Caritasverband für die Diözese Speyer
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29. Januar 2026

Hoch hinaus klettern stärkt das Selbstbewusstsein

Förderschule Landau bekommt eine neue Kletterwand – Spezielle Dübel retten das Projekt
 

Steil nach oben geht es für die Schüler der Förderschule für motorische Entwicklung im Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau: An einer sechs Meter hohen Kletterwand können sie wichtige Fähigkeiten üben. Möglich wurde das Projekt durch Teamarbeit und Unterstützung von Sponsoren. Und es gab unerwartete Schwierigkeiten.
 

Klettern ist für die Kinder und Jugendlichen der Förderschule nicht bloß ein spannendes „Nebenher“. Das Klettern fördert gerade auch bei Kindern mit besonderen Herausforderungen ihre Fähigkeiten. „Kraft und Koordination, Vertrauen, Teamarbeit und natürlich auch die Freude, buchstäblich den Weg nach oben geschafft zu haben. All das ist für die Schüler der Förderschule besonders wertvoll“, sagt Physiotherapeutin und Kletter-Fachfrau Anika Schreiber. „Selbst Kinder, die motorische Einschränkungen haben, können klettern und sich damit stärken“, sagt sie.
 

„Das Fundament dieser Wand ist nicht Beton – sondern Ihre Großzügigkeit!“, sagte Schulleiterin Antje Krotwaart bei der Einweihung der Wand in Richtung der Sponsoren und Unterstützer. Ohne deren Hilfe wäre die fünf Meter breite und sechs Meter hohe Wand nicht entstanden. Das Projekt hat insgesamt 20.500 Euro gekostet und wurde vollständig durch Spenden finanziert. „Sie haben nicht nur in Holz und Griffe investiert, sondern in das Selbstvertrauen unserer Kinder. Dafür ein von Herzen kommendes Dankeschön!“, sagte Krootwart. 
 

Schüler und Lehrer saßen in der Sporthalle der Schule und schauten gespannt, was an der Kletterwand gleich passieren würde. Dort waren schon Toprope-Seile eingehängt. Das sind Sicherungen von oben, mit denen die Kletterer jederzeit wie an einer Angel hängen. Mit ein bisschen Ziehen können die Sichernden sogar den Kletterern helfen, wenn es mal schwierig wird, oder die Kräfte nachlassen.
 

Beinahe wäre das Projekt gescheitert, aus technischen Gründen. Wie die Schulleiterin erklärt, habe Norbert Schneider von der Firma Griffit, die Kletterwände baut, die Bohrmaschine angesetzt. Und die ging schnell ins Leere: Die Außenwände der Sporthalle sind besonders isoliert. Es war fraglich, ob die Holzwand mit den Klettergriffen daran festgemacht werden könnte. Die Lösung habe dann Hausmeister Stephan Schlink gefunden. Mit vielen besonderen Dübeln wurde der Holz-Unterbau doch noch möglich. Das Motto, dass die Erbauer ausgegeben haben, gilt auch für die künftigen Kletterer: Niemals aufgeben! Schmunzelnd sagte die Schulleiterin, dass die Kletterwand noch stehen würde, auch wenn alles andere zusammenfalle.
 

Claudius Schmid, Konrektor der Förderschule, bedankte sich ebenfalls und berichtete von den positiven Erfahrungen die Schüler und Lehrer mit einer schon vorhandenen kleineren Kletterwand gemacht haben. „Die kann allerdings derzeit wegen Umbauarbeiten am Gebäude nicht genutzt werden“, sagte Schmid. Klettertherapeutin Anika Schreiber berichtete, dass junge Sportler der Schule sich jetzt auf „Jugend trainiert für Paralympics“ vorbereiten. „Im vergangenen Jahr haben schon Schüler bei den Wettkämpfen mitgemacht. Im Mai fährt ein Team der Schule nach Kaiserslautern, um dort teilzunehmen“, so Schreiber. „Dann geht es noch höher hinaus: 17 Meter hoch wird die Route sein, die die Schüler bezwingen sollen“, sagt die Trainerin. Und wer nicht selbst in die Wand steige, habe etwas vom gemeinsamen Erlebnis: „Die Kletterer anfeuern, sich gemeinsam freuen – das sind tolle Momente, die die Schulgemeinschaft stärken.“
 

Die großzügigen Spender sind: die Firma Smurfit Westrock, die Allianz Versicherungen, die Sparda Bank, der Verein „Getrennte Farben, Gemeinsames Herz“, die Firma Storch & Beller, die Sparkasse der Stadt Landau, die Firma Elomed, die Firma Gerach und Simon Strack. Der Caritasverband für die Diözese Speyer dankt allen Spendern für ihre großzügige Unterstützung.
 

Text und Fotos: Gereon Hoffmann für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

 

Schulleiterin Antje Krotwaart (Mitte) stellt die Wand vor, rechts Konrektor Claudius Schmid, links Jenny Versteegen.
Die Sponsoren vor der Wand, es waren nicht alle Spender da.
Physiotherapeutin Anika Schreiber ist ausgebildete Klettertherapeutin.
Konrektor Claudius Schmid präsentiert die Wand und die Helfer.
Die Schulleitung bei der Einweihung.
Gespannte Erwartung bei der Schülerschaft.
Los geht's: Gut gesichert in die Erstbesteigung.
Los geht's: Gut gesichert in die Erstbesteigung.
Die Kletterer enthüllen ein Danke-Transparent.
Schüler und Lehrer sind begeistert.