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Sabine Henke-John geht nach 26 Jahren in den Ruhestand – Nachfolger ist Alexander Graf
„Sie waren nah bei den Menschen, nah bei den Kundinnen und Kunden, nah bei den Mitarbeitenden und nah bei den Netzwerkpartnern.“ So fasste Caritasdirektorin Barbara Aßmann das Wirken von Sabine Henke-John zusammen. Nach 26 Jahren als Leiterin des Caritas-Förderzentrums St. Lukas, einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, wurde sie am Montag, 11. Mai, in den Ruhestand verabschiedet. Zugleich begrüßte Aßmann den neuen Einrichtungsleiter Alexander Graf als ihren Nachfolger.
Aßmann dankte Henke-John für ihren unermüdlichen Einsatz: „Ihr Engagement für psychisch kranke Menschen gleicht einem Marathon. Sie gingen Aufgaben stets mit Ruhe, Sachlichkeit, Optimismus und Gelassenheit an.“ Besonders hervor hob sie das Forensik-Projekt, bei dem Menschen, die unter dem Einfluss einer Psychose Straftaten begangen haben, über fünf Jahre hinweg begleitet werden. „Hier zeigten sie, wie tief sie sich in das Thema eindenken konnten und welche Maßnahmen sie dann für die Mitarbeitenden entwickelten, damit diese erfolgreich wirken können.“ Die Caritasdirektorin betonte: „Vorstand und Geschäftsführung konnten sich immer darauf verlassen, dass sie den Laden im Griff hatten. Dafür danke ich Ihnen von Herzen und wünsche Gottes Segen für den neuen Lebensabschnitt.“
Henke-John selbst erinnerte sich an die vielen Begegnungen: „Was mir in den Sinn kommt, sind nicht Zahlen oder Projekte, sondern die Menschen – ihre Geschichten, die Gespräche, die gemeinsamen Wege.“ Ihre Arbeit habe Empathie, Geduld, Humor und die Fähigkeit verlangt, hinter das Offensichtliche zu schauen. Ein Leitgedanke begleitete sie stets: „Es geht nicht darum, Menschen zu verändern, sondern ihnen einen Raum zu geben, in dem sie sich entfalten und teilhaben können.“
Sie bedankte sich auch bei ihrem Arbeitgeber: „Hier habe ich einen Ort erlebt, an dem Werte wirklich zählen. Ich habe Vertrauen erfahren, Gestaltungsspielräume bekommen und Unterstützung erhalten, wenn sie besonders wichtig war.“ Ihren Nachfolger Alexander Graf beschrieb sie als kompetent und voller Energie: „Mit 38 Jahren bringt er frische Ideen und neue Perspektiven mit – ich bin sicher, dass die Einrichtung in fähigen Händen weitergeführt wird.“
Die stellvertretende Abteilungsleiterin für Eingliederungshilfe, Birgit Greiling, begrüßte Graf in seiner neuen Rolle. Schon zuvor als Leiter der Tagesstätte im Caritas-Förderzentrum Vinzenz von Paul in Pirmasens habe er sich hartnäckig für die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden eingesetzt.
In seiner Antrittsrede sagte Graf: „Heute hier zu stehen, bedeutet mir viel. Es ist ein Moment voller Stolz, aber auch großer Verantwortung.“ Er betonte, dass es bei der Arbeit um echte Teilhabe gehe: „Nicht nur dabei sein, sondern wirklich dazugehören, das eigene Leben selbstbestimmt gestalten und die Würde jedes Menschen achten.“ Graf machte deutlich, dass Eingliederungshilfe kein verzichtbarer Ausgabenposten sei, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil des Sozialstaats. Er will gemeinsam mit Kooperationspartnern sicherstellen, dass der Bedarf der Menschen im Mittelpunkt bleibt und Ressourcen vorausschauend eingesetzt werden.
Auch politische Vertreter würdigten Henke-Johns Wirken: Sozialdezernentin Anja Pfeiffer betonte, dass Henke-John St. Lukas zu einer verlässlichen Einrichtung gemacht habe, in der psychisch kranke Menschen Schutz und Unterstützung erfahren. Kreis-Beigeordneter Peter Schmidt erinnerte an den Wandel seit der Psychiatrie-Reform, weg von großen Fachkliniken hin zu inklusiven Angeboten und hob das christliche Werteverständnis der Caritas hervor. Dekan Steffen Kühn betonte: „Es braucht viele Hände und offene Herzen, damit Gemeinschaft gelingt und alle Menschen, gerade in herausfordernden Lebenssituationen, erfahren: Ich bin wertvoll, ich gehöre dazu.“
Mit der Verabschiedung endet eine Ära bei St. Lukas, zugleich beginnt ein neuer Abschnitt unter der Leitung von Alexander Graf – mit frischen Ideen, Engagement und dem Ziel, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
Text: Melanie Müller von Klingspor
Fotos: Fotoagentur view