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Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege und Karolina-Burger-Realschule schließen Kooperationsvertrag für Schülerpraktika
Einblicke in die Altenpflege gewinnen und Erfahrungen sammeln - das erlebten vier Schülerinnen der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen bei einem Praktikum im Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege. Die Schule hatte im Juli mit der Einrichtung für Altenhilfe einen Kooperationsvertrag für die Praktika geschlossen.
Die Karolina-Burger-Realschule in Mundenheim hat in ihrem schulischen Bereich der Berufsorientierung verpflichtende Praktika vorgesehen. Aber es ist teilweise schwierig, für die Schüler Praktikumsplätze zufinden. Daher ist es ein Anliegen der Schule, verlässliche Partner zu finden, um die Praktika verbindlich anbieten zu können. Dies wird mit dem Kooperationsvertrag gewährleistet.
„Für die Schüler sind Praktika sehr hilfreich, um sich über verschiedene Arbeitsbereiche zu informieren und auszuprobieren, was sie sich als zukünftigen Beruf vorstellen können“, berichten Schulleiter Oliver Kästel und Betreuungslehrerin Helene Rohrer. „Die Schüler selbst zeigen großes Interesse und hatten auch gesagt, dass sie gerne Praktika machen wollen“, berichten die Pädagogen.
Für das Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege, das nur wenige Minuten von der Schule entfernt liegt, ist das Praktikum eine Möglichkeit, Schülern die Altenpflege nahezubringen und Mitarbeitende sowie Auszubildende zu gewinnen: „Wir wollen vermitteln was wir tun, und mitwirken, Vorurteile abzubauen“, erklärt Einrichtungsleiter Thomas Kraska. Das sei auch gelungen: „Manche hatten sich den Pflegeberuf ganz anders vorgestellt.“ Vor allem können die Praktikanten ihre Stärken und Fähigkeiten entdecken und Erfahrungen sammeln.
Die Kooperation legt für die neunten Klassen ein zweiwöchiges Praktikum fest. Das findet einmal jährlich kurz nach Beginn des neuen Schuljahrs statt. Darüber hinaus können die Schüler bei Interesse auch ein Praktikum wählen, dass über ein ganzes Jahr geht und jeweils einmal in der Woche montags stattfindet. Für die achten Klassen ist ein Praktikum im Februar 2026 vorgesehen. Darüber hinaus wird das Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege im Mai 2026 an der schulinternen Messe „Zukunftstag“ teilnehmen, bei der sich Betriebe aus verschiedenen Bereichen vorstellen. „Der Kooperationsvertrag ist für beide Seiten - für die Realschule und die St.Josefspflege eine Win-Win-Situation“, sind sich Schulleiter Kästel und Einrichtungsleiter Kraska einig.
Für die Praktikantinnen waren die beiden Wochen in der St. Josefspflege voller Eindrücke. Die Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren unterstützten die Mitarbeiter bei der Pflege und der sozialen Betreuung. So wie Beritan Kaplan. Die 14-Jährige kam durch ihre Familie auf die Idee, sich für das Praktikum anzumelden: „Meine Schwester hat eine dreijährige Ausbildung in einem Altenheim gemacht und davor auch ein Praktikum absolviert“, berichtet die 14-Jährige. Deshalb meldete sie sich, und lernte die Arbeit in der Pflege kennen. „Eine Herausforderung“, findet sie. Und merkt an, dass es teilweise anstrengend ist: „Man braucht Geduld und Kraft.“ Neben der Pflege hat sie auch die soziale Betreuung kennengelernt, bei der die Mitarbeiter den Bewohnern verschiedene Aktivitäten wie Basteln, Singen, Spiele und Bewegung anbieten. „Die soziale Betreuung ist schön, das gefällt mir“, erzählt Beritan Kaplan.
Die Begegnung mit alten Menschen hat Awesta Hammad bewogen, sich für das Praktikum zu melden: „Ich helfe gern den Leuten, wenn sie etwas brauchen.“ Während ihres Praktikums hat die 14-Jährige viele Aufgaben übernommen, wie zum Beispiel die Essensverteilung, aber auch die Begleitung der Bewohner bei Spaziergängen zusammen mit den hauptamtlichen Mitarbeitern. „Mit gefällt das Praktikum. Es ist eine gute Gelegenheit zum Reinschnuppern“, hebt Awesta Hammad hervor. Sie hat aber auch gemerkt, dass ihre Interessen eher in eine andere Richtung gehen, wie zum Beispiel für eine Tätigkeit im Krankenhaus oder im Kindergarten.
Sehr gut gefallen hat es Josephie Greiner, die das interessierten MitschülerInnen weiterempfehlen würde. Ihre Aufgaben in den beiden Wochen umfassten ein breites Spektrum: Den Senioren hat sie beim Waschen geholfen, die Essensverteilung übernommen, das Bettzeug gewechselt. Und: „Ich habe mich auch mit den Senioren unterhalten“, erzählt die 15-Jährige, die sich für ihren späteren Beruf die Altenpflege vorstellen könnte.
Ebenfalls sehr wohl gefühlt hat sich Yvonne Zurnieden. Die 14-Jährige hatte Bewohnern beim Essen und Trinken geholfen oder ist mit ihnen, gemeinsam mit den hauptamtlichen Mitarbeitern, spazieren gegangen. Vor allem hat sie sich auch Zeit genommen für Gespräche mit den Bewohnern. „Mit einer Frau, die aus dem Krankenhaus zurück kam, habe ich mich eine Stunde unterhalten“, berichtet Yvonne Zurnieden. „Es hat mir sehr gut gefallen, das Praktikum hat mir Spaß gemacht“, erzählt sie. Sie könnte sich auch vorstellen, die Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen.
Ihre positiven Erfahrungen in den zwei Wochen Praktikum haben Josephie Greiner und Yvonne Zurnieden auch motiviert, das Praktikum zu verlängern. Sie nutzen die Möglichkeit, ein Jahrespraktikum zu absolvieren, und werden jeweils einmal in der Woche montags in die St. Josefspflege kommen. Dafür werden sie von ihrer Schule freigestellt.
Eine positive Bilanz nach den ersten Praktika ziehen Schulleiter Oliver Kästel und die Betreuungslehrerin Helene Rohrer zusammen mit Einrichtungsleiter Thomas Kraska: „Die Schülerinnen hatten die Möglichkeit, sich zu beweisen und ihre Stärken kennenzulernen.“ Dabei hatten sie auch viel positive Rückmeldungen bekommen: „Ich habe gemerkt, ich werde gebraucht“, hatte eine Schülerin freudestrahlend erzählt, berichtet Lehrerin Helene Rohrer aus einer Rückmeldung. Die Praktikanten geben zudem ihre Erfahrungen an ihre Mitschüler weiter - und das sei auch ein Impuls für andere Schüler, sich für ein Praktikum zu melden.
Text und Fotos: Caritas-Altenzentrum St. Josefspflege, Ludwigshafen / Mechthild Möbus