Caritasverband für die Diözese Speyer
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02. Februar 2026

Neue Doppelspitze teilt sich die Leitung des Caritas-Zentrums Pirmasens 

Patricia Buttlar und Björn Heinrich stehen vor großen Herausforderungen durch angespannte Finanzlage


„Eine geteilte Leitung ist gut“, sind sich Patricia Buttlar und Björn Heinrich einig. Mit der geteilten Leitung des Caritas-Zentrums in Pirmasens haben die beiden seit März vergangenen Jahres gute Erfahrungen gemacht. So gute Erfahrungen, dass aus der bisherigen kommissarischen Lösung jetzt eine dauerhafte Lösung wird. Passend zur Caritas-Jahreskampagne: „Zusammen geht was“.
 

Patricia Buttlar ist 39 Jahre alt, in Eppenbrunn zuhause, und arbeitet seit 2022 im Caritas-Zentrum in Pirmasens in der Schwangerschaftsberatung. Dort wird sie auch – trotz Leitungsfunktion – weiter tätig bleiben. Zuvor arbeitete die ausgebildete Kinderpädagogin unter anderem in der Jugendhilfe im Jugenddorf Sickingen und bei den Johannitern. „Wenn ich Zeit für mich selbst habe, versuche ich ein bisschen Sport zu machen“, sagt sie schmunzelnd. Fit halten sie ohnehin ihre vier Kinder. 
 

Björn Heinrich ist 45 Jahre alt, lebt wieder in seiner Heimatstadt Pirmasens. Seit Mai 2021 arbeitet der Papa einer Tochter bei der Caritas. Ehe er zur Caritas kam, war der Jugend- und Heimerzieher 17 Jahre lang in der Jugendhilfe in Rodalben tätig. Fotografieren, Konzert- und Kinobesuche stehen auf Heinrichs Liste, wenn er ein bisschen Freizeit hat.
 

Dass ihnen durch die geteilte Leitung Zeit bleibe, auch weiter mit den Menschen, die zur Caritas kommen, zu arbeiten, wissen beide zu schätzen. Sie haben sich die Zuständigkeiten etwas aufgeteilt. Buttlar kümmert sich vorwiegend um die Bereiche Kinderschutzdienst, Schwangerschaftsberatung sowie die Ehe-, Erziehungs- und Lebensberatung. 

Die Gemeindecaritas, die Migrationsberatung, Soziale Dienste und das Quartiersbüro am Horeb sind Heinrichs Schwerpunkte. „Wichtige Entscheidungen“, so sagen sie, „die treffen wir gemeinsam“. Entscheidungen würden durch die geteilte Leitung bewusster, transparenter und tragfähiger.  
 

Inklusive des neuen Leitungsteams arbeiten 18 Beschäftigte im Caritas-Zentrum. „Wir haben hier eine unglaublich hohe Teamqualität“, sagt Heinrich und ist sich mit Buttlar einig: „Das wollen wir erhalten“. Das werde auch wichtig sein, weil die gesellschaftlichen Themen herausfordernder werden. „Wenn es gelingt, dass ein Kunde, dem seine Last anzusehen ist, zu uns kommt und uns sichtbar mit einem leichteren Gefühl verlässt, dann machen wir gute Arbeit“, erklärt Heinrich. „Trotz steigender Fallzahlen in allen Bereichen möchten wir die Qualität der Arbeit hoch halten“, ergänzt Buttlar.“ Das bedeutet sich für jeden die Zeit zu nehmen, die er braucht.“
 

Auf die besonderen Herausforderungen ging Annette Martin bei der Einführung des neuen Leitungsteams ein. Die Leiterin der Abteilung Soziales beim Caritasverband Speyer hat eine ganz besondere Beziehung zum Caritas-Zentrum Pirmasens. Sie leitete es vor einigen Jahren selbst: „Die jetzt gefundene Lösung, das Zentrum im Tandem zu leiten, erfordert gegenseitiges Vertrauen und ein ähnliches Verständnis über die Ausrichtung des Zentrums“. Buttlar und Heinrich würden beide die Caritas als Ort der Menschlichkeit und der Würde sehen. „Zu den besonderen Herausforderungen, denen sich beide stellen müssen, gehört zum Beispiel die angespannte finanzielle Lage des Caritasverbandes für die Diözese Speyer“, verdeutlichte Martin. „Für die acht Caritaszentren bedeutet das, den Einsatz der Eigenmittel, die aus Kirchensteuern stammen, langfristig stark zu reduzieren.“ Die Angebote des Caritas-Zentrums Pirmasens würden aktuell zu einem Drittel aus Kirchensteuermitteln finanziert, erläuterte Martin. „Dieser finanziellen Herausforderung steht der durch die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen erhöhte Bedarf an Leistungen des Caritaszentrums gegenüber.“
 

„Bevor man Ja sagt“, so Diözesan-Caritasdirektorin Barbara Assmann, „prüft man, ob etwas passt.“ Wenn man dann ja sage, dann aus voller Überzeugung. „Und die habe ich bei Ihnen gespürt“, freute sich Assmann, dass Buttlar und Heinrich sich bewusst für ihre neuen Ämter entschieden hätten. „Zusammen geht was, das hat für das Caritas-Zentrum auch insofern eine Bedeutung, dass wir hier in Pirmasens sehr viele Kooperationspartner haben“, unterstrich Assmann. Zum Beispiel die Stadt Pirmasens. 
 

Der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick sagte, er freue sich über die Doppelspitze. „Das ist nicht alltäglich. Mit dem Tandem-Modell hat die Caritas ein kluges Modell gewählt, weil es zwei Perspektiven und eine gebündelte Kompetenz bringt.“ Beide neuen Leitungen würden eine beeindruckende Erfahrung mitbringen und wissen, wo hier der Schuh drückt, zeigte sich Zwick optimistisch.
 
Text und Fotos: Andrea Daum für den Caritasverband für die Diözese Speyer

Björn Heinrich und Patricia Buttlar teilen sich die Leitung des Caritas-Zentrums Pirmasens.
Oberbürgermeister Markus Zwick, Diözesan-Caritasdirektorin Barbara Aßmann, die neuen Führungskräfte Patricia Buttlar und Björn Heinrich sowie die Leiterin der Abteilung Soziales freuten sich über die offizielle Einführung der neuen Doppelspitze.