis 1. Dort teilten sich zwei Züge dieselbe Strecke. Ein Kesselwagenzug transportierte Benzin von Karlsruhe zu den regionalen Tankstellen, während gleichzeitig ein Intercity unterwegs war. Für einen herzhaften Lacher sorgte die humorvolle Bemerkung eines Clubmitglieds, der scherzhaft erklärte, der Zug fahre „von Paris über Bous nach Bagdad".
 

Mit Fachwissen, großer Leidenschaft und einer guten Portion Humor präsentierten Günter Schwarz, Rita Rauch und Martin Schäfer die beeindruckende Anlage. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner verfolgten die Vorführungen mit großem Interesse. Immer wieder wurden Erinnerungen an die eigene Kindheit wach, als viele selbst mit Modelleisenbahnen gespielt oder die Züge am Bahnhof beobachtet hatten.
 

Wir bedanken uns herzlich beim Modelleisenbahn-Club für diesen abwechslungsreichen, unterhaltsamen und nostalgischen Nachmittag. Der Besuch hat unseren Bewohnerinnen und Bewohnern viel Freude bereitet und gezeigt, dass eine Modelleisenbahn auch nach über 70 Jahren noch Menschen begeistern kann.
 

Text und Fotos: Karina Titze für das Caritas-Altenzentrum St. Barbara