Caritasverband für die Diözese Speyer
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Peter Zwing wird Leiter des Caritas-Zentrums – Nachfolger von Andreas Heinz freut sich auf die neue Aufgabe
Peter Zwing übernimmt am 1. April die Leitung des Caritas-Zentrums Saarpfalz. Er tritt damit in die Fußstapfen von Andreas Heinz, der zum 31. März in den Ruhestand geht. „Von Hause aus bin ich Sozialarbeiter“, sagt Peter Zwing. Seit 2004 arbeitet er für die Caritas. Er war Leiter des Caritas-Altenzentrums St. Josef in Blieskastel.
Vor seinem Studium an der Fachhochschule Darmstadt absolvierte er bei der Caritas auch seinen Zivildienst. Erst auf diesem Weg entdeckte er seine Liebe zu diesem Beruf. „Eigentlich wollte ich Ingenieurwesen studieren“, sagt Zwing. Seine Karriere bei der Caritas begann im Elisabeth-Stein-Haus – damals noch in Lautzkirchen. 2008 wechselte er in die Sparte der Altenpflege und absolvierte im Altenzentrum St. Hedwig in Kaiserslautern die Qualifikation zur Heimleitung.
Dann gab es eine kurze Zäsur: Von 2010 bis 2011 ging Zwing in Elternzeit. „Ich bin Vater von Zwillingen“, sagt er. Für ihn war eben jenes Jahr eines der schönsten seines Lebens. 2012 erlangte er die Qualifikation zur Heimleitung und übernahm die Leitung des Blieskasteler Altenzentrums. „Und wenn ich nun zum 1. April wechsle, bin ich exakt 14 Jahre hier gewesen“, erinnert er sich.
Die neue Aufgabe ist für ihn eine Herausforderung. „Mit 48 Jahren hatte ich nun das Bedürfnis, etwas Neues zu starten“, nennt Zwing seine Motivation. Ein weiterer Grund für seinen Wechsel: Mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Altenpflege ist er unzufrieden. „Es braucht vom Gesetzgeber große Reformen“, meint Zwing. Problematisch sei etwa die vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei sie kaum noch zu erreichen. Zwing sagt: „Teilweise verursachten wir deshalb schon mit Leiharbeitern große Kosten.“ Und auch die laut Zwing „überbordende Bürokratie“ verursacht viele Probleme „Den von der Politik beschworenen Bürokratieabbau kann ich hier nicht spüren.“
Auf die Herausforderung in seinem neuen Job als Caritas-Zentrums-Leiter freut sich Zwing. „Ich bin aber noch im Lernprozess“, gibt er zu. Wöchentlich trifft er sich mit Andreas Heinz, um mit ihm über die neuen Aufgabenfelder zu sprechen und sich entsprechend vorzubereiten. An dieser Stelle spricht er dem Noch-Leiter des Caritas-Zentrums ein großes Lob aus: „Andreas Heinz hat die Einrichtung hervorragend aufgestellt.“ Zwing sieht sich selbst nicht als Reformer oder Sanierer. Auch wenn Heinz seinen letzten Feierabend antritt, wird er nicht die gesamten Arbeitsabläufe über Bord werfen, verspricht er. Langfristig will er das Aufgabenspektrum jedoch ausbauen und das Caritas-Zentrum breiter aufstellen. „Ich will das Zentrum noch bekannter machen und bin offen für den Aufbau neuer Angebote“, kündigt er an.
Der Hilfebedarf der Menschen wird steigen, ist sich Zwing sicher. „Die Welt wird immer komplizierter.“ In Homburg etwa braucht es dringend einen Tagestreff für Wohnungslose – ähnlich dem „Treff em Gässje“, der sich seit Jahren fest in St. Ingbert etabliert hat. Andreas Heinz hat eben jene Idee angestoßen; der Tagestreff soll im ehemaligen Pfarrheim der Gemeinde St. Michael entstehen. Zwing: „Ich will dieses Projekt unbedingt vollenden.“ Und er will die Kooperation der freien Träger weiter stärken. Die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, etwa der Awo, lobt der 48-Jährige. Ein weiteres Projekt, das jetzt noch in den Kinderschuhen steckt, sind Sozialberatungen in Unternehmen. Aktuell gibt es dazu bereits eine Kooperation mit Schaeffler.
In Blieskastel haben die Bewohner und Mitarbeitenden überrascht auf Zwings Wechsel reagiert. Aktuell herrscht bei den 65 Mitarbeitenden noch etwas Verunsicherung, weil seine Nachfolge noch nicht vollends geklärt ist. „Ich bin mir aber sicher, dass es gut weitergehen wird.“ In seinem Altenheim leben 85 Menschen. „Das größte Lob, das man von ihnen bekommen kann, ist, wenn sie sagen, dass sie sich wie zu Hause fühlen.“ Zwings Mitarbeiter sind laut ihm ein eng eingespieltes Team. „Wir haben ein familiäres Verhältnis zueinander.“ Zusammen hat die Belegschaft viele Krisen erfolgreich bewältigt. Eine große Krise war die Corona-Pandemie. Zwing sagt stolz: „Wir haben es geschafft, in den ersten beiden Jahren keine einzige Infektion hier im Heim zu haben.“
Eine andere Krise, bei der der Zusammenhalt in der Belegschaft besonders deutlich wurde, war das Pfingsthochwasser 2024. „Mitarbeiter haben sogar hier im Heim übernachtet – und das freiwillig. Ich habe auch hier geschlafen“, macht Zwing den Zusammenhalt deutlich. Wenn er am 31. März zum letzten Mal sein Büro, sein Altenheim verlässt, wird das für Zwing ein stark emotionaler Moment: „Die ein oder andere Träne wird dann schon fließen“, ist sich der 48-Jährige sicher.
Text und Fotos: Paul H. Kreiner für den Caritasverband für die Diözese Speyer